Gottes Segen spenden Seelsorger Pater Dr. Gabriel Wolf (l.) und Pfarrer Stefan Fratzsche den neuen Diensträumen.
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Gottes Segen spenden Seelsorger Pater Dr. Gabriel Wolf (l.) und Pfarrer Stefan Fratzsche den neuen Diensträumen.

Ein Baustein für mehr Sicherheit

Garmisch-Partenkirchen: Bundespolizei bezieht Revier auf Abrams-Areal

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
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Jetzt ist’s offiziell: Die Bundespolizei hat ihr neues Revier auf dem Abrams-Areal in Garmisch-Partenkirchen bezogen. Eine Interimslösung, die von künftig 66 Beamten genutzt wird, bis an der Brauhausstraße ein modernes Dienstgebäude steht.

Garmisch-Partenkirchen – Es ist ein Baustein, ein ganz wesentlicher. Das neue Bundespolizeirevier in Garmisch-Partenkirchen ist Thomas Kirchleitner zufolge ein „wichtiger Teil der Sicherheitsarchitektur“ im Landkreis. Der Leitende Polizeidirektor weiß, wovon er spricht. Gut neun Jahre leitete er die hiesige Polizeiinspektion und arbeitete schon da eng mit den Kollegen zusammen, deren Jacken- und Hemdärmel der Bundesadler ziert. „Wir können uns aufeinander verlassen.“ Das ist spätestens seit dem G7-Gipfel 2015 in Schloss Elmau klar. Daran erinnert auch Landrat Anton Speer (Freie Wähler) gestern bei der Einweihung der provisorischen Dienststelle. Das Miteinander habe ganz hervorragend geklappt „und uns den bisher friedlichsten Gipfeln beschert“.

Den Alltag der Beamten, die künftig von der Lazarettstraße 7 aus eingesetzt werden, machen freilich nicht derartige Großereignisse, sondern Kontrollen des Grenz- und Bahnverkehrs aus. Und dafür müssen sie nun nicht mehr aus Weilheim oder gar Rosenheim anrücken. „Mit dem neuen Revier haben wir eine Lücke geschlossen und können unseren Verantwortungsbereich, der sich vom Chiemsee bis in die Zugspitzregion erstreckt, noch besser abdecken“, betont Polizeidirektor Ludger Otto, Leiter der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, der die hiesige Dienststelle unterstellt ist.

66 Beamte auf 475 Quadratmetern

Noch ist diese ein Provisorium. Noch sind nicht alle Beamten vor Ort. 66 werden es, darunter 15 Laufbahnabsolventen des mittleren und gehobenen Dienstes. Für ihn und auch Leitenden Polizeidirektor Uwe Landgrebe ein deutliches Signal dafür, welche Bedeutung Garmisch-Partenkirchen beigemessen wird. 475 Quadratmeter stehen den Einsatzkräften – die 66 entsprechen Landgrebe zufolge gut 70 Prozent des eigentlichen Stellenplans – nun in Containern zur Verfügung (wir berichteten). „Eine adäquate, gute Unterbringung, die unserem Bedarf gerecht wird“, findet Otto. 1,7 Millionen Euro wurden für diese Interimslösung auf dem Abrams-Areal ausgegeben.

Die Sicherheit im Landkreis ist Landrat Anton Speer und den Vertretern der Polizei (v. l.) Uwe Landgrebe, Hubert Hohenleitner, Manfred Maier, Thomas Haberger, Thomas Kirchleitner und (verdeckt) Pater Dr. Gabriel Wolf ein großes Anliegen.

Die Container sind für fünf Jahre angemietet. Mit der Option auf Verlängerung. Ludger Linnemann vom Bau- und Liegenschaftsmanagement der Bundespolizei zeigt sich aber zuversichtlich, dass diese nicht gezogen werden muss „und wir den Neubau in der Zeit schaffen“. Möglichst bis 2026 soll an der Brauhausstraße, ebenfalls auf dem früheren US-Gelände, für das mittlerweile die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zuständig ist, ein modernes Dienstgebäude errichtet werden. Wann damit begonnen wird, kann Linnemann nicht sagen. „Die Kostenberechnung ist etwas zu hoch ausgefallen, möglicherweise müssen wir deshalb ein anderes Bauverfahren wählen.“ Der vom Bund für derartige Vorhaben gesetzte Rahmen von sechs Millionen Euro soll schließlich nicht überschritten werden.

Rot-gelbes Kreuz: Unikat im Gemeinschaftsraum

Die räumliche Ausstattung entspricht in etwa dem, was die Beamten in den Containern vorfinden. Neben Empfangsbereich, Umkleiden, Büros und einem EDV-Raum gibt’s jeweils ein Zimmer für erkennungsdienstliche Maßnahmen, eines für Vernehmungen und eines für Durchsuchungen. Dazu kommt ein sogenannter sicherer Raum, ausgestattet mit einer Bank, einer Matratze und vergitterten Fenstern. Ein Gemeinschaftsraum komplettiert das Ganze. Den ziert seit dem kirchlichen Segen durch die Polizei-Seelsorger Pater Dr. Gabriel Wolf und Pfarrer Stefan Fratzscher ein Unikat. Ein rot-gelbes Kreuz, gefertigt von einem Glaskünstler aus dem Bayerischen Wald. Das Rot stehe für das Herzblut, mit dem die Kollegen ihren Dienst verrichten, erklärt Wolf. Das Gelb für die Sonne, „ein positives Vorzeichen“. Genau wie Dean Martins „King of the Road“, das das Bläserquintett des Münchner Bundespolizeiorchesters passend zur Eröffnung spielte.

Durch das neue Revier ist die Sicherheitslage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der immer häufiger von Schleusern und Drogenkurieren genutzt wird, noch einmal ein Stück besser. Trotzdem fehle noch ein Baustein, meint Kirchleitner mit Blick auf Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU). „Es wäre mir ein großes Anliegen, die Einführung einer Sicherheitswacht noch einmal zu überdenken.“ Mit diesem Anliegen hatte er als Chef der hiesigen Inspektion auf Granit gebissen. Und auch jetzt zeigt sich Koch, die über die bundespolizeiliche Verstärkung sehr glücklich ist, wenig überzeugt: „Ich bin kein Freund davon, hoheitliche Aufgaben auf Bürger zu übertragen.“ Sollte Kirchleitner erneut das Gespräch mit ihr suchen, „werde ich genau zuhören“.

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