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Lässt sich feiern: Auf einem extra geschmückten Quad fährt Ludwig Reiser von der Bergwacht Laura Dahlmeier von der Ludwigstraße zum Kurpark Partenkirchen.

Empfang für Biathlon-Weltmeisterin und Gesamt-Weltcupsiegerin

Laura Dahlmeier, die hoch dosierte gute Laune

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Der Kurpark Partenkirchen ist voll. Etwa 2000 Fans, Bekannte, Freunde feiern Biathletin Laura Dahlmeier. Eine junge Frau, die bei Weitem nicht nur durch ihre sportlichen Leistungen überzeugt.

Garmisch-Partenkirchen – Laura Dahlmeier ist eine außergewöhnliche Biathletin – keine Frage, weiß jeder. Außerdem ist Laura Dahlmeier eine hervorragende Alpinistin – auch keine Diskussion, wissen alle. Aber Laura Dahlmeier als Wunderheilerin? Nein, als solche war die Garmisch-Partenkirchnerin nicht bekannt. Bis jetzt. Bis Samstagabend, an dem Gäste und Einheimische ihre fünffache Biathlon-Weltmeisterin und Gesamt-Weltcupsiegerin bei einem Empfang feierten. Im Kurpark Partenkirchen hat Thomas Müller von der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen der Menge DahlmeiersZauberkräfte verraten – er hat sie selbst erlebt.

Vor knapp vier Monaten schob die 23-Jährige Dienst, als die Bergwacht alarmiert wurde. Ein Mann hatte sich auf der Piste verletzt, klagte über starke Schmerzen. Ein Team um Dahlmeier rückte aus – der Skifahrer erkannte die Biathletin sofort. Seine erste Frage: „Könnt’ ich ein Autogramm haben?“ Die Schmerzen waren wie weggeblasen. „Das glaub’ ich gern, sie wirkt scheinbar besser als Handauflegen“, bekräftigt Michael Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen.

Erst der Festzug, dann schwebt Dahlmeier ein

Der SCP hat den Empfang organisiert, die Bergwacht half mit. Etwa 2000 Menschen sind gekommen, um Dahlmeier zuzujubeln. Sie beweist an diesem Samstagabend zwar keine Wunderheilungskräfte – aber definitiv wirkt sie wie ein hoch dosierter Stimmungsaufheller. Sollte jemand tatsächlich mit schlechter Laune in den Kurpark gekommen sein – mit ihrem Auftritt ist die verschwunden.

Großer Empfang in Garmisch-Partenkirchen: Laura, olé!

Bis dahin aber müssen die Fans etwas warten. Beim Festzug durch die Ludwigstraße auf dem Bergwachts-Quad haben sie Dahlmeier bereits gesehen, sie x-fach fotografiert und ihr zugewunken. Danach aber verschwindet sie für eine Stunde. 60 lange Minuten, die ein Auftritt der Nachwuchssportler, die Band Edelweiss Bluegrass und ein gut gelaunter Moderator Roman Roell verkürzen. Dann endlich kommt sie, über den Flying Fox, den die Bergwacht vom Richard-Strauss-Institut bis zur Bühne gespannt hat. Wie sich das angefühlt habe, will Roell wissen. „Ein super G’fühl, über die Leut’ wegzuschweben“, findet Dahlmeier. Und besonders wichtig: „Ois hat g’hoben“, sie ist heil angekommen. Genau darauf hat das Publikum gewartet. Langer Applaus und Jubelrufe begrüßen Dahlmeier – und rühren sie. So in der Heimat empfangen zu werden, von so vielen Menschen, „das g’freit mi narrisch, das is wirklich schee – Danke“.

„Bleib, wie Du bist. Das wär uns das Allerwichtigste“

Dieses Dankeschön – die Redner geben es an diesem Abend stellvertretend für die Fans x-fach zurück. Verbunden mit einem Wunsch.

Selbstverständlich haben die Gratulanten aus Sport und Politik Dahlmeier neben Geschenken beste Wünsche mitgebracht. Gesundheit etwa, Glück, weitere Erfolge. Genauso aber soll ihnen Dahlmeier etwas erfüllen: Sie möge so bleiben, wie sie ist.

Darauf besteht Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer gleich zweimal. Im Gespräch mit Moderator Roell, noch einmal, als sie ihr Geschenk übergibt: die goldene Ehrenplakette des Marktes Garmisch-Partenkirchen für ihre herausragenden sportlichen Leistungen. Mit Nachdruck sagt Meierhofer: „Bleib, wie Du bist. Das wär uns das Allerwichtigste.“

„Blitzg’scheit und boarisch - das mögen die Leute“ 

Bodenständig, natürlich, unbekümmert, lustig, herzlich – eine, die man gern haben muss. So erlebt man Laura Dahlmeier, diese Eigenschaften heben auch die Redner an diesem Abend hervor. „Blitzg’scheit und boarisch“, so beschreibt Großmutter Christine Dahlmeier die Enkelin. „Und das mögen die Leute.“ Ja, das mögen sie. In der Heimat und in Norddeutschland. Es gibt nur ein Problem: Nicht alle verstehen die Athletin. Die Bitte liest sie immer wieder auf Facebook – sie möge die norddeutschen Fans nicht vergessen. „Ich vergess’ Euch nicht“, verspricht sie am Samstag. „Aber ich red halt so.“

„Scheiß Dir nix, dann feit Dir nix“ – ihr Motto, das sie einem Fernsehmoderator verraten hat, zitiert jeder gern. Kurz überraschte ihn die Aussage schon, sagt Großvater Andreas Dahlmeier und schmunzelt. Aber er gibt ihr zu 100 Prozent recht: Gerade beim Biathlon brauche man diese Gelassenheit. Damit sei ihre Enkelin gesegnet, sagt die Oma. „Und sie ist mit Glück bestrahlt – ein Sonntagskind.“ Das hart arbeitet für ihren Erfolg. Und das ihre Lockerheit noch dringend brauchen wird. Besonders in der Olympiasaison 2018. Erwartungen und Druck werden groß sein. Doch man dürfe nicht vergessen, betonen die Großeltern: Alles habe in diesem Winter zusammengepasst.

Mit diesen Erfolgen hat niemand gerechnet - auch Dahlmeier nicht

Von einer WM-Medaille, vielleicht einer goldenen, hatte die Athletin geträumt. Und bei viel Glück „könnt’ im Gesamtweltcup was gehen“. Wie es gekommen ist – „a Wahnsinn“. Das Publikum im Kurpark jubelt. Niemand hatte mit diesen Erfolgen gerechnet. Eine ähnliche Saison kann niemand erwarten.

Fritz Dopfer vom Skigau Werdenfels aber ist überzeugt: „Wir stehen nächstes Jahr wieder hier.“ Fans und Freunde werden kommen, um Stimmungsaufheller Laura Dahlmeier zu feiern. Nur ihre Zauberkräfte, die bleiben geheim. Zumindest werden ihre Einsatzzeiten für die Bergwacht nicht verraten. SCP-Präsident Maurer befürchtet: „Sonst gibt’s noch mehr Unfälle als eh schon.“ Weil jeder Dahlmeier als Wunderheilerin erleben will. 

Video vom Festzug in den Kurpark:

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