Der Corona-Impfstoff liegt in einem Kühlbehälter - noch verpackt.
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Heiße Ware? Ganz im Gegenteil. Streng gekühlt und mit Thermometer direkt anliegend wird der Impfstoff in einem Kühlbehälter transportiert.

Impfprozess im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Etappenziel in Reichweite: Am Montag alle Heimbewohner einmal geimpft

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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750 Impfdosen hat der Landkreis Garmisch-Partenkirchen bisher bekommen, am Montag sollen alle verimpft sein. Hansjörg Wiesböck spricht von einem „ziemlich planmäßigen“ Verlauf bisher. Am kommenden Wochenende soll es eine neue Lieferung geben.

Landkreis – Ein erstes Etappenziel im Rahmen der Corona-Impfungen im Landkreis könnte am heutigen Montag bereits erreicht werden: Zwei stationäre Pflegeeinrichtungen fehlen noch, dann sind alle Heimbewohner, die sich gegen Covid-19 impfen lassen wollten, auch tatsächlich mit der ersten von zwei Dosen versorgt. Lediglich je eine Unterkunft in Oberammergau sowie in Murnau stehen noch aus. Die steuern die mobilen Teams des Bayerischen Roten Kreuzes aber im Verlauf des heutigen Tages an. „Das sind zirka 80 bis 100 Dosen, die dort noch verimpft werden“, betont Hansjörg Wiesböck, organisatorischer Leiter der Koordinierungsgruppe Corona im Landkreis.

Den Impfprozess in der Region beschreibt Wiesböck als „bisher ziemlich planmäßig“. Nach dem Start am 27. Dezember mit den ersten 100 Einheiten des Präparats von Biontech/Pfizer begann Runde zwei noch im alten Jahr – wie erhofft am 30. Dezember. Wiesböck imponiert dabei immer noch die hohe Bereitschaft der Menschen, sich die Spritze in den Oberarm setzen zu lassen. „Die Ablehnungsquote ist verschwindend gering.“ Freilich seien die Senioren alle durch ihre Hausärzte voraufgeklärt. Und doch: „Pro Tag oder pro Heim ist es vielleicht ein Bewohner, der dann doch spontan Nein sagt. Maximal sind es zwei.“

In den vergangenen fünf Tagen waren die Impfteams fleißig. Denn die zwei Lieferungen von jeweils 325 Dosen mussten im vorgegebenen Zeitrahmen von vier Tagen an die Heimbewohner verabreicht werden. „Momentan schaffen wir im Schnitt 120 bis 160 täglich“, schätzt Wiesböck. Weiterhin sind zwei mobile Einheiten im Einsatz, die die unterschiedlichen Einrichtungen anzufahren. Der organisatorische Leiter in der Impfthematik beobachtet dabei immer besser funktionierende Abläufe. „Es spielt sich richtig gut ein.“ Vielleicht sei es sogar ein Vorteil, dass die Regionen nicht gleich mit Präparaten überhäuft wurden. „Uns hilft das jedenfalls, die Prozesse zu optimieren.“

Professionelle Arbeit der BRK-Mitarbeiter

Beeindruckt ist Wiesböck von der professionellen Arbeit der Fachkräfte in den Teams. „Dieser Impfstoff ist ja wirklich nicht einfach zu handhaben, aber die Mitarbeiter des BRK machen das unheimlich effizient, selbst in dieser ersten Phase.“ Daher ist es bislang auch kaum zu Verlusten von Impfstoff gekommen. Nicht einmal eine komplette Ampulle, aus der fünf Dosen der Flüssigkeit gewonnen werden können, ist unbrauchbar gewesen. „In der Kalkulation hatten wir mit mehr gerechnet.“ Eben wegen des komplizierten Vorbereitungsprozesses, bei dem sowohl auf die Temperatur, das richtige Mischverhältnis mit Natriumchloridlösung und einen besonnen Umgang ohne Schütteln zu achten ist.

So blickt Wiesböck durchaus optimistisch nach vorne. Für das kommende Wochenende erwartet er neuen Impfstoff in der Region. Dann soll es mit dem Pflegepersonal in den Heimen und auf den Covid-Stationen weitergehen. „Die geimpft zu haben, wäre ein weiterer Meilenstein.“ Erste Mitarbeiter von Einrichtungen wurden in den vergangenen Tagen bereits integriert. „Aber nur sehr punktuell“, merkt Wiesböck an.

Fortschritte auch mit der Software Bayimco

Fortschritte gibt es derweil auch mit der Software Bayimco des Freistaats Bayern, über die der Impfprozess abgewickelt und dokumentiert werden soll. „Sie läuft und es kommen ständig Updates“, sagt Wiesböck. Eine Aussage, die sich ganz gut auf den aktuellen Kampf gegen die Pandemie übertragen lässt.

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