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Endlich geschafft - Abtransport der Eisernen Brücke klappt im zweiten Versuch

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Von: Katharina Brumbauer

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Alte Eiserne Brücke Partnachklamm am Seil der Kamov
Abtransport geglückt: Die Eiserne Brücke schwebt über der Partnachklamm.  © Peter Krinninger

Im ersten Anlauf klappte es noch nicht. Als die von einem Sturm schwer beschädigte Eiserne Brücke im Juli aus der Partnachklamm geflogen werden sollte, hielt der bestellte Hubschrauber der Traglast nicht stand. Jetzt startete die Marktgemeinde einen weiteren Versuch – mit Erfolg.

Garmisch-Partenkirchen - Der Einsatz beginnt bereits am Dienstagabend. Da kommt der Schwerlasthelikopter „Kamov KA 32 A11 BC“ von der Schweizer Spezialfirma „Heli Swiss“ in Garmisch-Partenkirchen an. Hängt in der Partnachklamm die von einem schweren Sturm beschädigte Eiserne Brücke an seine Transportseile an. Um 5.45 Uhr Mittwochfrüh wird es dann ernst: Die Einsatzkräfte von Bauhof, zweier Baufirmen sowie der Feuerwehr und das Helikopter-Team treffen sich. Nachdem im Juli ein Abtransport gescheitert war (wir berichteten), soll es mit einer größeren Maschine endlich klappen. Auch Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) macht sich ein Bild. Und tatsächlich: Die „Kamov“ hebt den stählernen Koloss problemlos an.

kamov mit hängewerkzeug
Spezielles Gerät im Einsatz: ein Schwerlast-Helikopter des Typs „Kamov“.  © Peter Krinninger

Einsatz dauert rund 45 Minuten

„Alte Brücke runter, Ersatzkonstrukt rauf fliegen und ganz exakt einsetzen“, erklärt Rudi Achtner, Klammbeauftragter der Marktgemeinde, den Ablauf. „Es ging diesmal kurz und schmerzlos, Gott sei Dank.“ Nach rund 45 Minuten war alles gelaufen. „Wir waren zu einer früheren Uhrzeit dran, dazu hatte es 13 Grad, es war also kühler als im Juli.“ Bei solchen Idealbedingungen trägt die „Kamov“, die mit zwei gegenläufigen Rotoren ausgestattet ist, bis zu 5 000 Kilo. Wenn es heiß wird, verliert auch die für Löscheinsätze spezialisierte Maschine an Leistung. Aber die Eiserne Brücke anzuheben – die Waage des Helis zeigte eine Last von 3 700 Kilo an – war am Mittwochmorgen kein Problem. Mitarbeiter einer Baufirma hatten zuvor noch Bauteile abmontiert, das Konstrukt um etwa 200 Kilo erleichtert.

behelfsbrücke über der partnachklamm
Die neue Behelfsbrücke: Die Klamm kann man darauf ab Donnerstag wieder queren.  © Peter Krinninger

Eine provisorische Behelfsbrücke „in Metall-Leichtbauweise“ dient über der Klamm vorerst als Überweg. Diese stand schon zum ersten Versuch am 13. Juli auf der angrenzenden Wiese der Familie Gillmeyer parat. Die Landwirte hatten ihre Fläche für Start und Landung des Helikopters zur Verfügung gestellt, sie im Vorfeld auch extra gemäht. „Ich muss der Familie einen besonderen Dank aussprechen, die letzten Wochen waren auch für sie eine Belastung“, sagt Achtner.

Behelfsbrücke raufgeflogen - Überweg wird am Donnerstag freigegeben.

Vor allem der Klammwart ist erleichtert, dass der Abtransport der Eisernen Brücke geschafft ist. Bis in den Nachmittag hinein haben Fachkräfte die Brücke noch zerteilt. Gegen halb zehn war Achtner am Mittwochvormittag noch mal hinter gefahren, kontrollieren, ob durch die Arbeiten Schäden entstanden sind. „Da haben schon etwa 40 Menschen am verschlossenen Eingang gestanden und neugierig geschaut.“ Um 10 Uhr konnte die Klamm wieder öffnen. Ab Donnerstag ist auch der Weg über die Behelfsbrücke freigegeben.

Alte Eiserne Brücke präpariert für Transport
Ein Sturm hatte den stählernen Koloss über der Partnachklamm schwer beschädigt.  © Peter Krinninger

Projekt neue Eiserne Brücke - Ausschreibung läuft

Langfristig soll über der Partnachklamm eine neue Eiserne Brücke errichtet werden. „Da gibt es im Zuge des Ukraine-Krieges aber Probleme mit der Lieferung des Stahls.“ Die Ausschreibung für das Projekt läuft. Wann gebaut werden kann, ist aber eben noch unklar. „Wir hoffen, Ende Oktober oder November.“ Da kann Achtner genauso wenig sagen wie über den finanziellen Aufwand, der mit dem Einsatz einhergeht. „Der Helikopter ist gerade erst wieder abgeflogen, im Moment sind wir dabei, alle Kostenpunkte zusammen zu tragen.“

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