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Die Qual der Wahl haben Josef Kümmerle (r.) und Peter Schwarz beim Hängen der Bilder.

Programm im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung

Ein Maler seiner Heimat: Werdenfels Museum zeigt Bilder von Carl Reiser

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Der neue Ausstellungsraum im Werdenfels Museum macht’s möglich: eine Sonderschau mit den großformatigen Bildern von Professor Carl Reiser. In Kooperation mit der Landesausstellung in Ettal zeigt das Garmisch-Partenkirchner Haus, wie die Natur den Künstler inspirierte.

Garmisch-Partenkirchen – Es ist eine Zitterpartie. Bis zum Schluss. Nicht nur wegen der Bauarbeiten, die auch bis zur Eröffnung der Schau über Professor Carl Reiser am Freitag, 4. Mai, noch lange nicht abgeschlossen sind. Die Sorge, dass dieser Termin in Verbindung mit der Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ im Werdenfels Museum nicht gehalten werden kann, war zwischenzeitlich groß. Dann die erlösende Nachricht aus dem Landratsamt: Die Vernissage wird stattfinden. Jetzt beschäftigt Museumsleiter Josef Kümmerle und seinen Mitarbeiter Peter Schwarz nur noch eine Frage: „Wie bringen wir alle Exponate unter“, sagt Kümmerle und lacht. Auch eine Zitterpartie. Aber keine, die bei ihm und Schwarz zu schlaflosen Nächten führt.

„Der schneidigen Fahrerin zur Erinnerung“ hat der Maler im Februar 1925 auf das Bild vom Skijöring geschrieben.

Die beiden Experten können für die Sonderausstellung „,Mit künstlerischem Gespür‘ – Natur und Kultur als künstlerische Inspiration“ aus dem Vollen schöpfen. Und bevölkern den neuen Raum im Museum an der Ludwigstraße im Ortsteil Partenkirchen mit eindrucksvollen Bergmotiven, Ortsansichten, wunderschönen Blumen-Stillleben und vielen Werdenfelser Charakterköpfen. „Wir hängen nicht chronologisch oder thematisch, sondern nach Schönheit“, erklärt Schwarz. Und weil die Wand auf der linken Seite der Brücke einen Farbtupfer vertragen konnte, findet sich dort ein bunter Strauß mit Sonnenblumen und Astern inmitten großformatiger Bilder, auf denen der schroffe Fels dominiert. „Die Waxensteine wirken fast blau“, sagt Kümmerle und deutet auf ein Exponat in der oberen Reihe. Ein spezieller Kunstgriff von Reiser. Genau wie sein Schnee, der sanft rosa-farben schimmert. „Der Wiedererkennungswert ist hoch“, meint der Museumsleiter. „Faszinierend.“

Nicht nur davon sind er und Schwarz begeistert. Auch von der Zeitreise, auf die sie sich anhand der Reiser-Bilder begeben können. Skijöring-Spektakel auf den Wiesen hinter der Olympiastraße, wo heute das Eisstadion steht, Eishockey-Spiele am Rießersee und auch unfertige Motive, eines beispielsweise mit der Eisenbahn im Vordergrund – sie alle zeugen von vergangenen Zeiten, dokumentieren die Historie des Landkreises. „Ungeheuer fleißig“ nennt Schwarz den „Maler aus Leidenschaft“, der 1877 als Sohn des königlich-bayerischen Posthalters Carl Reiser in Partenkirchen geboren wurde. „Es gibt niemanden, der unsere Region malerisch besser erfasst hat.“ Bereits 1906 bei einer Ausstellung im Münchner Glaspalast war der junge Mann euphorisch „als Berg- und Schneemaler“ gefeiert worden. Seine „Sternennacht unterm Wetterstein“, die für so viel Furore sorgte, findet sich nur im Katalog. Das Original haben der Grainauer und Kümmerle nicht aufgespürt. „Die Sterne glitzern richtig“, schwärmt Schwarz. Ein Eindruck, den man auch anhand des Fotos gewinnen kann.

Ländliche Idylle: der Floriansplatz mit dem verschneiten Zugspitzmassiv um 1929.

Reiser, der 1950 völlig unerwartet nach einem Gehirnschlag gestorben war, eine eigene Ausstellung zu widmen, hatte Kümmerle schon lange auf dem Schirm. Bisher scheiterte diese Idee immer am Platzangebot. Der neue Ausstellungsraum, der nach der offiziellen Eröffnung des sanierten und erweiterten Museums am 6. Juli auch über eine Brücke erkundet werden kann, machte es nun möglich. Etliche Werke kennen Besucher aus dem Garmisch-Partenkirchner Rathaus. Sie hängen normalerweise im zweiten Stock und im Sitzungssaal. „Der Markt besitzt viele Reiser-Bilder“, sagt Schwarz. Kein Wunder. Der Künstler, dem nach seinem Tod die Ehrenbürger-Würde verliehen wurde und nach dem eine Straße benannt ist, bezahlte damit teilweise seine Steuern.

Die Ausstellung

im Rahmen der Landesausstellung kann ab Freitag, 4. November, um 11 Uhr im Werdenfels Museum (Ludwigstraße 47) besichtigt werden. Barrierefrei zugänglich sind die Räume allerdings erst ab 6. Juli, wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind.

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