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Damit könnte bald Schluss sein: (v. l.) Stella Heiß, Andrea Schöpp und Corinna Scholz beim Curlen in Halle III.

Einstimmiger Beschluss des Verwaltungsrats

Curler sollen 25.000 Euro zahlen

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Für die Saison 2017/18 fordert der Verwaltungsrat der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen vom SCR-Hauptverein einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 25.000 Euro. An der Entscheidung, die Curling-Halle danach nicht mehr zu beeisen, hält das Gremium fest.

Garmisch-Partenkirchen – 25.000 Euro stehen im Raum. Viel Geld. Vor allem für einen Verein. Diese Summe aber müssen die Curler des SC Riessersee aufbringen, um die Halle III auch in der Saison 2017/18 für ihren Sport nutzen zu können. Der Beschluss des Verwaltungsrats der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen steht, das bestätigt Vorstand Wotan Lichtmeß. Einstimmig segnete das Gremium das Vorgehen ab. „Damit sind die Eckpunkte für diese Saison geklärt“, sagt Lichtmeß. An der bereits früher gefassten Entscheidung, die kleinste Halle des Olympia-Eissportzentrums danach nicht mehr zu beeisen, ändert sich dadurch nichts.

Die Bedingungen, die im Verwaltungsrat festgezurrt wurden, haben die Verantwortlichen der Gemeindewerke nun in einen Vertrag gepackt und diesen an Christoph Falk, Vorsitzenden des SCR-Hauptvereins geschickt. Unterschrieben wurde dieses Dokument noch nicht. „Wir sind noch am Überlegen, wie wir uns positionieren“, sagt Falk. Mehr Klarheit hofft er nach der Zusammenkunft des Vereinsrats zu haben, der sich am Donnerstag trifft. Mit dem, was ihm von Seiten der Werke vorgelegt wurde, ist er so nicht einverstanden.

Deutlichere Wort findet Rainer Schöpp, Leiter der SCR-Curling-Abteilung: „So können wir das nicht akzeptieren. In unseren Augen ist das ein Knebelvertrag.“ Mit dem werde versucht, die Curler mundtot zu machen, meint Schöpp. Für ihn „ein Skandal“. Zum einen solle der Verein unterschreiben, dass er mit der Schließung der Halle einverstanden ist, zum anderen den Betriebskostenzuschuss übernehmen. „Und wir sollen eine Versicherung abschließen, die’s so gar nicht gibt“, empört er sich. Für ihn steht fest: „In der Form können wir das nicht unterschreiben.“

So ganz nachvollziehen kann Jürgen Winter, kaufmännischer Leiter der Werke die Aufregung nicht. „Vor der Sitzung des Verwaltungsrats sind wir mit den Curlern zusammengesessen und haben darüber gesprochen, wie’s in dieser Saison laufen kann.“ Ein entscheidender Punkt dabei waren die Betriebskosten. Bis 2014 ist dafür ein jährlicher Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro vom Olympiastützpunkt Bayern geflossen. Dazu kamen 8000 Euro Einnahmen von Seiten der Curler. Dem gegenüber steht Lichtmeß zufolge ein durchschnittliches Defizit von 186.000 Euro, das die Werke für die Halle III verbuchen. Zur Erinnerung: Das gesamte Eissportzentrum macht im Schnitt 1,5 Millionen Euro Minus. Um den Sport nicht allein aus öffentlichen Mitteln zu fördern, habe man sich auf besagte 25.000 Euro geeinigt. Ein Vorgehen, das der Verwaltungsrat mitträgt.

Dass gerade die aktiven Sportler – Curling betreiben Schöpp zufolge 35 bis 40 – damit hadern, kann Winter nachvollziehen. Zumal es nicht der erste Einschnitt ist, der im Eissportzentrum erfolgt. Zuletzt waren die Eishockey-Spieler betroffen, die mehr für ihre Eiszeiten zahlen und zugleich mit einer zwischenzeitlichen Schließung der Halle II klarkommen müssen. Die Aufregung auf diesem Sektor hat sich mittlerweile gelegt. Auch Gerüchte, dass die Werke das komplette Stadion schließen wollen, verstummen. „Zumal das gar nicht stimmt“, betont Winter. Ein Zeichen dafür ist für ihn, „dass wir gerade zwei Millionen Euro in den Brandschutz investiert haben“.

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