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Großer Jubel: Der Mittenwalder Josef Schandl (Stuck; l.) beim Finale in der Altersklasse I (über 85 kg). Konkurrent Siegfried Felner hat das Nachsehen.

Spannung bis zum Schluss

166 Fingerhakler am Kampftisch: Einer holt sich den 11. Meistertitel in Folge

Schmalz im Finger und die richtige Technik waren gefragt, als an Mariä Himmelfahrt in Garmisch-Partenkirchen die 60. Deutschen Meisterschaften im Fingerhakeln anstanden. 

Garmisch-Partenkirchen – Kraftsportarten wie Steinheben, Fingerhakeln und Rangeln haben im Freistaat, ja im ganzen Alpenraum Tradition. Dabei gilt das Hakeln als besonderer Sport, „ohne Netz und doppelten Boden“, wie der Farchanter Anton Lidl betonte. Neben Günther Seitz moderierte er die 60. Deutschen Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen als Vorsitzender des Kampfgerichts launig und fachkundig.

Bereits zum siebten Male seit seiner Gründung im Jahre 1960 war der Fingerhaklerverein Partenkirchen Gastgeber dieses Wettbewerbs. Nicht weniger als 166 Fingerhakler, fast ausnahmslos in der Tracht, vom Chiem- und Spessartgau, dem Altmühltal, Bayerischen Wald, dem Isar-, Ammer- und Schlierachgau sowie dem Gau Auerberg, nahmen neben den Haklern des Gaus Werdenfels teil. Der Lohn für die organisatorischen Mühen war ein ordentlich gefülltes Festzelt mit gut 1500 Zuschauern. Und die verfolgten die aufregenden Zweikämpfe an Mariä Himmelfahrt mit gespannten Minen und feuerten ihre jeweiligen Starter an.

Bereits am Vormittag war die Jugend dran, gefolgt von den Junioren. Bei den Jüngeren schlug sich der Mittenwalder Thomas Post hervorragend und musste nur Thomas Müller vom Isargau den Vortritt lassen. In der Altersklasse I (über 85 kg) freute sich der Mittenwalder Josef Schandl (Stuck) mächtig über seinen Sieg, Thomas Schaur und Georg Hanawitsch schlugen sich ebenfalls beachtlich. Im Leichtgewicht war dann der Farchanter Luis Klöck zunächst dominierend, am Ende sprang ein verdienter zweiter Platz nach spannendem Endkampf gegen Andreas Sturm heraus.

Mit dem Sieger Josef Utzschneider (l.) freut sich sein Bruder Anton, der selbst in der Altersklasse I angetreten ist.

Die Spannung steigerte sich von Gewichtsklasse zu Gewichtsklasse. Im mit 25 Startern dicht besetzten Klassement des Mittelgewichts war der Isargau bestimmend, im Halbschwergewicht war dann der amtierende Alpenländische Meister Korbinian Fischer aus Bad Kohlgrub am Start. Mit Anton Bader (Ammergau) und Georg Brandhofer (Isargau) hatte er aber starke Konkurrenz. „Ziach“ hallte es herüber vom Schiedsrichter, nachdem sich die Kontrahenten auf ihren Hockern mit angewinkelten Knien in Startposition begeben hatten. Zunächst lief es gut für den Bad Kohlgruber, er gewann gegen Routinier Anton Bader, seines Zeichens nicht nur Erster Vorsitzender des Landesverbandes, sondern auch amtierender deutscher Meister. „Sehen wir heute die Wachablösung“, fragte Moderator Lidl, als Fischer zunächst triumphiert hatte. Gegen Georg Brandhofer (Isargau) kassierte der Bad Kohlgruber dann die erste Niederlage. „Das Imperium schlägt zurück“, kommentierte Lidl und forderte auch gleich eine frische Maß für den Richtertisch an. „Die Bedienung war noch nicht da, vielleicht bestell‘n mas über Amazon.“ Die Stimmung war auf jeden Fall bestens, immer wieder hallten „Werdenfels, Werdenfels“ oder „Schlierachgau, Schlierachgau“-Rufe durchs Zelt. Am Ende sicherte sich Fischer bei einer äußerst starken Konkurrenz den hervorragenden dritten Platz.

Dann die Königsklasse, das Schwergewicht. Seit 2008 verbindet man sie mit dem Namen Josef Utzschneider. Konnte der Ohlstädter auch in diesem Jahr den Wettbewerb für sich entscheiden? Es lief gut für den sympathischen Ausnahme-Hakler, der für den Haklerverein Garmisch-Ohlstadt sein Bestes gab. Dann das große Finale: Die Partie zwischen Utzschneider und Florian Ruhdorfer war nach wenigen Sekunden entschieden. Utzschneider holte sich seinen 11. Meistertitel in Folge. Zu den ersten Gratulanten gehörten Festwirt Manfred Werner, VTV-Ehrenvorsitzender Hans-Martin Baudrexl und Hans Gröbl, Urgestein des Partenkirchner Haklervereins. „Is heut gor it so leicht ganga“, waren des Siegers erste Worte.

