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Beim Versuch in dieses Geschäft am Marienplatz einzudringen, sind die Täter im Dezember gescheitert. 

Seit der Festnahme gab es keine Einbrüche mehr

Erdrückende Beweise: Geschnapptem Einbrecher-Duo werden 39 Raubzüge angelastet

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Mit massiver Gewalt, ohne Rücksicht auf Verluste sind zwei Männer über Monate in Geschäfte, Gaststätten und auch in eine Wohnung eingebrochen. Im Februar nahm die Polizei die beiden Türken (26 und 27) fest. Jetzt ist klar, dass ihnen auf alle Fälle 39 Taten angelastet werden können.

Garmisch-Partenkirchen– Monatelang haben Einbrecher die Garmisch-Partenkirchner Polizei in Atem gehalten. Sie gingen immer nach dem gleichen Schema vor, schlugen Scheiben ein und verschafften sich auf diese brachiale Weise Zugang zu verschiedenen Gebäuden. Das Muster der Einbrecher – immer „ähnlich dilettantisch“, sagt Josef Grasegger, Sprecher der hiesigen Polizeiinspektion. Beim Versuch, ins Rathaus der Marktgemeinde einzudringen, machten die Täter so viel Lärm, dass sie einen Anwohner aus dem Schlaf schreckten. Die Täter wollten ein Fenster auf der Ostseite einschlagen. „Hierzu mussten sie sogar eine Leiter an die Gebäudemauer stellen“, erinnert sich Grasegger. Offensichtlich wurden sie dabei aber gestört und entfernten sich unverrichteter Dinge.

Das Geräusch einer zerberstenden Glasscheibe weckte einen Zeugen auf – an einem Freitag im Februar gegen 3.30 Uhr. Glück für die Polizei, denen der aufmerksame Mann eine gute Beschreibung von zwei flüchtenden Männern lieferte. Pech für die vermeintlichen Einbrecher. Zwei Türken (26 und 27), die in Deutschland Asyl beantragt haben, nahmen die Polizisten kurz darauf im Bereich Münchner Straße fest.

Mit diesem Fahndungserfolg begann für die Ermittler die akribische Feinarbeit. Gut drei Monate dauerte es, bis diese zu ihrer Zufriedenheit abgeschlossen und nun an die Staatsanwaltschaft München II übergeben werden konnte. „Dem Einbrecher-Duo werden aufgrund der vorliegenden Beweise insgesamt 39 Straftaten zur Last gelegt“, unterstreicht Grasegger.

Geld und Diebesgut im Wert von rund 26.600 Euro erbeutet

Die Raubzüge der Männer, von denen einer bis zur Unterbringung in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in einer Flüchtlingsunterkunft im Ammertal, der andere aber in Overath (Nordrhein-Westfalen) lebte, dauerten vom 6. November 2017 bis zur Festnahme der beiden Täter am 16. Februar dieses Jahres. Überwiegend versuchten sich die Täter an gewerblichen Objekten. „Über ihre Motivlage haben sich die Männer bislang nicht geäußert“, sagt der Polizeisprecher. Zusätzlich zu den Einbrüchen in Gaststätten und Geschäfte konnten dem Duo noch vier Pkw-Aufbrüche, ein Wohnungseinbruchsdiebstahl sowie ein Raub zur Last gelegt werden. Gut, dass die Beamten an den jeweiligen Tatorten jede Menge Spuren sicherstellen konnten. Vergleiche der bei der Festnahme getragenen und bei einer Wohnungsdurchsuchung sichergestellten Schuhe „gaben im Rahmen der Ermittlungen einen ersten Hinweis auf die Täterschaft“, erklärt Grasegger. Zahlreiche DNA-Spuren von den verschiedenen Tatorten führten schließlich ebenfalls zu den beiden Einbrechern.

Bei den 39 Taten erbeuteten die Männer gut 23 000 Euro an Bargeld und Diebesgut im Wert von rund 3600 Euro. Lediglich ein Teil davon tauchte allerdings bei den Durchsuchungen ihrer Unterkünfte auf. Doch damit nicht genug. Durch ihr brachiales Vorgehen verursachten die beiden einen gewaltigen Sachschaden. Diesen beziffert Grasegger auf insgesamt 28 700 Euro.

Seitens der Polizei wird die jüngste Einbruchserie nach der Festnahme für beendet angesehen. „Seit dieser Zeit wurden bei der Inspektion keinerlei derartige Einbrüche mehr gemeldet. Dank eines sehr guten Hinweises eines Nachbarn und der zu diesem Zeitpunkt verstärkten Streifen und Fahndungstätigkeit konnten die Täter letztlich festgenommen werden.“ Nach Erhalt der Unterlagen wird nun bei der Staatsanwaltschaft München II die Anklage vorbereitet.

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