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Mann im Mittelpunkt: Finanzminister Markus Söder (3.v.l.) sagte beim Neujahrsspringen 2018 bayerische Unterstützung für die Flutlichtanlage zu. Gefreut hat‘s (v.l.) von Wolfgang Bauer, Harald Kühn, Martin Bachhuber, Thomas Schwarzenberger, Anton Speer, Dr. Sigrid Meierhofer und Michael Maurer.

SC Partenkirchen gibt 2020 als realistisches Ziel aus 

Flutlichtanlage fürs Neujahrsspringen: Geldzusage fehlt, Dobrindt soll‘s richten

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Markus Söder hat es beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen versprochen: Der Freistaat Bayern wird eine Flutlichtanlage für die Olympia-Skisprungschanze finanziell unterstützen. Dabei soll es bleiben. Nur Geld fließt damit noch lange keines.

Garmisch-PartenkirchenEinen kleinen Zettel hat Martin Bachhuber seinem Parteifreund Alexander Dobrindt in die Hand gedrückt. „Flutlichtanlage Garmisch-Partenkirchen“ hatte er darauf notiert, darunter seinen Namen gesetzt. Eine Gedächtnisstütze. Damit sich „der Alexander“ – man kennt und duzt sich –, früherer Verkehrsminister, jetzt Chef der CSU-Landesgruppe, auf Bundesebene für Zuschüsse stark macht. Damit sich mal etwas bewegt im Projekt Flutlichtanlage für die Skisprungschanze. Immerhin: Es läuft. Wenn auch langsam. Status: nachhaken und werben.

Zum ersten Mal hatte Markus Söder am 1. Januar 2018 das Neujahrsspringen in Partenkirchen besucht. Der CSU-Mann, damals noch Finanzminister, heute Ministerpräsident, zeigte sich begeistert – und großzügig. Er sprach von 30 Prozent Zuschuss, „35 Prozent dürften kein Problem darstellen“. Macht rund 350 000 Euro bei einer geschätzten Summe von einer Million Euro. Ein schönes Versprechen. Nur Michael Maurer, Präsident des Skiclubs Partenkirchen, weiß: „Zusage ist nicht gleich Zusage.“ Bei dieser Zusagen-Variante wird das Geld nicht sofort überwiesen. Auch wenn das bayerische Kabinett hinter den Plänen steht. Das betont Landtagsabgeordneter Bachhuber, der den Zuschuss-Coup gemeinsam mit Maurer im Vorfeld des Springens eingefädelt hatte, mehrfach.

Im bayerischen Haushalt vermerkt

Im Haushalt des Freistaats hat die Flutlichtanlage 2019 ihren Platz. Als sogenannte Verpflichtungsermächtigung. Heißt: „Wenn das Projekt kommt, stehen wir Gewehr bei Fuß und stellen die Mittel zur Verfügung“, sagt Bachhuber. Dafür fehlen noch ein paar Voraussetzungen. Die wichtigste: noch mehr Zuschüsse. Aus Berlin.

Schon an Neujahr verwies Söder darauf, dass sich hoffentlich auch der Bund mit einer bemerkenswerten Summe beteiligen würde, um die Belastungen für die Gemeinde zu minimieren. „Ohne den Bund geht es nicht“, dessen ist sich Maurer sicher. Solange er nicht weiß, inwieweit sich dieser engagiert, wird er auch nicht an die Gemeinde – Eigentümerin und Bauherrin – herantreten.

Beim Springen am 1. Januar 2020 soll Anlage stehen

Noch bleibt ein wenig Zeit. An Neujahr sprach der SCP-Präsident von „sanftem Druck“ seitens des Deutschen Skiverbands. Dieser plädiert für den Bau der Flutlichtanlage, im Idealfall in den nächsten zwei oder drei Jahren. Das klappt, glaubt Maurer. Für idealistisch hält er 2019, für realistisch 2020. Beim Springen am 1. Januar soll die Anlage stehen.

Nach Berlin, zu Händen Dobrindt – Maurer setzt auf den „persönlichen Kontakt“ –, haben die Partenkirchner bereits einen Antrag auf Förderung geschickt. Ohne konkrete Summe. Der SCP bittet um eine Unterstützung in „ähnlicher Form“ wie aus Bayern. Eine Antwort bekam Maurer nicht. Im Hintergrund aber seien Gespräche gelaufen. Was übersetzt wohl so viel heißt wie: Allzu viel ist nicht passiert. Maurer beschreibt eine Gratwanderung. „Man darf die Angelegenheit nicht vergessen, darf aber auch nicht ständig nerven.“

„Nicht so einfach“ mit den Bundesmitteln

Bachhuber jedenfalls wurde nach dem Tagblatt-Anruf aktiv. Er würde sich gleich erkundigen, versicherte er. Das tat er, am Rande des Gaufestes in Murnau. Und als er Dobrindt auf das Projekt ansprach, wusste der angeblich gleich Bescheid. „Klar, die Sache hat er auf dem Schirm“, sagt Bachhuber. Ebenso sicher ist: Die Flutlichtanlage steht bei Politikern in unruhigen Zeiten nicht ganz oben auf der Prioritäten-Liste. Zudem sei es „wohl gar nicht so einfach, dass Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden“. Das erfuhr Bachhuber schon mal in dem kurzen Gespräch mit dem CSU-Landesgruppenchef. Mehr Informationen gibt es aktuell nicht.

Immerhin: Bachhubers Zettel, das hat er beobachtet, verschwand nicht in Dobrindts Trachtenanzug-Hose, wo ihn nach der Reinigung niemand mehr lesen kann. Nein, der Peißenberger steckte ihn gefaltet in den Geldbeutel. Natürlich weiß Bachhuber nicht, wie oft sein Parteifreund dort hineinschaut und wie prall gefüllt das Gedächtnisstützen-Fach bereits ist. Aber der Bad Heilbrunner versichert: Er lässt jetzt nicht mehr locker. Einige Veranstaltungen stehen an, bei denen er „den Alexander“ trifft. „Und da werde ich immer wieder nachhaken“.

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