Ein Pfarrer steht neben einem Mann, der breit lächelt und eine Urkunde in der Hand hält.
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Zu seinem 40. Priesterjubiläum im Juli 2013 überrascht der damalige Bürgermeister Thomas Schmid den Pfarrer mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde.

Feiern konnte der Pfarrer nicht - „Zum Glück gibt es Telefon“

Pfarrer Sand wird 85: Eine Stütze im Pfarrverband Partenkirchen

  • Tanja Brinkmann
    vonTanja Brinkmann
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Gesundheit und die Rückkehr zur Normalität – das sind Pfarrer Franz Sands größte Wünsche fürs neue Lebensjahr. Der Partenkirchner feierte in dieser Woche seinen 85. Geburtstag. Noch immer ist der Ehrenbürger und Seelsorger im Ruhestand äußerst aktiv – im Pfarrverband und bei seinen Hobbys.

Garmisch-Partenkirchen – Die Kontakte, zu Angehörigen, zu Freunden und zu den Gläubigen, die vermisst Pfarrer Franz Sand besonders. Kein Wunder also, dass sich der Seelsorger im Ruhestand für sein neues Lebensjahr wieder „normale Verhältnisse“ wünscht. Gerade in dieser Woche, in der er seinen 85. Geburtstag feiern durfte, wurde dem gebürtigen Partenkirchner schmerzlich bewusst, wie sehr man sich momentan coronabedingt einschränken muss. „Feiern konnte ich nicht, zum Glück gibt’s Telefon“, sagt er. So erreichten ihn die zahlreichen Gratulanten und so hält er Kontakt – zu seinem Freundeskreis in München etwa, wo er elf Jahre als Pfarrer wirkte, und zu seiner Schwester im Oberfränkischen.

Sand will freilich nicht klagen. Gesundheitlich geht’s ihm gut – „zum Glück“. Deshalb kann er sich weiter bei seinen Spaziergängen an der Natur erfreuen. Und an den Aufgaben, die er nach wie vor im Pfarrverband Partenkirchen übernimmt. „So komm’ ich ein bisserl raus, unter die Leute.“ Das ist ihm wichtig, er könnte sich gar nicht aufs Altenteil zurückziehen und die Hände in den Schoß legen. Die Gläubigen wissen’s zu schätzen, und auch Dekan Andreas Lackermeier ist froh über die Unterstützung.

Pfarrer Sand: Ehrenbürgerwürde zum 40. Priesterjubiläum

„Er bindet mich ganz nett ein“, bestätigt Sand. Die beiden Geistlichen kennen sich seit Jahren. Als der 85-Jährige noch Pfarrer im Ortsteil Garmisch war, kam Lackermeier als Kaplan zu ihm. Zwei Jahre lang arbeiteten sie eng zusammen. Er habe Sand viel zu verdanken, betont Lackermeier. „Seinen Weihespruch ,Dienet dem Herrn mit Freude‘ hat er in all den Jahren großartig umgesetzt.“

Eines von vielen Hobbys ist für Pfarrer i.R. Franz Sand die Kalligraphie, die künstlerische Schönschrift, die ihm auch beim Verfassen der Familienchronik nützt.

Mit ein Grund, warum Sand zu seinem 40. Priesterjubiläum im Juli 2013 die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen verliehen wurde. „Der Markt spricht Ihnen seinen außerordentlichen Dank und seine Anerkennung für Ihre nachhaltig herausragenden Verdienste aus“, verdeutlichte der damalige Bürgermeister Thomas Schmid bei der Urkunden-Überreichung. Pfarrer Sand erhalte die Ehrung „außerdem für sein bürgerschaftliches Engagement zugunsten des gesamten Ortes: Als Seelsorger sowie durch seine weit über die Ortsgrenzen hinaus gelebte Solidarität und Identifikation mit seiner Heimat trägt er einen maßgeblichen Anteil am Ansehen von Garmisch-Partenkirchen“. Damals war Sand der einzige lebende Ehrenbürger. Nach ihm erhielten die Wintersport-Stars Laura Dahlmeier, Rosi Mittermaier und Christian Neureuther sowie Alfred Heinle, der Gründer der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe, ebenfalls diese Auszeichnung.

Wichtiger als Ehrungen: der Dienst am Nächsten

Wichtiger als alle Ehrungen ist dem Seelsorger, der zunächst als Schlossergeselle im elterlichen Betrieb an der Pfarrgasse gearbeitet hatte und der 1963 ins Spätberufenenseminar Stams bei Innsbruck eintrat, der Dienst am Nächsten. Doch auch da macht ihm die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Seine Aufgabe als Seelsorger im Lenzheim, wo er mit den Senioren auch Gottesdienste feierte, musste er Ende 2020 wegen der strengen Hygiene-Auflagen aufgeben. Zu seinem Bedauern. „Corona macht mir Schwierigkeiten“, sagt er. Damit spielt er nicht nur auf seinen Abschied aus dem Altenheim an. Auch die leidigen Masken plagen ihn. „Ich höre schlecht und bin Brillenträger.“ Beim Auf- und Absetzen des Mund- und Nasenschutzes bleibt er aber gern am Hörgerät oder an der Brille hängen. Lästig, findet Sand. Gerade bei Gottesdiensten.

Der Pfarrer im (Un)Ruhestand hat aber trotz der coronabedingten Einschränkungen viel zu tun. „Ich bin am Aufräumen, man weiß schließlich nie, wann einem die Stunde schlägt.“ Außerdem arbeitet der passionierte Kalligraph, der sich der künstlerischen Schönschrift verschrieben hat, an seiner Familienchronik. „Da können meine Nichten und Neffen dann alles nachlesen.“ Und die Natur in seiner Werdenfelser Heimat, der gehört seine große Liebe. Um diese noch lange bei seinen Spaziergängen genießen zu können, bleibt sein größter Wunsch fürs neue Lebensjahr: Gesundheit.

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