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Sebastian Kramer hofft auf Unterstützung von Politik und Verbänden.

Das Allgäu als Vorbild

Eine Dachmarke für die Zugspitz Region

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Gemeinsam stark: Die Zugspitz Region plant, eine Dachmarke für den gesamten Landkreis zu entwickeln. Ein umfangreiches Vorhaben, für das nun ein Zuschuss von Leader befürwortet wurde.

Landkreis – Das Allgäu macht’s vor. Die Tourismusregion hat ihre Kräfte gebündelt und sich eine Dachmarke gegeben. Ein wegweisender Schritt, der sich inzwischen auszahlt. „Die Übernachtungen sind um zehn Prozent gestiegen“, sagte Leader-Koordinator Ethelbert Babl in der Sitzung der LAG Zugspitz Region. Schönheit allein, das reicht nicht mehr. Nicht in einer medial-geprägten Zeit, in der Destinationen mit anderen auf der ganzen Welt konkurrieren. „Man muss sich positionieren.“ Genau das hat die Zugspitz Region nun vor und möchte dem Allgäu nacheifern. Die GmbH plant, eine einheitliche Dachmarke für den gesamten Landkreis zu entwickeln. Das Ziel ist klar definiert: überregional nicht mehr mit den Einzelregionen zu werben, sondern als großes Ganzes.

Ein ehrgeiziges, aber innovatives Vorhaben. Zwar gibt es Zusammenschlüsse auf Gemeinde- oder Talschaftsebene, die allerdings für einen nachhaltigen Erfolg oftmals zu kleinteilig sind, heißt es in der Projektbeschreibung. Doch es fehlt eine Marke, die sich nicht nur auf den Tourismus konzentriert, sondern auch Standortmarketing und Regionalvermarktung impliziert. Dazu soll das vorhandene Layout und Logo der Marke Zugspitz Region mit Inhalten und Werten gefüllt werden, erklärte der GmbH-Geschäftsführer und Wirtschaftsförderer des Landkreises Sebastian Kramer. Heißt: Ziel ist es, nachhaltige Strukturen in einem „Blumenstrauß“ an Bereichen wie Gesundheit, Leben und Arbeiten, Landwirtschaft oder Wirtschaft aufzubauen. Einzubindende Partner wären beispielsweise Tourismusverbände, regionale Produzenten, Bauernverband, der deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und der Verein zum Erhalt des Murnau-Werdenfelser Rindes.

Um dieses Projekt zu realisieren, hofft Kramer auf die volle Unterstützung der Politik, der Wirtschaft und den Verbänden. „Das ist die Voraussetzung.“ Erste positive Signale konnte er in der Sitzung bereits empfangen. Denn für das Vorhaben mit Gesamtkosten von 347 000 Euro gibt es einen satten Zuschuss durch Leader. Das Entscheidungsgremium befürwortete einstimmig die beantragte Finanzspritze von rund 171 000 Euro. Für die Genehmigung ist nun das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kempten zuständig.

Vollzeitstelle soll geschaffen werden

Eine, die vor ihrem Votum noch Bedenken äußerte, war Christl Freier. Die Grünen-Politikerin musste angesichts der Kosten schlucken. „Brauchen Sie Leader dafür? Ich find’s teuer“, merkte sie in Richtung Kramer an. Der könnte durchaus auf den Zuschuss verzichten. Dass allerdings hätte zur Folge, dass die Kosten dann auf die Gemeinden umgelegt werden müssten. Und das bei einem Projekt, das Vorteile für den ganzen Landkreis habe. Ebenfalls umstritten war die Einstellung eines Dachmarken-Managers in Vollzeit. Daran gibt es für Kramer nicht viel zu rütteln. Im Allgäu sind ihm zufolge sogar eineinhalb Stellen geschaffen worden, die sich mit dem Thema beschäftigen. Außerdem gehört zum Aufgabengebiet, sich gleichzeitig um die Regionalvermarktung zu kümmern. Der Manager „wird mit Sicherheit ausgelastet sein“, betonte der Geschäftsführer und bekam Zuspruch vom Leader-Koordinator.

Kramer ist absolut überzeugt von der Idee. Zumal der Landkreis viel Vermarktungspotenzial hat. Die Passionsspiele, Schloss Linderhof, die Zugspitze oder den Blauen Reiter, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Das Gute daran: „Wir starten nicht bei Null.“ Die Basis ist in den vergangenen Jahren geschaffen worden. Die zeitlichen Abläufe für die Zukunft stehen ebenfalls fest. Auf drei Jahre ist das Projekt angelegt. Beginn: 1. Juli 2017. Dann startet die Entwicklung der Markenstrategie – angefangen von der Analyse der Ausgangslage bis hin zu Workshops mit den verschiedenen Bereichen, um Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten und Zielgruppen zu bestimmen. Ab 2018 liegt der Fokus darauf, Maßnahmen zu ergreifen, die die Bekanntheit steigern, während im Jahr darauf die Teilbereiche regelmäßig die Kriterien ihrer Produkte und Dienstleistungen überprüfen.

Als „Riesen-Chance“ bezeichnete Babl das Projekt. Auch die Tourismusbeiräte der verschiedenen Talschaften stehen dahinter, wie Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) verdeutlichte. Er ist ein klarer Befürworter der Dachmarke, vor allem vor dem Hintergrund, dass in der Region ohnehin „Nachholbedarf zur Konkurrenz“ herrsche. Denn auch diese schläft nicht.

Ziele des Projekts:

  •  Das Layout und das Logo der Marke Zugspitz Region sollen mit Inhalten und Werten gefüllt werden. Es muss mit den Beteiligten ein Konsens über zu vermittelnde Werte gefunden werden.
  • Zunächst müssen die wichtigsten Beteiligten aus Tourismus, Wirtschaft, Gesundheit, lokale Produzenten zusammengerufen werde, um mögliche Projektpartner auszumachen. 
  • Außerdem soll ermittelt werden, was die Vorteile der Marke für alle Beteiligten sind (höhere zu erzielende Preise, besseres Marketing, höherer Bekanntheitsgrad). 
  • Regionalvermarktung: Schutz von regionalen Erzeugnissen und attraktiver Verkauf über die Dachmarke. -Erreichung von Akzeptanz und hohem Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung.
  • Nutzung zum Standortmarketing des Landkreises zur Ansiedelung von Unternehmen und Gewinnung von qualifizierten Arbeitskräften.

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