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Leidenschaftlicher Fotograf: Helmut Rasch besitzt 15 000 Dias von seinen Südostasien-Reisen.

Gegen den Verfall

Helmut Rasch, der Dia-Retter

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Garmisch-Partenkirchen - Nach etwa 20 Jahren haben Dias ihr Ablaufdatum erreicht. Helmut Rasch will ihnen ein längeres Leben schenken und hat dafür eine Maschine entwickelt. Jetzt möchte sich der 51-Jährige damit auf dem Markt etablieren.

Vor dem Altern ist nichts und niemand gefeit. Während beim Menschen irgendwann die grauen Haare sprießen und die glatte Haut den Kampf gegen die Falten verliert, hinterlässt die Zeit auch an Diapositiven, kurz Dias, unausweichlich Spuren. Dann, wenn sich die Farben ändern oder sich kleine Schimmelpunkte bilden. Nach etwa 20 Jahren haben sie ihr Ablaufdatum erreicht. Bitter für die Besitzer. Weil sie Erinnerungen festhalten. Helmut Rasch kann diesen Verlust verhindern. Er ist der Dia-Retter.

Der Kölner, der seit Mitte 2013 in Garmisch-Partenkirchen wohnt, hat die leidige Erfahrung selbst gemacht. Auch bei manchen seiner 15.000 Exemplare sind die Farben verblasst. Schwarze Pünktchen töteten die Schätze seiner zahlreichen Rucksackreisen durch Südostasien. Thailand, Singapur, Burma (heute Myanmar) – all diese Länder durchquerte er während seines Studiums der Elektrotechnik. Seine sogenannten computergesteuerten Dia-Multivisionen mit zwölf Projektoren präsentierte er bei Vorträgen, zum Beispiel für Malaysia Airlines. Viel Arbeit steckte dahinter. Und dann sollen seine gesammelten Werke einfach kaputt gehen. Das konnte der 51-Jährige nicht zulassen und startete vor knapp sieben Jahren seine Rettungsmission. Er begann, die Dias zu digitalisieren – mit seiner selbst entwickelten Automatisierungstechnik.

Die Idee ist nicht neu. Firmen wie Mediafix mit Sitz in Köln arbeiten ebenfalls in dem Geschäft mit den Erinnerungen. Doch Rasch gibt sich selbstbewusst: Er liefere die bessere Qualität. Der Trick steckt in der von ihm entwickelten Maschine. Verraten will er diesen Kniff natürlich nicht. Ein Geheimnis als Schutz vor der Konkurrenz.

Zwölf Monate benötigte er, um das Gerät zu bauen. Manche Teile ließ er aus England oder den USA anliefern. „Das ist eine Sondermaschine, die kann man nicht kaufen“, sagt Rasch. Nachbauen funktioniert auch nicht so einfach. Wenn sie jemand bestellen würde, sie hätte einen Wert von 100 000 Euro. Die Investition hat der Elektroingenieur gerne auf sich genommen. Er glaubt fest daran, auf dem Markt zu bestehen. „Langfristig“, sagt er, „müsste sich das durchsetzen.“

Das Grundprinzip seines Vorgehens dagegen, das gibt er preis. Um die Dias zu retten, werden deren Daten als „DNG“-Datei (Digitales Negativ) archiviert – und zwar in einem besonderen Format. Dieses ermöglicht, dass die vom Scanner übermittelten Rohdaten für die Staub- und Kratzerentfernung verlustfrei gespeichert werden können. Die Bildbearbeitung an sich, also unter anderem die Farbkalibrierung, bleibt manuell. „Das ist unrealistisch, dass hierfür eine Wundererfindung kommt“, betont der Experte. Am Ende erhält der Kunde so etwas wie ein Fotonegativ. „Das ist optimal für die Archivierung“, sagt der Entwickler. „Man kann Jahre später noch Daten draus berechnen.“

Der einzige kleine Haken: die Dateigröße von 170 Megabyte. „Eine CD könnte gerade mal vier Bilder speichern.“ Und auch eine solche hält nicht ewig. Deshalb besteht für Raschs Kunden die Möglichkeit, dass er die Daten dauerhaft sichert.

Oft hat er mit anderen Anbietern gehadert. Oft hat er sich gedacht, das muss doch besser gehen. Er selbst buhlt gerade um Kundschaft, um sich als Dia-Retter zu etablieren. Im Gegensatz zur Konkurrenz will Rasch die beste Qualität anbieten – und das mit Tiefpreisgarantie. Geht nicht? Er behauptet anderes, dank seiner kleinen persönlichen, aber strenggeheimen Erfindung.

Weitere Informationen

zur Rasch-Diascan gibt es im Internet auf http://rasch-diascan.de.

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