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Darum dreht sich die aktuelle Diskussion: die Leerstände an der Ludwig- und der Bahnhofstraße im Ortsteil Partenkirchen. Die Daten stammen von Ortsterminen am 14. Januar 2014.

Diskussion um Ortsteil

Leerstände in Partenkirchen? So schaut's aus!

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Garmisch-Partenkirchen - Wie soll’s mit der historischen Ludwigstraße weitergehen? Kontrovers wird schon die aktuelle Situation diskutiert. Eine Bestandsaufnahme über die Leerstände.

Leere Schaufenster und verlassene Geschäfte sehen Einheimische und Gäste häufiger, wenn sie durch die historische Ludwigstraße oder die Bahnhofstraße flanieren. Rund 25 Läden sind derzeit verwaist. Seit Samstag zählt auch jenes Haus an der Ludwigstraße dazu, in dem jahrelang der Tengelmann-Markt Kunden versorgte. Besonders für kleinere Geschäfte, so scheint es, wird es immer schwieriger, sich zu halten. Die Gründe sind vielfältig. Davon reden auch etliche Leute, die im Ortsteil Partenkirchen anzutreffen sind. Ihren Namen im Tagblatt lesen wollen aber nicht alle. Es fehle ein schlüssiges Konzept für die Ludwigstraße, meinen sie. Außerdem sei der Umgang der Eigentümer der Immobilien mit den Mietern sehr unterschiedlich. Während manche sich für die Geschäftsleute einsetzten, versuchten andere, ihren Aufwand möglichst gering zu halten. Dass die Mieten grundsätzlich zu hoch seien, glauben nicht viele. Dagegen sei die Größe der Ladenflächen teilweise ungünstig.

Einer, der offen über die Situation spricht, ist Wolf-Dietrich Beyer. „Alles verlagert sich nach Garmisch“, klagt der Optiker an der Bahnhofstraße. Und er ist nicht der einzige Geschäftsmann, der sich Sorgen um den Ortsteil macht. Maria Reindl, Verkäuferin in der Bäckerei Krätz an der Ludwigstraße, ist beunruhigt. Es fehle an Läden, die Lebensmittel, Drogerieartikel und Schreibwaren führen, meint sie. Vor allem für ältere Menschen seien die weiten Wege, die sie beim Einkauf inzwischen zu Fuß bewältigen müssen, ein Problem.

Nicht nur für die Alteingesessenen, auch für die Touristen scheint der Ortsteil unter dem Wank an Reiz zu verlieren. „Viele langjährige Gäste sind traurig darüber, was aus Partenkirchen geworden ist“, erzählt Monika Daske aus der Kaffeebörse. Für etliche Touristen sei er heute kein Anziehungspunkt mehr. „Bei uns kaufen zum Glück viele Einheimische und Schüler ein“, sagt Daske. Auch Beyer und Reindl sehen die Stammkundschaft als Rettungsanker fürs Geschäft.

Doch was muss passieren, um die Situation zu ändern? Reindl ist sich sicher: Mit attraktiveren Geschäften kämen wieder mehr Besucher in die Ludwigstraße. Beyer sieht die Lösung eher bei Gaststätten und Cafés.

Einen Lichtblick gibt es zumindest: Die früheren Pächter des „Minimarktes“ im örtlichen Klinikum, Brigitte und Hubert Kuger, möchten an der Ludwigstraße ein neues Café eröffnen. Die Planungen laufen, aber es gibt noch viel zu tun. „Wir hoffen, dass wir im Februar aufmachen können“, sagt Hubert Kuger und wagt eine vorsichtige Prognose. Er sieht viele Vorteile in der Ludwigstraße. „Sie ist traumhaft schön und viel traditioneller als Garmisch“, schwärmt er. Trotzdem blickt Kuger mit gemischten Gefühlen in die Zukunft: Zwar gebe es keine dermaßen große Konkurrenz wie im Ortsteil Garmisch, wo sich in der Fußgängerzone ein Café an das nächste reiht, doch die Ruhe könne auf die Dauer verheerend sein. „Wir wissen, dass die Ludwigstraße ein gefährliches Pflaster ist.“ Aber er freut sich schon auf die Eröffnung des Kuger’s. Und hofft, dass dieser Schritt andere Geschäftsleute dazu bewegt, sich dort niederzulassen.

Anna Berchtenbreiter und Isabella Klauser

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