Benzin im Blut: Tausende Biker nehmen Jahr für Jahr am großen Korso teil. Er ist nicht nur bei ihnen beliebt, sondern auch bei den Schaulustigen, die an der Straße Fotos und Videos von der gemeinsamen Ausfahrt der Biker machen.

Feiertage für die große Biker-Familie

Feiern, fahren, fachsimpeln: 35.000 Biker-Freunde besuchen die BMW-Motorrad-Days 

Sie sind etwas Besonderes: Die „BMW Motorrad Days“ in Garmisch-Partenkirchen am Hausberg. Biker aus aller Welt begeistert die dreitägige Veranstaltung immer wieder aufs Neue. Dafür kommen sie gerne in die Marktgemeinde.

Garmisch-Partenkirchen – 3800 Kilometer ist Kyrylo Zuiev mit seiner R 1200 GS, Baujahr 2012, gefahren. Von Kiew in der Ukraine über Rumänien nach Garmisch-Partenkirchen. Siebenmal hat er das Großereignis schon besucht. Bei strahlendem Sonnenschein wartet Zuiev am Samstag am Straßenrand auf den Motorrad-Korso. Wie viele andere auch. Um die Maschinen zu bestaunen. Ja sogar, um in den Massen vielleicht ein bekanntes Gesicht zu entdecken.

Einige Biker kennen sich untereinander. Gerade die Motorrad-Days-Wiederholungstäter. Man freut sich, sich wieder einmal zu treffen. Auch Chaja und Willi Bischoff aus Oberammergau haben zahlreiche Kontakte in den vergangenen 13 Jahren geknüpft. Willi Bischoff fährt eine R 1200 RS. „Angefangen habe ich 1955 mit einer 250er NSU Max“, sagt er und lacht. Expertenwissen, über das man sich nicht mit jedem austauschen kann. Am Hausberg-Gelände ist das kein Problem. An Gleichgesinnten mangelt’s dort nicht.

Das Ehepaar lobt die Veranstaltung und die Atmosphäre. „Alle sind freundlich und alles ist auf einem Platz: vom Essen bis zu den neuesten Maschinen. Für uns sind es drei Feiertage“, sagt der Gatte. Die beiden ziehen weiter. Ihr Ziel: der Ausstellungsbereich am Eingang. Dort gilt ihr Kennerblick einem bestimmten Zweirad, der BMW S 1000 XR. Sie sind nicht die einzigen. Der „Allrounder“ interessiert auch zwei Männer von den Philippinen, die durch Europa reisen – mit wichtigem Zwischenstopp in Garmisch-Partenkirchen. Hilde und Harald Schwarz aus Battweiler möchten dagegen wissen, wie das „Zukunftsmodell“ aussieht. „Das Ganze hier ist sehr mannigfaltig“, findet Harald Schwarz. Es gibt Zubehörhändler, aber auch Reiseveranstalter. Nichts kommt zu kurz.

35.000 Biker in Garmisch-Partenkirchen - das sind die Fotos von den BMW Motorrad Days

Neben den weißen Ausstellungszelten steht eine Holzhütte. Klein, aber mit besonderem Inhalt. Es ist das „Event-Postamt“: Dort verkaufen Rainer Donth, Berthold Grona, Dieter Burgfeld und Martin Leitenbauer vom Briefmarken- und Münzensammler Club Philatelia eine spezielle BMW-Briefmarke, die eigens für das Großereignis gestaltet und in einer Auflage von 500 Stück gedruckt wurde. 300 sind am Samstag bereits verkauft. Die dazugehörigen Postkarten gibt es selbstverständlich auch, versehen mit einem Stempel, den der Club entworfen hat. „In Abstimmung mit BMW“, sagt Donth. Seit 2006 betreibt das Männer-Quartett jährlich das Postamt. Mit Spaß an der Sache.

Ein paar Meter weiter stehen ganze Massen Schlange. Das Original Motodrom, die älteste Steilwand der Welt, ist ein absoluter Publikumsmagnet. „Cool, sensationell“, kommentieren die Zuschauer kurz und knapp die Vorstellung der tollkühnen Männer. Nicole Eber begeistert mehr die Street-Bike-Freestyle-Show. „Die war phantastisch“, sagt sie. Wie auch das Abendprogramm. Die Stimmung passt. Unüberhörbar. Weit schallen die Lieder, bei denen tausende Besucher begeistert mitsingen.

Das abwechslungsreiche Programm kommt an, punktet bei den Gästen. Wieder einmal haben die Organisatoren den Nerv der Biker getroffen. Zur Freude von David Stiehler von GaPa-Tourismus. Er zeigt sich erleichtert über den Ablauf und die zahlreichen Angereisten. Rund 35 000 waren’s, schätzt der Eventmanager. Und das, obwohl der Regen am Freitag einige Besucher gekostet habe. Samstag und Sonntag strömten dafür umso mehr zum Hausberg-Areal. Negatives? Stiehler fällt außer mal einem umgeknickten Fuß oder Kopfschmerzen nichts ein. Das findet er gerade so einzigartig an den Bikern. „Sie können feiern, Spaß haben und sich trotzdem ruhig aufführen.“ Eben wie bei einem Fest unter Freunden.

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Astrid Klammt

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