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Kein schöner Anblick: Wer in die Partnachklamm will, muss einige Baustellen passieren.

Neues Eingangsgebäude kommt frühestens nächstes Jahr

Entsetzt vom Zugang zur Partnachklamm

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Wer in die Partnachklamm geht, der muss erst einmal den wahrlich unschönen Eingang passieren. Durch einen Neubau soll die Situation verbessert werden, aber seit dem Gemeinderatsbeschluss im Februar ist nicht viel passiert. Mittlerweile liegen zumindest Angebote vor.

Garmisch-Partenkirchen – Entsetzt. Dieses Wort beschreibt am besten, was eine Familie aus dem Landkreis Weilheim-Schongau von ihrem Ausflug in die Partnachklamm mitgenommen hat. Die Schönheit des Naturdenkmals, das rauschende Wasser, die eindrucksvollen Felswände – all das war vergessen, als die Eltern und ihre sechsjährige Tochter nach dem Besuch der Klamm auf die Toilette mussten. Die Dixi-Klos, die hinter einem Bretter-Verschlag verborgen sind, nennen die Ausflügler „unterirdisch“. Verdreckt und völlig unappetitlich präsentierten sich die Häuschen. „Wir sind rückwärts wieder raus“, erinnert sich der Vater, der namentlich nicht genannt werden möchte. Seine Frau ging daraufhin mit dem Kind in den Wald, die Eltern verkniffen sich aber den Toilettengang bis sie am Skistadion angelangt waren.

Das Dilemma an der Partnachklamm, die allein im vergangenen Jahr 375 000 Besucher aus aller Welt angelockt hat, ist altbekannt. Die Infrastruktur im Eingangsbereich lässt seit Jahren zu wünschen übrig. Ein Neubau, in den die Kassen und vor allem ordentliche Toiletten integriert werden, soll Abhilfe schaffen. Das hat der Gemeinderat bereits Ende Februar abgesegnet – mit 14:12-Stimmen. Passiert ist seither allerdings wenig. Vor allem nichts, was den Besuchern auffallen könnte. „Das einzige, was mir ins Auge gestochen ist, war das früher sicher sehr schöne Gebäude, das nun offensichtlich verfällt“, sagt der Familienvater aus dem Nachbar-Landkreis. Damit ist die frühere Restauration Partnachklamm gemeint. Ein Objekt, das einem Einheimischen gehört, der allerdings bislang mit allem, was er dort draußen anpacken wollte, auf wenig Gegenliebe stieß. Ein Parkhaus, Wohnungen, eine Asylbewerber-Unterkunft standen unter anderem schon im Raum. Einzig eine touristische Nutzung sei in diesem Bereich möglich, heißt es von Seiten des Rathauses.

Wohl auch vor diesem Hintergrund hängt mittlerweile ein Banner am Bauzaun, der das gelbe Haus umgibt: „Grundstück für touristische (Hotel, etc.) oder gastronomische Nutzung langfristig zu verpachten“ ist darauf zu lesen. In die Gestaltung des Eingangsbereichs wurde dieses Areal nicht einbezogen.

Der geplante Neubau soll gleich an der Abzweigung Richtung Graseck entstehen. „Ziel ist, spätestens kommendes Jahr loszulegen“, betont Rathaus-Sprecherin Ute Leitner. Die Ausschreibungen für das 1,58-Millionen-Euro-Projekt, an dem sich der Forst mit einem Drittel beteiligt, sind längst raus. „Wir warten jetzt auf die Angebote“, sagt Leitner. Diese würden in einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses besprochen, um die Aufträge an die verschiedenen Gewerke baldmöglichst zu vergeben.

Was angesichts der Zeit, die seit dem Gemeinderatsbeschluss verstrichen ist, nicht mehr klappt, ist die Fertigstellung bis zur Landesausstellung 2018 in Ettal. „Das war keine Voraussetzung“, betont die Rathaus-Sprecherin. Schade, denn noch im Februar hatte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) erklärt: Auch wenn die Partnachklamm kein Programmbestandteil von „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“ ist, so sei es doch wünschenswert, den dortigen Eingangsbereich bis 2018 auf Vordermann zu bringen. Ähnlich sah’s Nikolaus Stöger, Leiter des Forstbetriebs Oberammergau: „Der Bau ist zwar losgelöst von der Landesausstellung, es wäre aber schön, wenn er bis dahin fertig wäre.“ In deren Rahmen passt die Partnachklamm schließlich perfekt, steht sie doch beispielhaft für den Titel. Und sicher werden Besucher des Angebots in Ettal auch Ausflüge in die Umgebung unternehmen.

Wen es zur Partnachklamm zieht, den erwartet weiterhin das Bild, das die Familie aus dem Landkreis Weilheim-Schongau dort vorgefunden hat: ein verfallenes altes Haus und vor allem WC-Anlagen, die Gäste abschrecken.

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