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Über die Festnahme der fünf albanischen Serieneinbrecher informieren (v.l.) Erster Kriminalhauptkommissar Bernhard Gollinger (Kripo Traunstein), Hansjörg Mayr (Staatsanwaltschaft Innsbruck), Helmut Tomac (Landespolizeidirektor), Dr. Christoph Hundertpfund und Manfred Spitzl (Landeskriminalamt Tirol) bei der Presserkonferenz in Innsbruck.

Internationale Zusammenarbeit führte zum Erfolg

Bergbahn-Einbrecher auf frischer Tat gefasst

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Innsbruck/Landkreis - Zahlreiche Bergbahnen, darunter auch vier im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, sind 2016 Ziel einer überregional agierenden Einbrecherbande geworden. Um ihnen auf die Spur zu kommen, ermittelte die Polizei grenzübergreifend. Mit Erfolg: Beamten des Landeskriminalamtes Tirol gelang nun die Festnahme von fünf Albanern.

Hochprofessionell und vor allem äußerst rabiat – so sind die Einbrecher vorgegangen, die im Sommer und Herbst 2016 auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ihr Unwesen trieben. Vor allem auf die Wochenend-Einnahmen von Bergbahnen hatten sie es abgesehen und waren deshalb in die Talstationen am Laber und Kolben in Oberammergau, am Kreuzeck in Garmisch-Partenkirchen sowie die derEibsee-Seilbahn in Grainau eingedrungen. Und zwar unter massiver Gewalteinwirkung. Der Sachschaden, den sie angerichtet haben, war gewaltig, die Beute fiel hingehen vergleichsweise gering aus. Um den Tätern, die im selben Zeitraum weitere bayerische und österreichische Anlagen heimgesucht hatten, auf die Spur zu kommen, richtete die Polizei eine Ermittlungsgruppe bei der Kripo Traunstein ein, die eng mit Kollegen aus dem Nachbarland zusammenarbeitete.

Mit Erfolg: „Die internationale Zusammenarbeit führte nun zur Festnahme von fünf albanischen Staatsangehörigen“, betont Andreas Guske, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim. Die drei Männer und zwei Frauen im Alter von 21 bis 39 Jahren wurden quasi auf frischer Tat ertappt – bei Einbrüchen im Skigebiet Zauchensee im Salzburger Land. „Die Täter waren ,gut getarnt‘ mit einem weißen Wohnmobil und einem Pkw mit italienischer Zulassung unterwegs“, beschreibt Guske das Vorgehen der Bande.

Ist die Gruppe für Einbrücke im Landkreis verantwortlich? DNA-Vergleich ergab Übereinstimmungen

Aufgrund der Spurenlage gehen die Ermittler davon aus, dass das Quintett auch für die Taten im Landkreis verantwortlich ist. Offenbar gehören die fünf zu einer hochprofessionellen kriminellen Vereinigung, die auf Serieneinbrüche in Bergbahnen, Hotels und Wohnhäuser spezialisiert ist. Ein Vergleich ihrer DNA mit der, die an den verschiedenen Tatorten sichergestellt wurde, ergab Übereinstimmungen. Eine konnte bereits einem der Verdächtigen zugeordnet werden. „Außerdem waren die Vorgehen in Berchtesgaden und Garmisch-Partenkirchen sehr ähnlich“, erklärt Guske. „Der vollständige Spurenabgleich wird aufgrund der zahlreichen im Raum stehenden Taten aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“

Auch wenn’s noch dauert, Peter Huber ist schon jetzt froh, dass diesen fünf das Handwerk gelegt wurde. „Es ist beruhigend, dass die Serie nun ein Ende hat“, sagt der Technische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Zweimal wurde sein Unternehmen Opfer der Bande. Ende August richteten die Täter in der Talstation der Kreuzeckbahn enormen Schaden an – mit Werkzeug, das sie zuvor aus einer Hütte nahe der Kampenwandbahn im Chiemgau gestohlen hatten. Viel Beute machten sie dort nicht, demolierten aber Türen und zwei Tresore. Beziffern mag Huber den Schaden nicht. Auch nicht den, der wenige Tage später entstand, als die Einbrecher in der Talstation der Eibsee-Seilbahn Schaltkästen und mehr zerstörten. „Außergewöhnlich war in diesem Fall die absichtliche Beschädigung der technischen Einrichtung, die keinerlei Nutzen in Bezug auf das Erlangen von Bargeld hatte“, erinnert sich Guske. Die Folge dieser Zerstörungswut: „Die Bahn konnte einen Tag nicht fahren“, unterstreicht Huber.

Für ihn und die betroffenen Kollegen war nach diesen Einbrüchen klar, dass sie ihre Sicherheits- und Überwachungssysteme genau unter die Lupe nehmen. „Auch um so etwas künftig zu verhindern“, sagt der BZB-Chef. Dem kann sich Hermann Zimmermann, stellvertretender Betriebsleiter der Laberbahn, nur anschließen. Auch er „ist froh, dass die geschnappt wurden“. Bewegungsmelder und Kameras wurden nach dem Einbruch in der Oberammergauer Anlage installiert.

In dem Zeitraum, in dem in den Bergbahnen eingebrochen wurde, kam es unter anderem im Wellenberg und in der Rheumaklinik in Oberammergau sowie in der Schaukäserei in Ettal zu ähnlichen Taten. Ob die ebenfalls den Albanern zugeordnet werden können, muss Guske zufolge noch geprüft werden.

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