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Vertragsunterzeichnung für die „Local Information App“: (v. v. l.) Laura Erben, Landrat Anton Speer, Fritjof Knier sowie (h. v. l.) Sabine Schürlein (Caritas), Charlotte Klute (SkF) und Daniel Erschens, stellvertretender Leiter des Jugendamts.

Smartphone als Schlüssel zur Integration

Das Handy als Hilfe! Diese App soll Asylbewerbern den Alltag erleichtern

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Fast alle Asylbewerber haben Smartphones. Deshalb wird auf diesem Weg nun probiert, die Integration zu fördern. Das Landratsamt hat die neue App „Integreat“ vorgestellt.

Garmisch-Partenkirchen – Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wird künftig die Integration über eine Handy-App gefördert. Sie heißt „Integreat“ und soll den neuen Alltag der Migranten erleichtern. Mit der Anwendung können mit wenigen Klicks die wichtigsten Informationen rund um den Landkreis abgerufen werden. Landrat Anton Speer unterzeichnete hierzu eine Vereinbarung zwischen dem Landkreis und der Firma „Tür an Tür – Digital Factory gGmbH“ aus Augsburg. Hierfür reiste extra der Geschäftsführer Fritjof Knier nach Garmisch-Partenkirchen. „Es ist ein wichtiger Schritt, um die Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen“, sagt Speer.

Das digitale Nachschlagewerk gibt einen Überblick über sämtliche Anlaufstellen und Ansprechpartner in der Region. Informiert wird beispielsweise darüber, wo Zeugnisse anerkannt werden oder wo sich die nächste Arztpraxis befindet. Zudem gibt’s Hinweise auf Veranstaltungen „wie die Zukunftsmesse, die ganz wichtig ist“, betont der Landrat. Denn an diesem Berufsfindungstag können Schüler der Berufsintegrationsklasse aus Garmisch-Partenkirchen teilnehmen. Diese speziellen Gruppen für Flüchtlinge und Asylbewerber in der Berufsschule werden momentan von Menschen aus 53 Nationen besucht. Auch sie wird die App künftig unterstützen. Mit den fünf vorprogrammierten Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Persisch würden „rund zwei Drittel der Schüler sprachlich abgedeckt werden“, betont Speer. Das ist Knier sehr wichtig. „Die Sprache ist der Schlüssel.“ Das Programm kann dabei in die Sprachen übersetzt werden, die für die Neubürger im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sinnvoll sind. „Wichtig sind da vor allem die afrikanischen“, bestätigt Laura Erben, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte. Denn Afrikaner würden einen großen Teil der Asylbewerber ausmachen. Die „Tür an Tür“-gGmbH arbeitet mit professionellen Dolmetschern zusammen, die die App entsprechend übersetzen.

Lediglich das Berufs-Tool, das zu einem digitalen Portal für Stellenangebote führt, wird nicht übersetzt. „Wenn jemand ein Praktikum oder eine feste Arbeit sucht, sind minimale Kenntnisse in Deutsch eine Grundvoraussetzung“, sagt Knier. Sprich, wer nicht mal die entsprechenden Funktionen in der App auf Deutsch versteht, sollte dringend seine deutschen Sprachkenntnisse verbessern, ehe er sich auf dem Arbeitsmarkt umsieht. Die App zeigt deshalb auch, „wo es Deutsch-Kurse und entsprechende Lehrer vor Ort gibt“, erklärt Knier.

Welche Funktionen und Informationen die Anwendung zudem haben wird, kann das Landratsamt selbst entscheiden. „Das Programm wird je nach Wunsch individuell gestaltet und den Bedürfnissen des Kreises angepasst“, sagt der „Tür an Tür“-Geschäftsführer. Finanziert wird das Programm vom Landkreis in Kooperation mit der Caritas, dem Kreisjugendring (KJR) und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). 250 Euro kostet es monatlich. Der Bevölkerung steht die App ab sofort kostenlos zur Verfügung und sie ist auch ohne Internet voll funktionsfähig. „Viele Asylbewerber haben nämlich keinen Handyvertrag und damit auch kein mobiles Datenvolumen“, erklärt Knier. Das Gerät an sich haben aber die meisten, weshalb sich das Landratsamt auch für eine Smartphone-App, statt für Papier entschieden hat.

„Die meisten nehmen die Smartphones aus ihrem Heimatland mit“, erklärt Sabine Schürlein von der Asyl-Sozialberatung des Caritas-Zentrums in Garmisch-Partenkirchen. In Afrika beispielsweise boomt der Markt an Billig-Handys geradezu. Auf dem ersten Blick ähneln sie den bekannten Modellen großer Firmen, doch sie haben weniger Leistung und schlechtere Kameras. Dies mache den niedrigeren Preis möglich und somit die Geräte auch in diesen Ländern bezahlbar. Nicht selten allerdings lösen Asylbewerber mit Handys Misstrauen und Vorurteile aus.

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