Der Ausdruck mit den elf Thesen klebt an einer Infotafel neben dem Garmisch-Partenkirchner Rathaus
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Hochoffiziell schaut sie aus, die Bekanntmachung an dieser Infotafel neben dem Rathaus.

Freinachtsscherz statt Derbleckn in Corona-Zeiten

Elf Thesen am Garmisch-Partenkirchner Rathaus - Auch die Bürgermeisterin lacht

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Für einen Spaß in der Freinacht sind die Garmisch-Partenkirchner immer wieder zu haben: Unbekannte haben heuer rund ums Rathaus der Marktgemeinde in der Nacht auf Samstag elf Thesen angeschlagen - mit humorigem Inhalt zur Ortspolitik.

Garmisch-Partenkirchen – Wenn schon keine Fastenpredigt, kein Derbleckn, dann zumindest ein bisserl Spaß zur Freinacht. Unter diesem Motto muss man die Aktion verstehen, die am Samstag und Sonntag rund ums Garmisch-Partenkirchner Rathaus stattgefunden hat. Dort sind ausgedruckte „Amtliche Bekanntmachungen“ des sogenannten „Markterbenrats“ angeschlagen worden – am Schaukasten im Eingangsbereich zum Rathaus wie auch unweit entfernt an der Infotafel an der Bushaltestelle. In elf Punkten werden die Bürger auf humorige Art und Weise über so manche Kuriosität informiert, die offenbar zuletzt in besagtem Markterbenrat thematisiert worden waren. Geltungszeitraum: 30. April, 24 Uhr, bis 1. Mai, 0 Uhr, – also nicht eine Minute.

Bürgermeisterin Elisabeth Koch nimmt‘s gelassen - solange niemand beleidigt wird

Elisabeth Koch (CSU), die freilich auch mit Spott bedacht wurde, nahm’s gelassen. „Ich finde so etwas immer lustig, wenn es nicht beleidigend wird“, betont die Bürgermeisterin. Sogleich am Samstagabend antwortete sie in den sozialen Medien auf die Aktion – mit Humor: „Besten Dank für Ihr Interesse an der Kommunalpolitik unseres Ortes und der für die Fertigung der ,Amtlichen Bekanntmachung‘ aufgewandten Zeit und Energie“, schreibt sie. Koch hat „eine grobe Vermutung“, aus welcher Ecke die Aktion stammt, und selbst Freude daran, die Thesen zu lesen. „Das ist doch was zum Schmunzeln.“

Elf Thesen mit humoristischem Hintergrund: Der Verfasser hat sich viel Mühe gegeben.

Aufs Korn genommen werden unter anderem Künstler Toni Bartl, die Kieferorthopädin Dr. Nicola Schmitz als Corona-Kritikerin, der Skiclub Garmisch, der Gemeinderat, die Bauherren Hummel und Kavun sowie eben Koch, die sich künftig eine Anrede als „Sissy I.“ erbitte. „Daran habe ich gemerkt, dass es nicht aus meinem direkten Umfeld kommen kann. Denn die Leute wüssten, dass ich mich schon immer mit i am Ende geschrieben habe“, sagt sie.

Der Polizei in Garmisch-Partenkirchen sind bis Sonntag keine weiteren Freinachtsscherze gemeldet worden.

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