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Volles Haus: Die Besucher kommen gern ins Festzelt am Partenkirchner Schützenhaus.

10 Tage Tradition und Brauchtum am Schützenhaus

Festwoche in Partenkirchen: Feiern wie „anno dazumal“

„O’zapft is“ heißt es ab kommenden Samstag am Schützenhaus. Dann beginnt die 62. Partenkirchner Festwoche. Tradition und Brauchtum werden dabei wieder gelebt. Auch, wenn heuer einiges anders ist als in den vergangenen Jahren.

Garmisch-Partenkirchen – Nach der Garmischer Festwoche folgt die Partenkirchner. Das hat Tradition. Der Vorsitzende des Volkstrachtenvereins (VTV) Werdenfelser Heimat, Hansjörg Ostermair, ist kurz zuvor ziemlich im Stress. Auch das hat irgendwie Tradition. Immerhin soll bei der Eröffnung am Samstag, 12. August, alles fertig sein. Das bedeutet enorm viel Arbeit. Heuer ist es besonders schlimm, sagt Ostermair. „Mit den vielen Auflagen wird die Organisation immer aufwendiger.“ Ein wenig hört man es Ostermairs Stimme an, dass er gerade viel um die Ohren hat. Doch er sieht’s positiv: „Wir kriegen es scho hi“, unterstreicht er mit einem Augenzwinkern.

Dass er im Vorbereitungs-Fieber ist, verwundert nicht. Denn das Programm im Festzelt ist auch heuer wieder ziemlich umfangreich. „Jeden kann man es nie recht machen“, sagt Ostermair. Im vergangenen Jahr fand beispielsweise kein Party-Abend statt, dafür gab’s traditionellere Musik mit den „Ursprung Buam“. „Ich habe danach E-Mails bekommen“, erzählt Ostermair. Die Absender sprachen sich eindeutig für den Party-Abend aus. Heuer dürften sie glücklich sein. Am Montag, 14. August, sorgt die Band „DEErisch“ für ordentlich Stimmung im Zelt. „Die spielen auch moderne Sachen“, sagt der VTV-Chef. Er persönlich mag’s eher traditioneller. Doch auch dafür ist gesorgt.

Goaßlschnalzer, die Musikkapelle Partenkirchen und die Heimatabende gehören zum altbewährten Programm. Das traditionelle Steinheben fällt jedoch auch in diesem Jahr aus – ebenso wie der Forstdreikampf. Der fand 2016 statt des Steinhebens statt. „Nächstes Jahr machen wir das wieder“, sagt Ostermair. Es sei heuer aber zu viel Arbeit gewesen, die „ganzen Stämme herzuschaffen“.

Dafür gibt es in diesem Jahr einige Neuheiten. Ein Trend zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Festwoche. Und zwar der Retro-Trend. Ein Rückblick auf „anno dazumal“ wird etwa am Donnerstagabend geworfen. Eine Trachten- und Modenschau quer durchs Kalenderjahr ist dann geplant. Nicht nur Dirndl werden zu sehen sein. „Auch Skifahrer- oder Bergsteigermoden von heute und von damals“, sagt Ostermair.

Wer noch mehr in Nostalgie schwelgen möchte, kann am Mittwochabend beim Zeltabend mit „Bier und Hendlpreisen fast wie ,anno dazumal‘“ teilnehmen. Am Sonntag, 13. August, findet ein Oldtimertreffen im Zelt – samt Parade durch die Ludwigstraße – statt. „Da gibt es etwas ganz Besonderes zu gewinnen“, betont Ostermair. Und zwar einen alten Bulldog aus dem Jahr 1959. Für Traktor-Liebhaber eine Augenweide. Lose für je drei Euro verkauft der VTV-Nachwuchs im Zelt.

Ein weiterer Höhepunkt ist das Gaujugendfest am Samstag, 20. August. „31 Vereine aus dem Oberland kommen zu uns“, sagt Ostermair. Auch wenn er sich etwas müde anhört – er freut sich auf die kommenden Tage. „Ja, freilich. Das Festzelt hat schließlich Tradition.“

Das Programm:

Samstag, 12. August:
19 Uhr: 
Aufstellung von Volkstrachtenverein, Musikkapelle und Trommlerzug Partenkirchen und Wallgau sowie Schützenkompanie; Festzug von der Goldschmiede Aurmayr durch die Ludwigstraße zum Festzelt am Schützenhaus. ‚
20 Uhr: Eröffnung der 62. Partenkirchner Festwoche durch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer. Das Festprogramm wird umrahmt von den Schuhplatter, der Jugendgruppe, dem Historischen Alten Tanz und dem Dreiertanz. Die Musikkapelle Partenkirchen spielt bis 24 Uhr. 

Sonntag, 13. August
10 Uhr:
Anmeldung am Schützenhaus für den Festzug (Baujahr 1970) mit Kesselfleischessen.
13.30 Uhr:
Aufstellung für den Festzug bei der Goldschmiede Aurmayr. 14 Uhr: Partenkirchner Oldtimer-Treffen mit Verlosung eines Güldner Traktors, Oldtimerparade durch die Ludwigstraße. 18 Uhr: Toni Ostler und Werdenfelser Musikanten spielen auf.
20 Uhr: Heimatabend mit Schuhplattler, der Jugendgruppe sowie dem Historischen Alten Tanz und Dreiertanz.

Montag, 14. August:
20 Uhr: Partypower im Festzelt mit DEErisch aus dem Oberen Isartal. Der Eintritt kostet neun Euro. Einlass ab 18 Uhr und erst ab 16 Jahren (Ausweiskontrolle). 

Dienstag, 15. August:
20 Uhr: Großes Werdenfelser Goaßlschnalzen mit Gruppen aus Grainau, Mittenwald, Farchant und Partenkirchen. 

Mittwoch, 16. August:
19 Uhr: Der Trommlerzug des VTV mit Musikkapelle zieht durch die Ludwigstraße.
20 Uhr: Zeltabend mit Bier und Hendlpreisen fast wie „anno dazumal“, als Einlage spielen die Viererspitz Buam. 

Donnerstag, 17. August:
20 Uhr: Trachten- und Modenschau quer durchs Kalenderjahr. Es spielt das Trio Moaregger/Diktl, das Duo Hornsteiner/Kriner und die Musikkapelle Partenkirchen. 

Freitag, 18. August:
20 Uhr: Zeltabend der Betriebe.

Samstag, 19. August: 
19 Uhr: De junga Oidbachna und de Doiwinkl Musi spielen auf. Die Musikkapelle sorgt bis 24 Uhr für Stimmung. Der Eintritt kostet sieben Euro, Einlass ab 18 Uhr. 

Sonntag, 20. August: 
13.30 Uhr: Gaujugendfest mit großem Festumzug von der Goldschmiede Aurmayr durch die Historische Ludwigstraße und Münchner Straße zum Festzelt. 
20 Uhr: Heimatabend des VTV Werdenfelser Heimat mit Schuhplattler, Jugendgruppe, Holzhacker-Buam und Dreiertanz, als Schmankerl treten die Isartaler Buam aus Mittenwald auf. 

Montag, 21. August: 
19.30 Uhr: „Aus is und gor is und schod is, dass wohr is“: Einmarsch der Blaumacher mit Trommlerzug und Musikkapelle. Zum Schluss zieht Letztere noch einmal alle Register und spielt bis 24 Uhr zum Tanz auf. Als Einlage tritt die „Rodler Musi“ auf.

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