Schirmherr Landrat Anton Speer (Freie Wähler) war voll des Lobes: „Gerade die Jugend war mit Eifer dabei, und der Gau Werdenfels hat bei bester Organisation der Veranstaltung höchst erfolgreich abgeschnitten.“

Klaus Munz

Die Ergebnisse

60. Deutsche Meisterschaft im Fingerhakeln:Jugend: 1. Thomas Müller, Isargau; 2. Thomas Post, Werdenfels; 3. Kilian Pertold, Schlierachgau; 4. Josef Ostler, Werdenfels; 5. Franz Klöck, Auerberg; 6. Benedikt Krötz, Werdenfels; 7. Lorenz Ostler, Werdenfels; 8. Vitus Utzschneider, Werdenfels; 9. Hans Haslinger, Isargau; 10. Willibald Hipp, Auerberg. Junioren: 1. Maximilian Socher, Auerberg; 2. Hermann Hiltensberger, Auerberg; 3. Georg Hort, Schlierachgau; 4. Florian Sprenzel, Auerberg; 5. Georg Gerg, Isargau; 6. Georg Rauchenberger, Isargau; 7. Florian Hack, Auerberg; 8. Jakob Lorenz, Werdenfels; 9. Hansi Ostler, Werdenfels; 10. Tim Fischer, Auerberg. Senioren II: 1. Alois Paulus, Bayerischer Wald; 2. Josef Huber, Chiemgau; 3. Peter Fleckenstein, Spessart; 4. Hans Hort, Schlierachgau; 5. Josef Lory, Auerberg; 6. Magnus Eierstock, Auerberg; 7. Hermann Ostermeier, Schlierachgau; 8. Martin Klöck senior, Werdenfels; 9. Alois Turnhuber, Schlierachgau; 10. Anton Weiß, Schlierachgau. Altersklasse I bis 75 Kilogramm: 1. Wolfgang Arnold, Ammergau; 2. Josef Waibl, Auerberg; 3. Hermann Blöch, Ammergau; 4. Ferdinand Bachl, Bayerischer Wald; 5. Engelbert Schmölz, Auerberg; 6. Hans Lidl, Werdenfels; 7. Jacob Drews, Ammergau. Altersklasse I bis 85 Kilogramm: 1. Hansjörg Reßler, Ammergau; 2. Helmut Weiß, Schlierachgau; 3. Hubert Greisel, Auerberg; 4. Hans-Peter Reichart, Auerberg; 5. Andreas Gschwendtner, Schlierachgau; 6. Toni Utzschneider, Werdenfels; 7. Werner Franz, Ammergau; 8. Alois Reßler, Ammergau; 9. Sepp Binder, Schlierachgau; 10. Anton Schmid, Altmühltal. Altersklasse I über 85 Kilogramm: 1. Josef Schandl, Werdenfels; 2. Siegfried Felner, Altmühltal; 3. Thomas Schaur, Werdenfels; 4. Georg Hanawitsch; Werdenfels; 5. Alfred Finger, Schlierachgau; 6. Hans Ranner, Schlierachgau; 7. Manfred Nuscheler, Auerberg; 8. Paul Socher, Auerberg; 9. Lenz Gschwendtner, Schlierachgau; 10. Josef Hiltensberger, Auerberg. Leichtgewicht: 1. Andreas Sturm, Ammergau; 2. Luis Klöck, Werdenfels; 3. Fredi Wölfel, Spessart; 4. Karl Haubner, Altmühltal; 5. Flori Scherer, Werdenfels; 6. Paul Kögel, Auerberg; 7. Benedikt Höck, Ammergau; 8. Christian Graser, Altmühltal; 9. Stefan Hipp, Auerberg; 10. Hubert Hamberger, Schlierachgau. Mittelgewicht: 1. Josef Brandhofer, Isargau; 2. Jakob Gerg, Isargau; 3. Christoph Erdt, Ammergau; 4. Florian Kiel, Spessart; 5. Stephan Harrer, Ammergau; 6. Maxi Maier, Werdenfels; 7. Hansi Hibler, Werdenfels; 8. Alexander Hipp, Auerberg; 9. Maximilian Wölfel, Spessart; 10. Andreas Rohrmoser, Ammergau. Halbschwergewicht: 1. Anton Bader, Ammergau; 2. Georg Brandhofer, Isargau; 3. Korbinian Fischer, Werdenfels; 4. Arian Eberhardt, Schlierachgau; 5. Seppi Popp, Werdenfels; 6. Peter Frank, Werdenfels; 7. Christoph Gast, Auerberg; 8. Andreas Schuster, Auerberg; 9. Fabian Waibl, Auerberg; 10. Gerhard Joksch, Spessart. Schwergewicht: 1. Josef Utzschneider, Werdenfels; 2. Florian Ruhdorfer, Ammergau; 3. Markus Geisenhof, Auerberg; 4. Philipp Schuster, Auerberg; 5. Philipp Wölfel, Spessart; 6. Anton Grasegger, Werdenfels; 7. Toni Gerg, Isargau; 8. Michael Grasegger, Werdenfels; 9. Schorsch Hailer, Schlierachgau; 10. Lukas Wiedemaier, Auerberg. Gauwertung: 1. Gau Werdenfels (45 Punkte); 2. Ammergau (39); 3. Gau Auerberg (39); 4. Isargau (25); 5. Schlierachgau (24); 6. Gau Spessart (13); 7. Gau Bayerischer Wald (9); 8. Gau Altmühltal (8); 9. Chiemgau (5).

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