Eine Grafik über die Aufteilung von Zugspitz-Realschule und den Partenkirchner Einrichtungen im Containerdorf.
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Ein Provisorium, zwei Nutzungen: So werden die Container ab September aufgeteilt.

Das nächste große Schulprojekt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Fix: Im Sommer ziehen die Realschüler um

  • Christian Fellner
    vonChristian Fellner
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Sanierung und Teilumbau der Zugspitz-Realschule in Garmisch-Partenkirchen rücken näher: Die Kreisverwaltung hat erste Verträge unterschrieben. Bis Ende 2024 wird die Schule in ein Container-Dorf umziehen.

Ohlstadt/Garmisch-Partenkirchen – Gelacht hat niemand über den Scherz von Alkmar Zenger. Vielleicht, weil die Kommunalpolitiker schon zu viel erlebt haben. Oder sie möglicherweise böse Vorahnungen umtreiben? Wer weiß. Der Kreisbaumeister jedenfalls sprach im Schulausschuss in der Ohlstädter Post über den Sachstand zur Zugspitz-Realschule. Er umriss zunächst knapp den Fahrplan für dieses Jahr:

Die Pläne sollen bis zum Frühsommer fertiggestellt sein, dann der Bauantrag eingereicht werden, um im Herbst die Genehmigung zu erhalten. Danach erfolgt eine realistische Kostenschätzung. „Und dann weiß ich, ob ich etwas beruhigter schlafen kann, oder eben gar nicht mehr“, scherzte Zenger. „Dann haben wir eine gesicherte Zahl.“ Noch gehen alle Beteiligten von einer Summe von rund 20,4 Millionen Euro für die Sanierung und den Teilneubau, die sogenannte Hybridlösung, aus. Wenn der Plan steht, der Bauantrag formuliert ist, dann gibt es Genaueres. Tendenz? Unbekannt. Dazu äußerte sich Zenger nicht.

428 Schüler ziehen zum neuen Schuljahr in die Container um

Fix ist, dass im Sommer zum Schuljahreswechsel für die heuer exakt 428 Kinder und Jugendlichen der Umzug in die Container an der Bahnhofstraße ansteht. Denn die ersten Verträge sind mittlerweile unterschrieben. Der mit dem Grundstückseigentümer zum Beispiel, der Herimo Immobilien GmbH aus Mauerstetten im Allgäu, die hinter den V-Märkten steht. „Das war ein Kraftakt bis zum Schluss“, betonte Zenger. „Da war die Erzdiözese schon nervös, denn wenn es nicht geklappt hätte, hätte sie die Container abbauen lassen müssen.“ Doch am 23. Dezember im alten Jahr wurden die Unterschriften gesetzt. Der Landkreis sicherte sich das Nutzungsrecht bis 31. Dezember 2024 – mit einer Option zur zweimaligen Verlängerung um jeweils drei Monate. Ein Joker quasi. „Wie wir bei den St.-Irmengard-Schulen gesehen haben, ist diese Option wichtig, denn die Erzdiözese musste sie beide Male ziehen“, erläuterte Zenger. Die dreieinhalb Jahre sieht er aber als „vernünftiges Zeitfenster“ für das kreiseigene Projekt Realschule an.

Auch mit dem Markt Garmisch-Partenkirchen muss der Landkreis einen Vertrag abschließen. Darin ist das Baurechtliche geregelt, geht es beispielsweise um Haftungsfragen. Bestandteil ist aber auch eine Rückbaupflicht zum Ende der maximalen Laufzeit. „Damit wir nicht ausziehen und einfach alles stehen lassen“, merkte Zenger an. Der Vertrag liegt unterschriftsreif im Rathaus. „Ich gehe davon aus, dass er in diesen Tagen auch unterschrieben wird.“

40 000 Euro Miete im Monat für die Container, die zuvor die St.-Irmengard-Schulen benutzt hatten

Nächster Partner ist die Firma Fagsi, die die Container auf dem ehemaligen PX-Gelände der US-Streitkräfte aufgebaut hat. Zenger nimmt an, dass der Kontrakt im März zustande kommen wird. Eine sogenannte Stilllegungsmiete von 10 000 Euro pro Monate für die Zeit des Leerstands ist bekanntlich bereits vereinbart. Befindet sich das Schulprovisorium dann ab September in Betrieb, steigt diese auf 40 000 Euro. Da der Landkreis für die Realschüler nicht das gesamte Container-Dorf benötigt, wird den östlichen Teil parallel zur Wettersteinstraße der Markt Garmisch-Partenkirchen für Schule, Kinderhort und Krippe nutzen. „Das hat den Vorteil, dass wir uns die Mietkosten für den Grund aufteilen können.“

Auch mit der Erzdiözese München-Freising musste der Kreis ins Geschäft kommen. Da geht es in erster Linie ums Inventar der Container. „Sie sind voll möbliert“, sagte Zenger. Und die Einrichtung sei in einem sehr guten Zustand. Einer Übernahme stand also nichts im Wege. „Da haben wir ein Schnäppchen gemacht“, urteilt der Kreisbaumeister. Einige Umbauten stehen lediglich an der Container-Anlage hinsichtlich des Brandschutzes an.

Die Planung für die neue Schule am alten Standort läuft derweil auf vollen Touren

Für den Bau am Gamsangerweg läuft hingegen die Planung auf Hochtouren. Am Mittwoch fand ein Treffen mit der Schulleitung und den Fachschaftslehrern statt. „Raum-Tetris“, nannte Zenger die Aufgabe. Dabei steht die Anordnung der Räume nach den Bedürfnissen der Einrichtung im Fokus. „Das ist für die Schule sehr wichtig. Denn es geht ja nicht nur um ein paar Jahre, sondern, wir müssen für 20 oder 30 Jahre planen.“

Hinsichtlich des Blockheizkraftwerkes im Keller ist die Vertragslage mit den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen ebenfalls geklärt. Die Kontrakte sind zum 31. Juli dieses Jahres gekündigt. Eine nochmalige Nachfrage vonseiten der Werke, ob das kleine Kraftwerk nicht doch im Schulhaus verbleiben könne, lehnte der Kreis ab. Zenger stellt klar: „Die Räume im Untergeschoss sind bereits verplant.“

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