Ein Mann hockt auf einer Rasenfläche.
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Belastungstest bestanden: Zur Freude von Stefan Dankel, Geschäftsführer der Opera GmbH & Co. KG in Kutzenhausen, ist der Rasen vor der Konzertmuschel im Michael-Ende-Kurpark sehr tragfähig.

Ein Zelt für den Kurpark

„Ich freue mich total“: Zuschauerbereich vor Konzertmuschel wird überdacht - 90.000 Euro Förderung vom Bund

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Unabhängig vom Wetter kann die Konzertmuschel im Michael-Ende-Kurpark künftig genutzt werden. Möglich macht das ein großes Zelt, für das der Kulturbeutel 90 000 Euro Bundesförderung erhält. Die Betriebskosten für das Konstrukt, das im Mai aufgebaut wird, übernimmt die Gemeinde.

  • Kulturbeutel steuert für das neue Kurpark-Zelt knapp 10.000 Euro bei.
  • Überdachung des Zuschauerbereichs muss gemäß der Förderrichtlinien zum 1. Juni stehen.
  • Zugtest hat ergeben, dass der Boden im Kurpark sehr tragfähig ist. Zur Verankerung reichen Erdnägel.

Garmisch-Partenkirchen – Markus Schneider strahlt. Übers ganze Gesicht. Wie dem Vorsitzenden des Kulturbeutels geht’s Sandra Debus. Das Gesicht der Fachkraft für Kultur im Garmisch-Partenkirchner Rathaus ziert ebenfalls ein breites Lachen. „Ich freue mich total“, betont Debus. Ihre Vorarbeit und akribische Recherche hat sich ausgezahlt. Das wird durch das Zelt, das noch im Mai über dem Zuschauerbereich vor der Konzertmuschel im Michael-Ende-Kurpark aufgebaut wird, sichtbar. Auf ihre Initiative hatte sich der Kulturbeutel um Mittel aus dem Fördertopf „Neustart Kultur“ beworben – mit Erfolg. „Wir bekommen den Höchstsatz“, sagt Schneider. 90.000 Euro, mit deren Hilfe der Traum von einer Überdachung der Freiluft-Spielstätte wahr wird. Knapp 10.000 Euro steuert der Verein noch bei, um das aus seiner Sicht perfekte Zelt zu bekommen.

Die Anschaffung ist aus den Bundes- und Eigenmitteln gedeckt. Nicht aber die Betriebskosten. 10.700 Euro veranschlagt Schneider dafür – „inklusive Versicherung“. Diese Summe wird aus dem Zuschuss geschultert, den der Markt dem Kulturbeutel gewährt. Aus der diesjährigen Sonderförderung fließen an den rührigen Verein, der seinem Publikum seit 1986 eine Mischung aus Kabarett, Comedy und Musik bietet, insgesamt 53.925 Euro. Diesen Betrag hat der Gemeinderat nun einstimmig abgesegnet – zur Freude der Zuhörer.

Gemeinderat unterstützt Engagement des Kulturbeutels

Neben den Betriebskosten für das Zelt werden davon auch Kosten für die Benefizveranstaltung ,,Lieder im Park“, Gagen, Gema-Gebühren, Werbung, Technik, Ticketagentur und weitere Kosten gestemmt, die heuer anfallen. Insbesondere die höhere Miete für den Festsaal Werdenfels führt Schneider hier an. Corona-bedingt „können wir aber nicht im U1 spielen“, verdeutlicht er das Dilemma. Das sehen auch die Mitglieder des Gemeinderats, die sich ohne Diskussion der Empfehlung der Verwaltung und des Kulturbeirats anschlossen. „Der Verein sucht in Zeiten der Corona-Pandemie nach kreativen Lösungen, um Kultur zu ermöglichen“, heißt es in der Beschlussvorlage. „Dieses Engagement ist positiv zu bewerten.“ Dazu kommt, dass der Verein die genehmigten Gelder nur abrufen wird, wenn die Kosten tatsächlich angefallen sind. So wurde es auch in der Vergangenheit schon gehandhabt.

Den Einsatz des Kulturbeutels bewertet auch Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) positiv: „Markus Schneider und sein Team sorgen dafür, dass wieder Leben im Kurpark einkehrt.“ Dem kann sich Debus nur anschließen. Nachdem es momentan so ausschaut, als wären Kulturveranstaltungen vor allem im Freien möglich, findet sie das Zelt ungemein wertvoll. Dieses muss Schneider zufolge gemäß den Förderrichtlinien spätestens am 1. Juni stehen. Für ihn ist mit dem Zuschuss auch die Verpflichtung verbunden, jedes Jahr ein Sommerprogramm auf die Beine zu stellen. „Unser Benefizveranstaltung ,Lieder im Park‘ steht dabei sicher im Mittelpunkt.“

Die neue Überdachung des Zuschauerbereichs wird im Mai errichtet.

Eine erste Untersuchung vor Ort hat ergeben, dass im Rasen vor der Konzertmuschel keine Betonfundamente erforderlich sind. „Wir haben einen Zugtest gemacht, der ergeben hat, dass der Boden sehr tragfähig ist“, bestätigt Stefan Dankel, Geschäftsführer der Opera GmbH & Co. KG in Kutzenhausen bei Augsburg. Somit wird das Zelt mit einer Spannweite von 18 mal 25 Metern in diesem Abschnitt mit so genannten Erdnägeln verankert. Wie es im Pflasterbereich vor der Bühne verankert wird, „überlegen wir gerade“.

Das Konstrukt steht jeweils ein halbes Jahr, dann holen Dankel und seine Mitarbeiter das Zelt wieder ab, reinigen es und lagern es professionell ein. „So hoffen wir, dass das Ganze möglichst lange hält“, sagt Schneider. Unterstützt werden die Kulturbeutel-Mitglieder beim Abbau von der Theatergruppe „Creme Frech“, der Musikkapelle Garmisch und Edi Schönach, der für „Musik im Park“ verantwortlich ist. Die Vertreter dieser drei Institutionen haben nach Schneiders Anfrage Interesse bekundet, die Überdachung ebenfalls zu nutzen. „Das können sie kostenfrei, wenn sie sich dafür mit Manpower einbringen.“

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