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Diakon Stefan von Drachenfels segnet Ross und Reiter.

Leonhardiritt in Garmisch-Partenkirchen

Festtag für die Reiterfamilie

Bei Kaiserwetter hat der Leonhardiritt in Garmisch-Partenkirchen viele Besucher an die Straßen gelockt.

Garmisch-Partenkirchen – „Es ist toll, dass es den Leonhardiritt nicht nur in Bad Tölz oder Unterammergau gibt, sondern auch hier bei uns“, meinte Adelgunde Pfeuffer. Die Garmisch-Partenkirchnerin bewunderte an der Ludwigstraße die herausgeputzten Reiter und Pferde. „Ich wohne um die Ecke und lasse mir dieses faszinierende Schauspiel fast nie entgehen“, verriet die geborene Bambergerin. „Ich mag auch das Miteinander von Jung und Alt und Verwandtschaft reitet heuer auch mit.“ Bei strahlendem Sonnenschein und goldgelbem Herbstwetter, das sich eher wie Frühling anfühlte, säumten gestern hunderte Besucher die Wegesränder in der Marktgemeinde.

So manch einer schaute auch aus den Lokalen heraus zu oder saß gemütlich auf dem eigenen Balkon, um diesem Reiter-Schauspiel zuzusehen. Aus Seefeld in Tirol war Pia Kluckner angereist. „Ich habe selber Pferde und bin oft beim Leonhardiritt in Mittenwald aktiv dabei“, erklärte die 50-jährige gelernte Mechanikerin. Weil die Pferde bei solch einem Ereignis erfahrungsgemäß immer sehr aufgeregt seien, „ist es wichtig, dass möglichst nur ruhige ausgeglichene Vierbeiner mitlaufen, die sich auch von der recht lauten Musik nicht erschrecken lassen“, erläuterte die Insiderin.

Seit inzwischen 28 Jahren gehört der Leonhardiritt zu Ehren des Heiligen Leonhards für die Pferdefreunde Werdenfels nun schon zur guten Tradition. Monatelang hatte man darauf hingefiebert, vieles musste organisert und vorbereitet werden. Die beiden Vereinsvorsitzenden Nadine Fischer und Steffi Seitz hatten alle Hände voll zu tun. Dass dieser Sonntag vielen Einheimischen wie Touristen sicher in bester Erinnerung bleiben wird, ist nicht zuletzt ihnen und ihren Mitstreitern zu verdanken.

Bilder: Leonhardi in Garmisch-Partenkirchen

Sie hatten gemeinsam die etwa 30 Pferde mit Nelken und Rosen geschmückt, die Mähnen gekämmt und die Hufe beschlagen lassen. Die zahlreichen Gäste bewunderten auch die zehn herausgeputzten Kutschen auf ihrem Weg vom Eisstadion zum Schützenhaus. Hier versammelte sich der Tross zur feierlichen Segnung der Rösser unter den Augen von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Landrat Anton Speer (Freie Wähler).

Waren es früher die Arbeitstiere der Bauern, die den Segen erhielten, sind es heuer die Rösser der vielen Pferdeliebhaber. „Für mich und mein Pferd ist dies ein ganz besonderer Moment“, sagte Elisabeth Hiebler (28) ein wenig gerührt. Sie war morgens auf ihrem süddeutschen, sechsjährigen braunen Kaltblut Ilse aus Farchant nach Garmisch-Partenkirchen geritten und lauschte nach dem Marsch durch den Ort andächtig der feierlichen Segnungs-Zeremonie. Begleitet wurde die Steuerfachangestellte von ihrer Freundin und deren Familie.

„Es ist schön, wenn an diesem Tag immer alle aus der großen Reiterfamilie zusammenkommen, wir kennen uns untereinander schließlich alle gut“, sagte Marion Grasegger (37) aus Garmisch-Partenkirchen, die sich unter die Gäste gemischt hatte. „Und ich bin ein wenig wehmütig, dass mein Pferd mit seinen 24 Jahren inzwischen zu alt ist, um hier dabei zu sein.“

Wie Grasegger saßen am Ende dieser traditionsreichen Veranstaltung noch viele Besucher und Pferdefreunde gemeinsam bei Kaffee und Kuchen im Heim des Trachtenvereins zusammen und ließen diesen wunderschönen Tag noch einmal Revue passieren.

Auf www.gap-tagblatt.de sind weitere Bilder vom Leonhardiritt zu sehen

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