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Die gigantische Villa im Ortsteil Garmisch soll 18 Millionen Euro kosten.

Eins von Deutschlands teuersten Häusern steht in Garmisch-Partenkirchen

Luxus pur für 18 Millionen Euro

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Absoluter Komfort erwartet Interessenten in der „Villa Glory“ in Garmisch-Partenkirchen. Experten zufolge passen aber die Lage mitten im Wohngebiet und das noble Objekt nicht zusammen. Deshalb ist fraglich, ob es für horrendes Geld verkauft werden kann.

Garmisch-Partenkirchen – 18 Millionen Euro – damit ist die Villa, die im Internet als „Masterpiece“, als Meisterstück, angepriesen wird, wohl das exklusivste Einfamilienhaus, das jemals offiziell in Garmisch-Partenkirchen angeboten wurde. „Auf alle Fälle ist es seit Jahren das teuerste Objekt“, bestätigt Ralf Schatto, Lizenzinhaber von „Engel & Völkers“. Den Markt vor Ort kennt er aus seiner langen Erfahrung, vor allem den hochpreisigen. „Einfamilienhäuser im Top-Segment verkaufen wir ansonsten für drei bis dreieinhalb Millionen Euro.“ Alle zwei, drei Jahre lande ein solches Anwesen auf seinem Tisch. Um es in neue Hände zu geben, „dauert es meist circa ein Jahr“.

Der Villa im Ortsteil Garmisch räumt er wenig Chancen ein, tatsächlich für 18 Millionen Euro an den Mann oder die Frau gebracht zu werden. „Das Ganze passt nicht in den Ort“, meint er. Ein Haus in dieser Kategorie erwarte man eher am Starnberger See oder gleich in Florida. Wahrscheinlich hat auch der Bauherr, dem Vernehmen nach einer der reichsten Männer der Ukraine, schnell gemerkt, dass seine Ansprüche und die Lage mitten im Wohngebiet nur schwer in Einklang zu bringen sind. Eingezogen ist er nämlich nie in seine Traumvilla, die 2011 fertiggestellt wurde. Stattdessen schuf er sich und seiner Familie in einem Schweizer Nobelort ein Feriendomizil – nach seinem Gusto, aber vermutlich in privaterer Atmosphäre.

Sein Garmisch-Partenkirchner Haus steht auf einem Grundstück, das 3679 Quadratmeter misst. Schatto kennt das Areal, schließlich hatte er es dem Ukrainer verkauft „Wir haben auch die Bauphase begleitet“, erinnert er sich. Das Ergebnis ist vom Feinsten. „Da wurde wahrlich nicht gekleckert“, bestätigt der Immobilien-Experte. „Er wollte eben großzügig leben.“ Problematisch sei jedoch, wo man auf diesem Gelände Bedienstete unterbringen kann.

1527 Quadratmeter Wohnfläche stehen dem künftigen Besitzer zur Verfügung – aufgeteilt in 15 Zimmer, davon 6 Schlaf- und 6 Badezimmer. Die Ausstattung: äußerst hochwertig. Bei ImmobilenScout24 ist von einem Aufzug in alle Etagen, einem offenen Kamin, einem Wellnessbereich mit Pool und Dampfbad, Mobiliar von – unter anderem – Cavalli und Fendi, Videoüberwachung im gesamten Haus und einer Tiefgarage für neun Fahrzeuge die Rede. „Das im modern interpretierten neoklassizistischen Stil erbaute Anwesen der Superlative, präsentiert sich von außen eher ,bescheiden‘ und fügt sich harmonisch in die wunderbare Garmischer Landschaft und die privilegierte Nachbarschaft ein“, wird da für die „Villa Glory“ geworben. „Seine tatsächliche Größe und sein atemberaubender Luxus offenbaren sich dem Betrachter erst im Inneren auf über 2300 Quadratmetern Wohn-/Nutzfläche“, heißt es weiter. „Wie auf einer Luxusjacht wurden hier nur die edelsten Materialien in höchster Qualität verbaut.“

Nachdem das Ganze sehr individuell gestaltet wurde, genau auf den Geschmack der Ukrainer abgestimmt, vermutet auch Florian Fischer, Immobilien-Experte bei der VR-Bank Werdenfels, „dass es schwierig wird, dieses Objekt auf dem freien Markt loszuwerden“. Die Lage entspreche nicht dem, was sich Käufer, die ein Haus in dieser Größenordnung suchen, vorstellen. Ein Blick auf ImmobilienScout24 zeigt, dass deutschlandweit elf Anwesen ab zwölf Millionen Euro zu haben sind. Diese liegen vor allem im Großraum München, in Potsdam und in Berlin. Auch Max Fink, Fischers Kollege von der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen, kann sich nicht vorstellen, dass die Villa schnell einen Interessenten findet. Wie der extrem hohe Preis zustande kommt, ist ihm schleierhaft. „Wahrscheinlich will der Eigentümer sein verbautes Geld wieder haben“, vermutet Fink. Diesen Hintergrund kann sich auch Schatto vorstellen. Was bleibt, ist die Diskrepanz zwischen Lage, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie im Ort und dem Nobel-Objekt. Einem, das besser in die Schweiz, nach Marbella an die Cote d’Azur oder in ein anderes Luxus-Ziel passt.

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