Alle Hände voll zu tun haben derzeit die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Auch am  Sonntag beantworteten sie Fragen besorgter Bürger: (v.l.) Hansjörg Wiesböck, Simone Götschl, Leiterin Dr. Karin Kübler und Martina Arnold.

Mann (50) aus dem Murnauer Raum infizierte sich in Südtirol

Garmisch-Partenkirchen hat seinen ersten Corona-Fall

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Er war in Südtirol und wurde jetzt positiv getestet: Der Coronavirus ist im Landkreis Garmisch-Partenkirchen angekommen.

Garmisch-Partenkirchen – Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen die erste Erkrankung am Coronavirus vermeldet werden musste. Am Sonntagnachmittag gab Landrat Anton Speer bekannt, dass sich ein 50-jähriger Mann aus dem Murnauer Raum bei einem kürzlichen Aufenthalt in Südtirol infiziert hat. Der Betroffene sei positiv getestet worden und befinde sich nun in häuslicher Isolation. „Der Zustand des Patienten ist so, dass der Aufenthalt in einer Klinik zum derzeitigen Zeitpunkt nicht notwendig ist. Er zeigt moderate Symptome und leichte Anzeichen eines grippalen Infekts und fühlt sich etwas schlapp“, beschreibt Hansjörg Wiesböck den gesundheitlichen Zustand. Wiesböck ist Leiter der Stabsstelle Planung und Organisation am Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen und wurde von der Leiterin der Behörde, Dr. Karin Kübler, mit der Koordination der Angelegenheit betraut.

Der 41-jährige Mitarbeiter des Amtes betont, dass man es eigentlich schon erwartet habe, dass es in Kürze den ersten bestätigten Fall in der Region geben werde: „In Landkreisen wie Weilheim-Schongau, Ostallgäu, Miesbach und Starnberg sind in der vergangenen Woche bereits Personen positiv getestet worden. Daher war es keine große Überraschung, bis es uns trifft.“

Im Passeiertal beim Skitourengehen

Landrat Anton Speer ist noch am Samstag kurz vor Mitternacht von einem Mitarbeiter über den ersten Corona-Fall im Landkreis informiert worden: „Wir hatten in den vergangenen zwei Wochen mehrere Verdachtsfälle, die immer negativ waren, ehe es jetzt einen positiven Test gab.“ Am Sonntag erörterte Speer in Gesprächen mit seiner Gesundheitsbehörde und Leiterin Dr. Kübler die Lage und stimmte das weitere Vorgehen ab: „Wir müssen in der Sache kühlen Kopf bewahren und stützen uns auf Fakten und Empfehlungen von Experten.“

Der infizierte Mann hat sich nach Aussage des Gesundheitsamtes bei einem Aufenthalt vor kurzer Zeit in Südtirol angesteckt. Das beliebte Urlaubsziel gilt seit vergangenem Freitag nach einer Einstufung des Robert-Koch-Instituts als Risikogebiet. Er war mit einer Gruppe im Passeiertal zum Skitourengehen unterwegs, verspürte einige Tage danach Unwohlsein und suchte dann einen Arzt auf. Der Mediziner veranlasste einen Abstrich bei dem Patienten. Das Ergebnis war positiv. Der Heimkehrer befindet sich zur Zeit in häuslicher Isolation und wird vor Ort überwacht. Nach Aussage des Gesundheitsamtes sowie von Landrat Speer sind inzwischen alle Personen der Reisegruppe, mit denen der 50-Jährige während des Aufenthalts in Kontakt war, ermittelt worden. Sie werden ebenfalls überwacht. In Zusammenhang mit diesem Fall geht Speer laut Einschätzung seiner Experten davon aus, „dass man in den kommenden Tagen mit weiteren Erkrankungen im Landkreis rechnen muss“.

Gesundheitsamt rät zu Besonnenheit

Für Reiserückkehrer aus Südtirol und anderen Risikogebieten, die sich in den vergangenen zwei Wochen in diesen Ländern oder Orten aufhielten, gilt ab sofort, dass sie keine Schulen oder Kinderbetreuungseinrichtungen mehr besuchen dürfen. Spüren diese Personen Anzeichen, sprich Symptome einer Grippe oder eines Infekts, so mögen sie sich im Gesundheitsamt melden oder den Hausarzt aufsuchen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass sie vorher unbedingt den Arzt telefonisch kontaktieren und nicht gleich in die Praxis kommen sollen.

Vertreter des Gesundheitsamtes mahnen die Bevölkerung angesichts der aktuellen Situation zu Besonnenheit und Vernunft. Noch einmal Hansjörg Wiesböck: „Jetzt in Panik zu geraten, wäre der absolut falsche Weg. Sicher stellt die derzeitige Lage für unsere Behörde eine Herausforderung dar, aber es hilft hier nur rationales Handeln.“

Bürger-Hotline

Das Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen ist täglich von 8 bis 18 Uhr mit einer Bürger-Hotline (08821/751 500) besetzt. Es sollen jedoch nur Personen anrufen, die Symptome verspüren oder bemerken, und nicht jene, die sich nur testen lassen wollen.

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