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Nach Petition: Regierung muss sich jetzt mit Ausbau der Werdenfelsbahn beschäftigen

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Von: Alexander Kraus

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Geht doch: Grünen-Politikerin Petra Daisenberger freut sich zusammen mit Markus Büchler, Mitglied des Landtags, über den Erfolg.
Geht doch: Grünen-Politikerin Petra Daisenberger freut sich zusammen mit Markus Büchler, Mitglied des Landtags, über den Erfolg. © privat

Ausbau der Werdenfelsbahn: Regierung muss sich mit Taktverdichtung beschäftigen

Landkreis – Damit haben selbst die Initiatoren nicht gerechnet: Der Ausschuss Bauen, Wohnen und Verkehr im Bayerischen Landtag hat die „Petition & Beschwerde über das Abstimmungsverhalten der Regierungsparteien und des Bayerischen Landtags am 21.07.2021 zum Halbstundentakt der Werdenfelsbahn“ an die Staatsregierung überwiesen. „Ein Riesenerfolg für die Petition zum Halbstundentakt der Werdenfelsbahn“, jubelt Petra Daisenberger. Dieser Beschluss hat zur Folge, dass sich die Staatsregierung nach dem negativen Bescheid vom vergangenen Jahr nun doch noch einmal mit dem Ausbau der Bahnstrecke München-Innsbruck beschäftigen wird.

„Ich bin total begeistert und mega überrascht“, gibt die Sprecherin des Aktionsbündnisses Werdenfelsbahn zu, die am Dienstagnachmittag die Debatte live im Maximilianeum in München verfolgte. Noch im Vorjahr war die Petition der SPD mit den Stimmen der CSU, Freien Wählern und der AfD abgewiesen worden. In Laufe der Diskussion bemerkte Daisenberger Erstaunliches: „Die Ablehnung war sofort raus. Es hat ein Umdenken stattgefunden, das hab ich rausgehört.“ Die Kreisrätin der Grünen räumt darüber hinaus ein, dass sie ganz perplex gewesen sei, als sich abzeichnete, dass die Debatte Fahrt in die richtige Richtung aufnahm: pro Halbstundentakt der Werdenfelsbahn.

323 Unterzeichner forcieren mit Petition den Druck

Das Ersuchen war vom Ortsverband Murnau & Umgebung der Grünen im Rahmen der Mobilitätswende an die Staatsregierung herangetragen worden. Eine Unterschriftenliste mit 323 Unterzeichnern forcierte den Druck. „Wir pochen auf die Umsetzung der seit 30 Jahren offenen Forderung“, verdeutlicht Daisenberger. Die Forderung nach einer Taktverdichtung ist der wichtigste Aspekt der Petition. Bestandteil des Schreibens ist auch der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke. „Hier muss aber differenziert werden“, betont Daisenberger. Denn die Zweigleisigkeit solle nur dort erfolgen, wo es notwendig und sinnvoll erscheint, dazu so naturverträglich wie nur möglich. „Das Murnauer Moos soll nicht in Mitleidenschaft gezogen werden“, verspricht die 52-Jährige.

Jetzt wird die Petition an die Staatsregierung „als Material“ überwiesen, der Ausschuss hat die Anfrage der Staatsregierung empfohlen. Daisenberger versucht, die Beschlussfassung zu deuten. Es gebe zunächst mal keinen Zeitdruck. „Aber: Die Strecke ist wieder drin.“ Es bestehe weiter die Möglichkeit, an der Modernisierung der Werdenfelsbahn zu arbeiten, die Landtagsabgeordneten der Grünen und der SPD hätten die Chance, den Stand der Dinge beim Halbstundentakt zu erfragen.

Darüber hinaus überlegt das Aktionsbündnis Werdenfelsbahn, ob eine Studie in Auftrag gegeben werden soll, die die Wirtschaftlichkeit der Strecke dokumentiert. Zumindest ein ganz großes Ziel haben die Initiatoren der Petition erreicht: Die generelle Ablehnung des Halbstundentakts wurde verhindert. „Das schlechte Signal, das letztes Jahr nach Berlin gesendet worden ist, ist weg“, freut sich Daisenberger. „Die Strecke lohnt sich. Wir werden ganz sicher nicht zulassen, dass weitere 30 Jahre vergehen, bis wir den Halbstundentakt in unseren Landkreis bekommen.“

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