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Eiszeit im Tourismus

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Was im Tal fehlt, gibt’s auf der Zugspitze zur Genüge: Schnee. Daraus hat das Unternehmen Coca Cola vier Polarbären formen lassen, die nun am Gletscherrestaurant dazu einladen, fotografiert zu werden. 20 Tonnen Schnee brachten die Künstler um Thomas Tremml für die Bärenfamilie in Form. Foto: FKN
Was im Tal fehlt, gibt’s auf der Zugspitze zur Genüge: Schnee. Daraus hat das Unternehmen Coca Cola vier Polarbären formen lassen, die nun am Gletscherrestaurant dazu einladen, fotografiert zu werden. 20 Tonnen Schnee brachten die Künstler um Thomas Tremml für die Bärenfamilie in Form. Foto: FKN

Garmisch-Partenkirchen - Garmisch-Partenkirchen leidet unter dem milden Winter. Das beweisen die Faschingsferien.

Eine schneebedeckte Alpspitze, schneebedeckte Hänge, schneebedeckte Äste. Überall Schnee. Wenn’s in Garmisch-Partenkirchen doch nur so aussähe, wie es die Fotos auf der Homepage von GaPa-Tourismus nahelegen. Dann hätte der Ort ein Problem weniger - nämlich einige Urlauber mehr. Der Tourismus leidet unter dem milden Winter. Das zeigt sich auch in den Faschingsferien. Noch gibt es zwar keine konkreten Gästezahlen, aber die Beteiligten spüren es deutlich: Es ist schlichtweg ruhiger im Ort als in den vergangenen Jahren.

„Man merkt, dass das Gästeaufkommen in der Tourist-Information weniger geworden ist“, sagt Leiter Toni Weinberger. Über Weihnachten und Silvester sei es gut gelaufen. Auf den Dreikönigstag aber folgte „das Januarloch. Das kennt man ja“.

Doch so richtig kam der Ort aus diesem nicht mehr heraus. Daran sind auch die beiden ausgefallenen Ski-Weltcup-Wochenenden schuld. Weder die Sportler noch ihre Teams kamen in die Marktgemeinde. „Das sind Übernachtungen, die uns einfach verloren gehen“, sagt Tourismusdirektor Peter Ries. Die Folgen aber waren weitreichender, hat Jutta Griess festgestellt. „Mit der Absage der Rennen war die allgemeine Meinung bei den Urlaubern, dass es bei uns keinen Schnee gibt und man nicht Skifahren kann“, sagt die Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Sie hat das in ihrem Rheinischen Hof sehr zu spüren bekommen: „Die Nachfrage war einfach nicht mehr da. Manche Skigruppen haben sogar abgesagt.“ Vor allem jene, die in den Tiefschnee wollen.

Und so sind die Faschingsferien, eigentlich eine wichtige Zeit im Tourismus, ruhiger als in den vergangenen Jahren. „Der Druck fehlt“, sagt Griess. Der Druck, der sonst aufkam, wenn der Ort ausgebucht und die Gäste verzweifelt auf der Suche nach einer Unterkunft waren. „Wir sind nicht schlecht belegt, aber wie sind nicht voll“, beschreibt Griess die Situation. Sie vermutet, dass es auch den anderen Hoteliers so geht: „In der Regel ist es bei allen ähnlich.“

Ries stimmt zu: „Es sind weniger Gäste. Da machen wir uns nichts vor.“ Konkret belegen kann er das noch nicht. Weil ein neues System für die Gästemeldung eingeführt wurde, sind die Zahlen von Januar und Februar noch nicht vollständig. Eines aber hebt er hervor: „Wir hatten viele Besucher, die trotz des fehlenden Schnees zufrieden mit ihrem Urlaub waren. Wir haben ja ein breites Angebot.“

Aber wer auf die Piste wollte, der fuhr von vornherein woanders hin. „Vor allem bei den Wochenendurlaubern hat man gemerkt, dass der mangelnde Schnee sie abgehalten hat“, sagt Weinberger. „Das tut uns schon weh.“

Dabei war Skifahren durchaus möglich. „Und das sogar sehr gut“, sagt Ries. Auch Verena Lothes von der Bayerischen Zugspitzbahn betont: „Für das Wetter sind die Bedingungen bestens.“ Am sonnigen Montag hätten das Angebot auch zahlreiche Wintersportfans genutzt: „Da war auf der Zugspitze viel los.“ 2,10 Meter liegt der Schnee dort hoch. Im Classic-Gebiet sind es 95 Zentimeter. Im Schnitt. Olympia- und Horn-Abfahrt sind allerdings geschlossen. kma

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