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Ihre Tage sind gezählt: Die drei Eschen am Partnachuferweg sind krank und werden gefällt. 

Franz Hummel will dafür zahlen

Wegen Krankheit: Eschen am Partnachuferweg müssen weichen

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Eschentriebsterben – darunter leiden drei Bäume am Partnachuferweg. Mehrheitlich hat der Bauausschuss nun beschlossen, dass sie gefällt werden dürfen. Die Kosten übernimmt Bauträger Franz Hummel, der auch für die Ersatzpflanzung aufkommt.

Garmisch-Partenkirchen – Dr. Stephan Thiel ist fassungslos. Und stellt den Sinn der Garmisch-Partenkirchner Baumschutzordnung in Frage. „Was wir im Ort an Altbestandsfällungen auf den Tisch bekommen, ist enorm“, empörte sich der Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen im Bauausschuss. „Da sollten wir mal gegensteuern.“ Durchsetzen konnte er sich mit seinen Argumenten nicht. Mit 9:2-Stimmen segnete das Gremium ab, dass drei Eschen am Partnachuferweg umgeschnitten werden.

Den Hintergrund erläuterte Bauamtsleiter Jörg Hahn: „Die Bäume leiden stark unter dem Eschentriebsterben und sind auch deshalb schwierig zu pflegen.“ Somit empfiehlt Frohwalt Roesler, der Gärtnermeister der Gemeinde, diese zu fällen. „Er bewertet die Bäume sehr gewissenhaft“, unterstrich Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Daher hegt sie keinen Zweifel an seinem Urteil. Zumal die Worte, mit denen er den Zustand der drei Eschen beschrieben hat, ungewöhnlich drastisch ausgefallen seien. „So etwas kenne ich sonst gar nicht von ihm.“

Die Einschätzung des Gärtners untermauerte Walter Echter (CSB). Leide ein Baum unter dem Eschentriebsterben, das in Bayern flächendeckend den Bestand gefährdet, „zerfällt er und die Äste brechen ab“. Somit stand für ihn außer Frage, dass der Markt, auf dessen Grund die besagten drei Exemplare stehen, aktiv werden muss. „Das ist schon eine Frage der Verkehrssicherung“, betonte der Förster.

Handelt die Gemeinde jetzt, bestehen Hahn zufolge zwei Vorteile. Das Grundstück zwischen Partnachstraße und dem Uferweg, an dem die Bäume stehen, ist momentan unbebaut. Bauträger Franz Hummel plant an dieser Stelle ein neues Objekt. Auf seiner Homepage wirbt er damit, dass er dort Wohnträume erfüllen will. Somit ist der Zugang zu den Eschen derzeit frei. Zudem habe Hummel angeboten, die Kosten für die Fällung zu übernehmen, verdeutlichte Hahn. „Als Ersatz bietet er zwei Silberweiden und eine Silberlinde an.“ Dafür wolle der Unternehmer ebenfalls aufkommen.

Mit Hummels Wahl der Bäume konnten sich die Mitglieder des Bauausschusses aber nicht anfreunden. Ehe entschieden wird, welche Sorte die Eschen ersetzen, soll Roesler gehört werden. „Das ist unser Fachmann“, bekräftigte Alois Maderspacher (CSU). Er sprach sich wie die Mehrheit des Ausschusses dafür aus, dass „lieber g’scheide Bäume“ nachgepflanzt werden sollen.

Der zeitliche Ablauf, dass ausgerechnet im Vorfeld der Bebauung des Grundstücks an der Partnachstraße die Bäume untersucht worden waren, stieß derweil Thiel sauer auf. „Dass man gerade jetzt feststellt, dass die Eschen unrettbar krank sind, finde ich sehr komisch“, sagte er. „Da fehlt mir das Vertrauen.“

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