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Verärgert: Skiclub-Garmisch-Chef Peter Fischer kann die Äußerungen von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer nicht nachvollziehen. Foto:

Kritik an Äußerungen

Fischer fürchtet eine Neid-Debatte

Garmisch-Partenkirchen - Im Finanzausschuss hat Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer Dinge in den Raum gestellt, die Peter Fischer so nicht stehen lassen will. Der Chef des SC Garmisch widerspricht Meierhofers Behauptung, das Weltcup-OK erhalte aus dem Vermögenshaushalt 530 000 Euro.

Als Peter Fischer am Donnerstagmorgen beim Frühstück saß, wäre ihm bei der Lektüre des Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatts fast ein Bissen im Hals stecken geblieben. Der Artikel über den Finanzausschuss, der den Etat Garmisch-Partenkirchens für 2015 abgesegnet hat, erregte die Aufmerksamkeit des Vorsitzenden des Skiclubs Garmisch – seinen Unmut die Zitate von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). „Bei den freiwilligen Leistungen im Vermögenshaushalt nimmt derzeit der alpine Weltcup mit 530 000 Euro den größten Posten ein“, sagte die Rathaus-Chefin. „Ich verstehe nicht, warum sie einen solchen Unsinn in die Welt setzt. Sie muss doch wissen, welchen Folgen und Auswirkungen das hat“, echauffiert sich Fischer.

Peter Fischer will die Situation klarstellen

Das Weltcup-Komitee, das auch heuer wieder die Rennen auf der Kandahar am 28. Februar/1. März (Herren) und am 7./8. März organisiert, kriege „keinen Cent, zero, zero, nichts“, sagt er. Die größte Summe erhalte die Bayerische Zugspitzbahn (BZB), eine Aktiengesellschaft, an der die Gemeinde die überwältigende Mehrheit der Anteile besitzt, für Beschneiungsleistungen et cetera. „Diesen Sachverhalt müsste Frau Meierhofen eigentlich kennen“, sagt Fischer. Als dies am 18. April 2012 im Gemeinderat beschlossen wurde, gehörte Meierhofer als Fraktions-Chefin der Sozialdemokratischen Partei dem Gremium an. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie so ein kurzes Gedächtnis hat.“ Welche Höhe die Rechnung habe, die die BZB stellt, „darauf haben wir keinen Einfluss“. Nutznießer einer bestens präparierten Piste sind nicht nur die Weltklasse-Athleten, sondern auch der stinknormale Urlauber oder der Tages-Tourist – und damit Garmisch-Partenkirchen. Zum Beweis: Der touristische Marketingwert für die Ski-WM wird mit mehr als 26 Millionen Euro beziffert.

Was Fischer umtreibt, ist die Sorge, dass durch die Meierhofer-Äußerungen eine Neid-Debatte entfacht wird: Hier das Weltcup-OK, das mehr als eine halbe Million Euro jedes Jahr einstreicht, dort die kleinen Vereine, bei denen gekürzt wird, damit der Gemeinde-Haushalt seriös aufgestellt werden kann. „So etwas macht nur unnötig böses Blut.“ Er stellt klar, dass das OK jede Leistung bezahlt, die anfällt. Das Minus von 200 000 Euro, das aus den ausgefallen Rennen des vergangenen Jahrs resultierte, „haben wir ganz alleine beglichen. Das ist das Risiko des Unternehmers“.

Dass die ganzen Zahlungen Meierhofer zufolge damit begonnen haben, dass Thomas Schmid (CSB), ihr Vorgänger im Amt, den Weltcup an ein eigenes OK übergab, löst bei Fischer Kopfschütteln aus. Seit 1999 existiert das WM-Organisationskomitee in dieser Form. Schmidt saß damals noch als Leiter der Rechts- und Konsularabteilung in der Deutschen Botschaft in Ottawa, im Rathaus von Garmisch-Partenkirchen residierte als Bürgermeister Toni Neidlinger (CSU). „Es war die richtige Entscheidung, weil der Steuerzahler nicht mehr belastet wird“, meint Fischer.

Kassenbericht von 1998 als Beweismittel

Reichtümer generierte das Sportamt bis 1998 nicht, obwohl Meierhofer das behauptet: „Früher haben wir Geld bekommen. Es hieß immer, dass pro Weltcup eine Pistenraupe herausspringt.“ Die koste 300 000 Euro. Ein Blick in das Protokoll der Jahresversammlung 1999 des damaligen OK – es beinhaltet den Kassenbericht 1998 – sagt etwas ganz anderes. Die Eigenleistung des Markts beliefen sich damals auf rund 430 000 Mark, bezahlt wurden rund 130 000 Mark. Das Minus von fast 300 000 Mark übernahm das neugegründete Organisationskomitee. „Geld für eine Pistenraupe sehe ich da nicht“, sagt Fischer.

Das Verhältnis zu Meierhofer beschreibt Fischer, der als streitbarer Geist gilt und der in den zurückliegenden Jahren mit Schmid häufig im Clinch lag, als „gut. Sie kann zuhören und ist intelligent“. Das Gespräch will er erst einmal nicht suchen. Er sieht Meierhofer in der Pflicht. Den Gang an die Öffentlichkeit hat er gewählt, „damit nicht weiter ein verkehrtes Bild vom Weltcup gezeichnet wird“.

Peter Reinbold

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