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Nach dem Fahrplanwechsel hält der Bus morgens nicht mehr an der Ludwigsstraße im Ortsteil Partenkirchen.

Ärger mit Gemeindewerken

Bus lässt die Partenkirchner stehen

Garmisch-Partenkirchen - Massive Kritik von Marktgemeinderäten an den Gemeindewerken: Schuld an dem Ärger ist eine Fahrplanänderung des Busses im Ortsteil Partenkirchen. Doch die Werke wehren sich.

Wer morgens, zwischen 6 und 8 Uhr, zum Beispiel vom Hasental oder von der Ludwigstraße aus den Ortsbus nutzen will, muss erstmal zu Fuß gehen. Und zwar weiter als nach 8 Uhr oder in der Vergangenheit. Denn erst dann steuern die grünen Fahrzeuge mit den freundlichen Namen auch die Haltestellen an der Ludwigstraße an. Vorher nicht. Das sorgt für Ärger. Seit 25 Jahren rollen Ortsbusse in einem immer gleichen System durch Garmisch-Partenkirchen. Auch durch Partenkirchen. 

Fahrplanwechsel sorgt für Zündstoff

Vor dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 nahmen die Werke eine größere Änderung vor: Um frühmorgens die Anbindung an die Werdenfelsbahn sowie an die Schichtzeiten im Klinikum Garmisch-Partenkirchen zu verbessern, fahren die Busse zwischen 6 und 8 Uhr nicht durch die Ludwigstraße. Deswegen hagelt es im Marktgemeinderat Kritik. „Das ist ein absolutes Unding.“, wetterte CSU-Fraktionssprecherin Elisabeth Koch. Der Bus lasse die Fahrgäste an der Ludwigstraße stehen. Auch bei Josef Angelbauer (Freie Wähler) sollen etliche Partenkirchner ihrem Unmut Luft gemacht haben.

Der Werke-Vorstand Wodan Lichtmeß berichtete dazu von außergewöhnlich ausführlichen Beschwerdebriefen, konterte die Kritik aber bereits in der Sitzung, Winter tat dies am Montagabend im Verwaltungsrat. „Ich habe immer Gewinner und Verlierer, leider“, meinte der zuständige Kaufmännische Leiter. „Man kann es nicht allen Recht machen.“ 

Ziel der Gemeindewerke: eine bessere Anbindung der Busse an die Bahn

Die Gemeindewerke arbeiten schon seit langer Zeit an einem neuen, umfassenden Verkehrskonzept für den Ort. Es könnte im nächsten Winter umgesetzt werden. Zum bisher letzten Fahrplanwechsel wollte Winter indes aufzeigen, „was man im bestehenden System erreichen kann“, um die Anforderungen an das Unternehmen weitgehend zu erfüllen. Also drehte er an einzelnen Schrauben im Plan mit dem Ziel, eine bessere Anbindung der Busse an die Bahn zu erreichen. Die sei auch deutlich besser, sagte Bürgermeisterin und Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Außerdem sollten die Dienstzeiten der größten Arbeitgeber, insbesondere des Klinikums, Berücksichtigung finden. Die Wohnsiedlungen sollen die Busse stärker erschließen, und erstmals können Fahrgäste mit dem Bus direkt am Alpspitzwellenbad und am Olympia-Eissportzentrum ein- und aussteigen.

Winter sieht die Anforderungen an die Werke also zu etwa Dreiviertel erreicht. Eine Verschlechterung für die mehr als 1700 Menschen im Hasental in der Zeit von 6 bis 8 Uhr räumt Winter dabei ein. Allerdings könnten sie, je nach Wohnlage, in fünf bis zehn Minuten eine Haltestelle erreichen, die früh angesteuert wird. Alternativ könnten sie die Eibsee-Linie nutzen – müssten aber einmal umsteigen, um ins Klinikum zu kommen.

Matthias Holzapfel

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