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„Tolles Arbeitsklima und Miteinander“: Für Dr. Rolf Schipp ist es „ein Zuckerl“, Chef der Endogap-Klinik zu sein

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Von: Tanja Brinkmann

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Zwei, die sich gut verstehen: Dr. Christian Fulghum (l.) überreicht Dr. Rolf Schipp ein künstliches Hüftgelenk, quasi als Symbol für den Chefarztwechsel. Geschäftsführer Frank Niederbühl (M.) ist froh über die interne Lösung.
Zwei, die sich gut verstehen: Dr. Christian Fulghum (l.) überreicht Dr. Rolf Schipp ein künstliches Hüftgelenk, quasi als Symbol für den Chefarztwechsel. Geschäftsführer Frank Niederbühl (M.) ist froh über die interne Lösung. © Thomas Sehr

Kontinuität, daran liegt Dr. Rolf Schipp. Und an Qualität. Beides bleibt in der Endogap-Klinik mit ihm als neuem Chefarzt gewahrt. Der 52-Jährige ist wie seine Vorgänger ein Eigengewächs. Mit der Folge: Das bewährte Team besteht weiter und kümmert sich um den Ersatz von Hüft- sowie Kniegelenken.

Garmisch-Partenkirchen – Es passt. Das Miteinander im Team stimmt. Und auch mit Geschäftsführer Frank Niederbühl kommt Dr. Rolf Schipp klar. „Es ist wichtig, sich zu kennen, sich aufeinander verlassen zu können.“ Unter diesen Voraussetzungen hat er gerne zugesagt, die Nachfolge von Dr. Christian Fulghum als Chefarzt der Endogap-Klinik am Klinikum Garmisch-Partenkirchen anzutreten. Die Lücke, die sein Vorgänger hinterlässt, wird intern geschlossen. Die Mannschaft bleibt schließlich bestehen, es rücken nur ein paar nach. Das ist der Vorteil der flachen Hierarchie, an der auch Fulghum sehr lag. Nachdem einer aber den Hut aufhaben, als Ansprechpartner für die Krankenhausleitung fungieren muss, übernimmt nun der 52-Jährige diese Aufgabe.

Schon als Kind stand sein Berufswunsch fest. „Mich hat fasziniert, dass man mit den Händen Menschen reparieren kann“, sagt der gebürtige Heidenheimer. Lange blieb die Familie nicht in Baden-Württemberg. München, Schäftlarn und Japan waren Stationen, ehe Schipp drei, vier Jahre vor dem Abitur in ein Internat am Chiemsee kam. Übers Freiwillige Soziale Jahr, den Medizinertest und eine Wartezeit erhielt er schließlich einen Studienplatz in Leipzig. Daheim fühlte er sich allerdings in Bayern, weshalb er sich nach dem Abschluss an die Unfallklinik Murnau (UKM) bewarb. „Da habe ich meine Doktorarbeit gemacht.“ Um neben der Unfall- auch die Allgemeinchirurgie kennenzulernen, fing er 2002 an der Auenstraße an – und vertiefte sich in die Endoprothetik. „Ich wollte erst der große Allrounder werden“, erinnert er sich. „Mir hat dann aber gleich sehr gut gefallen, wie man hier in die Tiefe einsteigt.“ Kein Wunder, dass er nach einem kurzen Zwischenstopp am UKM, um seine Kenntnisse in der orthopädischen Unfallchirurgie zu vervollständigen, letztlich in genau dieser Abteilung hängen blieb. Dort herrschen „ein tolles Arbeitsklima und Miteinander“.

Über 50 Jahre Erfahrung mit künstlichen Hüften und Knien

Egal, ob Hüfte oder Knie – Schipp kann beides. „Das Spektrum bei uns ist so klein, da macht man alles.“ Auf andere Gelenke wollen sich er und seine Kollegen nicht zusätzlich spezialisieren. Aus Kapazitätsgründen. Und auch deshalb, weil es dafür an anderen Häusern bereits Experten gibt. Dem Endogap-Team ist vielmehr wichtig, seine Kernkompetenz – über 50 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet des künstlichen Ersatzes von Hüft- und Kniegelenken – weiter auszubauen. „Und das geht nur miteinander“, betont Schipp. „Einer allein kann’s nicht rocken.“ Der Vorteil: „Wir sind alle zusammen hier im Haus groß geworden, jeder kennt sich, seine Stärken und Schwächen.“ Dass die Mannschaft – dazu zählen auch die Leitenden Ärzte Dr. Michael Meier, Wolfgang Reng und Martin Hutter – trotz Fulghums Ausscheiden zusammenbleibt, die Kontinuität und Qualität gewahrt ist, findet er „total wichtig“. Dazu zählt er nicht nur die Mediziner, sondern ganz entscheidend die Schwestern und Pfleger. „Die kompensieren so viel mit ihrer guten Laune, das macht’s aus.“ Für Schipp ist’s „ein Zuckerl“, hier Chef zu sein.

Entspannung im Garten, auf dem eigenen Acker oder beim Kochen

Entspannung findet der Vater eines Sohnes daheim in Seehausen. Im Garten, wenn er dort werkelt oder einfach dasitzt. Am Staffelsee oder auf dem Radl. „Es ist schön, gleich vom Haus aus, losfahren zu können und das Auto stehen zu lassen.“ Auch das bedeutet für ihn und seine Frau, die am UKM arbeitet, Erholung. Der eigene Acker, auf dem er Gemüse anbaut, ist ein weiterer Ort, an dem der Chirurg Kraft tankt. „Wenn ich da eine halbe Stunde abtauche, bedeutet das sofortige Entspannung.“ Die Ernte landet daheim gleich im Kochtopf, ein weiteres Hobby von Schipp. Mediterrane oder asiatische Rezepte – „mit viel Gemüse“ – probiert er mit großer Begeisterung aus. All das ist für ihn „Lebensqualität“. Genau wie das Privileg, eine Arbeit zu machen, die ihn ausfüllt.

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