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Im Gleichschritt „Marsch!“: Ein Teil des Partenkirchner Trommlerzugs, der aktuell 23 Mitglieder zählt. 

Hunderte Zuschauer genießen das bunte Treiben

Eindrucksvoller Rückblick auf 125 Jahre: Trommlerzug Partenkirchen organisiert großen Festzug

Beim Umzug zu Ehren des Partenkirchner Trommlerzuges, der im Rahmen der Festwoche auf sein 125-jähriges Bestehen zurückblickte gab es ein Traumwetter. Eindrücke in Text und Bildern.

Garmisch-Partenkirchen – Ein Jubiläum ist allemal Anlass, Rückschau zu halten auf vergangene Zeiten. Das taten darum auch die 125 Jahre jung gebliebenen Partenkirchner Trommler mit ihrem gestrigen Festzug. Dabei gaben sich vor vielen hundert Zuschauern nicht nur neun prächtig erschallende Trommlerzüge die Ehre. Auch sieben Musikkapellen marschierten durch die Ludwig- und Münchner Straße zum Festzelt am Schützenhaus. Zehn Motivwagen erzählten von den guten alten, zum Teil aber auch schlechten Zeiten. Alle wurden gezogen von prächtig aufgezäumten und geschmückten Rössern; zwei Vierer- sowie ein wunderschöner Sechserzug sorgten für Sonderbeifall der Zuschauer.

Nach den drei eleganten Vorreiterinnen auf prachtvollen schwarzen Kaltblütern marschierten in Begleitung der fahnenschwingenden Vereine-Delegationen die Ehrengäste, gefolgt von den Kapellen und Trommlerzügen – als da waren die Garmischer und die Krüner, die Grainauer und sogar Tiroler aus Nassereith, die Farchanter, Mittenwalder, Oberauer und Wallgauer, jene aus Eschenlohe sowie der immer wieder eindrucksvolle Mittenwalder Spielmannszug und – wie sich das gehört – zum Finale die Partenkirchner Kapelle mit dem Jubiläums-Trommlerzug. 

125 Jahre Trommlerzug Partenkirchen - die Bilder vom Festzug

Dazwischen erfreuten die vielen blumengeschmückten Motivwagen, die man zum Teil schon beim Landesausstellungs-Festzug an Pfingsten hatte bewundern dürfen, die Schaulustigen. Nach dem riesigen Trommler-Signet kam schon zum Auftakt die traurige Szene mit dem letzten Pesttoten von Partenkirchen. Anno 1634 soll es gewesen sein, als ein junger Hirtenbua an einem Sonntag auf einem Fauken-Brückerl tot zusammenbrach: Diese triste Szene wurde auf dem Wagen eindrucksvoll realistisch dargestellt. Damit nicht genug, kamen anschließend zwei weitere an schlimme Zeiten gemahnende Szenerien: Die alte barocke Kirche von Partenkirchen, die am 5. Dezember 1865 beim großen Marktbrand ein Raub der Flammen wurde, und danach diese Katastrophe selbst mit noch rauchender Ruine des Posthotels und des Gasthofs Rassen, doch unversehrt dazwischen das jetzige Heimatmuseum. Männer der Bergwacht sah man sodann beim mühevollen Aufstellen des riesigen Zugspitzkreuzes im Jahr 1892, die Trachtler präsentierten das 1895 errichtete Ludwigs-Denkmal in den St.-Anton-Anlagen sowie ein in allen Details gebautes Modell des Schachenschlosses (errichtet 1872). Reine Freude verbreitete schließlich der riesige Wagen der Königlich privilegierten Partenkirchner Schützen, die an ihren Ständen so ernsthaft ballerten, als sei das Königschießen angesagt.

Fröhlich wirkten die weiteren Gruppen – auch wenn sie harten Sport und schwere Arbeit zu bewältigen hatten: Die Fingerhakler samt Almhütte mit einigen hart ziehenden Mandern sowie eine große Schar von Wiesmahd-Leuten, Frauen und Männer mit ein paar Goaß’n. Mit großer Besetzung an Frauen, Männern und Kindern gab der Volkstrachtenverein „Werdenfelser Heimat“ das Finale, doch halt – dessen Hauslieferant, nämlich die Ettaler Klosterbrauerei mit ihrem mächtigen Fasswagen kam vielversprechend ganz am Schluss, schließlich war ja deren Bierzelt ohnehin das ersehnte Ziel des Festzugs.

Wolfgang Kaiser

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