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Nichts geht auf der Kandahar: Training cancelled (abgesagt), heißt es auf der Anzeigentafel. 

SC Garmisch hofft auf gute Prognosen aus Vorarlberg

Fis-Renndirektor bläst Damen-Training ab: So geht‘s jetzt weiter

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Keine Spielereien: Die FIS musste das erste Training der Damen an der Kandahar absagen. Die Wetterprognosen machen den Verantwortlichen aber Mut. 

Garmisch-Partenkirchen – Exakt um 10.53 Uhr verkündete Atle Skaardal die Botschaft: Nichts wird’s mit dem ersten Training für die Damen-Abfahrt. Alle runter vom Berg.

Um 10.30 Uhr hätte Speed-Superstar Lindsey Vonn den ersten Testlauf eröffnen sollen. Ein nächster Versuch war auf 11 Uhr terminiert, auf verkürzter Stecke vom Start der geplanten Sprint-Abfahrt. Doch der Wetterbericht war zu schlecht. Die Verantwortlichen ließen sich auf keine Spielchen ein: Kein Verlegen, kein Neuansetzen, kein Rauszögern. „Wir bezweifeln, dass es heute klappt, das Training zu starten“, ließ FIS-Damen-Renndirektor Skaardal das Personal rund um die Strecke per Funk wissen. „Wir fahren das Training morgen, das sollte laut Wetterprognose realistisch sein.“

Gegen 9.30 Uhr hatte der Regen am Fuße des Kreuzecks eingesetzt. Zunächst leichter Niesel, dann deutlich stärker. Ein K.o.-Kriterium für die Sicht auf einer Abfahrt. Beschlagene Brillen bei mehr als 100 Kilometern pro Stunde – das hat mit Sicherheit nichts mehr zu tun. Zusätzlich ging es darum, die Kandahar zu schonen. Speziell nasser Schnee ist Gift für die Strecke. „Er ist gefährlich, die Piste verändert sich, wird weich“, begründet Skaardal die Absage.

Auf die vielen Helfer aus dem Weltcup-Team des Skiclubs Garmisch könnten stressige Tage – und vor allem Nächte zukommen. Es ist immer wieder Schnee angesagt. Der muss runter von der Strecke. Die Kälte, die für die kommenden Nächte angesagt ist, dürfte den Verhältnissen nicht schaden – wenn der Neuschnee rausgebracht wird.

Nur wenig wird dem Zufall überlassen 

Um 6.30 Uhr hatten die Einsatzkräfte am Donnerstagfrüh die Arbeit aufgenommen. „Planmäßig“, sagt OK-Chef Peter Fischer. Um 8 Uhr morgens herrschten perfekte Bedingungen. Dann aber verschlechterte sich die Situation rasant. „Leider genau so, wie es vorhergesagt war“, stellt Fischer klar.

Dem Zufall wird beim Weltcup in Garmisch-Partenkirchen wenig überlassen. Keinesfalls das Wetter. „Wir haben an der Strecke sogar zwei Stationen“, klärt Fischer auf. „Eine am neuen Starthaus, eine weitere am Bödele.“ Die Daten werden regelmäßig ausgewertet. Das übernimmt der Österreicher Peter Hinteregger von der Firma Meteologix. Der sitzt daheim in Vorarlberg und analysiert die Daten, die er von der Rennstrecke erhält. „Er macht das schon lange für uns und die Kollegen in Wengen“, betont Fischer. „Jeder größere Weltcup-Ort hat seinen eigenen Wetterdienst.“ Per E-Mail erhält Fischer zwei- oder dreimal am Tag die aktuelle Prognose. Genauer geht’s nicht.

Hinteregger liegt mit seinen Angaben stets recht gut. In letzter Zeit irrte er nur einmal – zum Vorteil für die Veranstalter. Für die Herren-Abfahrt hatte er vor Nebelbildung gewarnt. Er lag falsch. Das Rennen konnte wie geplant gefahren werden. Kein Vorwurf.

Am Donnerstag stimmten die Vorhersagen fast auf die Minute. Daher war Fischer auch nicht überrascht oder verärgert, das Training absagen zu müssen. „Das ist kein Drama. Wir wussten ja im Grunde, was kommt.“ Genauso zuversichtlich ist der Cheforganisator nun für den Freitagvormittag. Trocken soll es werden. Zumindest ab dem Vormittag.

Ein Training brauchen die Damen, um am Wochenende Rennen fahren zu können. Ob auf der gesamten Strecke vom Tröglhang oder auf der verkürzten vom Super-G-Start der Herren an der Einfahrt Himmelreich – das ist egal.

Skaardal hatte am Donnerstag im Zuge seiner Absage nur noch einen Wunsch: die Kandahar schonen. „Streckenteam bitte nicht über die Piste abfahren.“ Die muss durchhalten bis Sonntag. Eines ist klar: Übers Knie brechen werden die Verantwortlichen des Skiweltverbands eine Woche vor Olympia in Südkorea nichts mehr. Anders ist die Lage für den SC Garmisch: Rennausfälle kommen dem Ausrichter stets teuer zu stehen. So heißt es nun Daumendrücken – und auf gute Wetterprognosen aus Vorarlberg hoffen.

Bilder vom Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen

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