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Fassungslose Vermieter: Josef Grasegger und Hertha Rührgartner. 

Enttäuschung nach schwieriger Suche

Familie unterschreibt Mietvertrag für Wohnung - doch dann findet sie keinen Kindergartenplatz

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Eine junge Familie will mit ihrem Sohn zurück nach Garmisch-Partenkirchen ziehen. Alles ist geregelt, der Mietvertrag unterschrieben. Der ist wieder nichtig, als das Paar erfährt, dass ihr Bub in keinem Kindergarten aufgenommen werden kann.

Garmisch-Partenkirchen – Zu vermieten. Vier Zimmer, 98 Quadratmeter, vor vier Jahren renoviert. 895 Euro plus Nebenkosten. Bei dieser Anzeige haben sich Josef Grasegger und seine Frau kaum vor Bewerbungen retten können. Bezahlbare Wohnungen in Garmisch-Partenkirchen sind rar. Am Ende haben sich die beiden für ein junges Paar mit einem Sohn entschieden. „Wir wollten einer Familie ein Zuhause bieten“, sagt der 73-Jährige. Denn immer wieder höre man, dass es mit einem Kind noch schwieriger sei, eine Wohnung zu finden. Vielleicht wegen des Lärms, den Kinder womöglich machen. Grasegger weiß es nicht, kann es auch nicht nachvollziehen. Umso mehr freuten sich seine Frau und er auf die kleine Familie.

Am Abend unterschrieb das Paar den Mietvertrag. Um ihn am nächsten Tag wieder zu kündigen. Aufgelöst rief ihn die Frau an, „tausend Mal hat sie sich entschuldigt“. Sie können nicht einziehen, sagte sie. Sie finde keinen Platz für ihren Sohn im Kindergarten. An vieles hat Grasegger gedacht. Dass junge Paare nicht nach Garmisch-Partenkirchen ziehen, weil das Wohnen dort zu teuer ist. Oder weil gut bezahlte, qualifizierte Arbeitsstellen fehlen. „Dass es aber an einem Kindergartenplatz scheitert, das ist eine Schande.“

Vollkommen überrascht hat die Situation auch die betroffene Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Sie lebt mit ihrem Partner und dem gemeinsamen viereinhalbjährigen Sohn in München, ist aber im Werdenfelser Land geboren und aufgewachsen, wollte und will wieder nach Hause ziehen. Endlich hatten die drei die passende Wohnung gefunden, „das ist wirklich nicht leicht“. Dann kam die Ernüchterung.

Gibt‘s zu wenige Kindergartenplätze?

Am Morgen nach der Unterschrift auf dem Mietvertrag rief die Frau die Kindergärten der Gemeinde an. Überall die gleiche Aussage: Wir sind voll. Auch auf den Wartelisten wäre ihr Sohn nicht die Nummer eins. Doch braucht der Bub Betreuung, denn sie ist wie ihr Mann berufstätig. Als Alternative schlug man ihr vor, bei einer Tagesmutter anzufragen. Doch für die Eltern kam diese Variante für den Moment nicht in Frage. Sie hatten sich einen Kindergartenplatz für den Sohn gewünscht.

Stehen also im Markt zu wenige Kindergartenplätze zur Verfügung? Die Verwaltung widerspricht dieser Aussage. In den vergangenen Jahren habe sich viel getan, sagt Rathaussprecherin Ute Leitner. Die heimischen Kindertagesstätten, darunter der Hort Partenkirchen, die Kindergärten des Marktes, die Einrichtung im Klinikum und im SOS-Kinderzentrum sowie der Waldkindergarten, erhöhten „zum Teil massiv“ ihre Kapazitäten. Aktuell werden zudem neue Gruppen aufgebaut, beispielsweise im Kindergarten Partenkirchen. Eine Fachstelle gibt Leitner recht: Das BASIS-Institut hat für den Landkreis den Bedarf an Plätzen ermittelt und offenbar festgestellt, dass Garmisch-Partenkirchen diesen fast vollständig erfüllt.

Das gilt vor allem für Familien, die sich rechtzeitig um einen entsprechenden Platz bewerben. Die Anmeldung startet offiziell im März, im Mai werden sie vergeben. In der Regel, heißt es, wird jedes Kind aufgenommen. Nur spontan einen Platz zu finden – schwierig. Und unwahrscheinlich. Das bestätigen Kindergarten-Mitarbeiter auf Nachfrage.

Die vielen Absagen sind das eine. Als wirklich frustrierend aber empfindet die junge Mutter aus München das Prozedere: Ohne eine Adresse in Garmisch-Partenkirchen kann man sein Kind nicht anmelden. Heißt: keine Wohnung, kein Kindergartenplatz. „Keine Ahnung, was wir jetzt tun sollen“, sagt die Frau. Sie hätten endlich eine Wohnung gehabt, doch offenbar zum falschen Zeitpunkt, eben nicht zum Kindergarten-Anmeldetermin. „Das ist so absurd, dass man schon wieder darüber lacht.“ Vielleicht, sagt sie, müssen sie nun mit ihren Umzieh- und Heimkehrplänen einfach warten, bis der Bub in die Schule kommt.

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