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Vorsicht: Nach einem vermutlich falschen Facebook-Post gab es Hinweise im Gassigebiet von Burgrain über vermeintlich ausgelegte Giftköder.

Nachricht kursierte bei Facebook

Zwei Hunde sterben: Waren Giftköder in Burgrain die Ursache?

Zwei Hunde in Burgrain sind wegen Rattengift-Ködern grausam gestorben. So lautete sinngemäß die Nachricht, die über Facebook weite Verbreitung fand und zu Panik im Ortsteil geführt hat. Es gibt Entwarnung.

Burgrain– Eine Bewohnerin aus dem Garmisch-Partenkirchner Ortsteil hat ihren Hund qualvoll verenden sehen müssen: Am vergangenen Mittwoch war ihre fast achtjährige Hündin noch auf der beliebten Gassi-Route am Lahnewiesgraben bis zum Reschberg gesund herumgetollt, am Samstag bereits tot. „Einfach schrecklich, im Garten sind noch die Blutspuren“, schildert die Burgrainerin. Als die Hündin am Donnerstag von Brechreiz geplagt war, dachte die Besitzerin noch an eine heilbare Erkrankung. Die Lage verschlechterte sich über Nacht aber derart, dass sie das Tier am Freitag zum Veterinär brachte: Die verabreichten Antibiotika und Infusionen erzielten nicht die gewünschte Wirkung – die Hündin war nicht mehr zu retten.

Durch den plötzlichen Tod aufgewühlt, versuchte sich die Hundehalterin die Ursache zu erklären: Sie zog mögliche Giftköder, die im Erholungsgebiet am Rande Burgrains ausgelegt gewesen sein könnten, in Erwägung. „Vielleicht gibt es ja noch mehr davon, irgendwo am Wegesrand oder in Böschungen. Hier spielen ja auch Kinder“, dachte die Bürgerin im Moment großer Trauer auch an das zu schützende Leben von Menschen und anderen Hunden.

Tod in der Folge einer Darmerkrankung

Wie sich herausgestellt hat, war die Annahme über die Todesursache nicht richtig, sondern eine Missdeutung des medizinischen Urteils. Tatsächlich starb die Hündin, wie die offizielle Diagnose des behandelnden Arztes Dr. Peter Saur bestätigt, an „Hämorrhagischer Gastroenteritis“ (HGE) – eine Darmentzündung mit massivem blutigem Durchfall. Im Rahmen der Erläuterungen durch den Mediziner fiel auch das Wort „Darmtoxine“, was die Hundebesitzerin als fremdes Gift gedeutet und missverstanden hat. Zwar handelt es sich um einen Giftstoff, der aber durch das Tier selbst entwickelt und definitiv nicht von außen zugeführt wurde. Die HGE ist im Winter unter Hunden eine weit verbreitete Darmerkrankung, die es zu beobachten gilt. Bei entsprechender Übelkeit empfiehlt Mediziner Saur allen Hundebesitzern, umgehend zu reagieren und einen Tierarzt zu konsultieren. Denn wie beim aktuellen Fall in Burgrain kann die Krankheit – wenn auch eher selten – tödliche Folgen haben.

Im Ortsteil verbreitete sich am Wochenende aber das Gerücht über einen Gifttod der Hunde. Eine andere Hundebesitzerin aus Burgrain nahm diesen Sachverhalt in ihrem Facebook-Eintrag auf und löste damit Angst aus. Die entfachte Diskussion erfuhr eine starke Emotionalisierung auf Basis von falschen Tatsachen. Es ist zweifelsohne verständlich und berechtigt, dass Hundebesitzer ihre Tiere unbedingt schützen wollen. Allerdings sollte dies nicht auf vorschnellen Reaktionen über Kanäle im Internet passieren. Denn natürlich spaltet eine entsprechende Mitteilung und verhärtet Fronten anstatt den Dialog zu fördern. Der aktuelle Fall zeigt, welche Dynamik eine falsche Information entfachen kann.

Über die Todesursache des zweiten Hundes liegen bislang noch keine Erkenntnisse vor, da sich dieser nicht in Behandlung der örtlichen Tierarztpraxis befunden hat. Auch die Hundebesitzer im Ortsteil haben noch keinen Kontakt herstellen können.

Nico Schwarze

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