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Föhnsturm: Aufräumarbeiten werden offenbar noch Monate dauern - erste Wege wieder begehbar

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Von: Josef Hornsteiner

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Verwüstet vom Sturm ist der Kletterwald am Wank in Garmisch-Partenkirchen.
Verwüstet vom Sturm ist der Kletterwald am Wank in Garmisch-Partenkirchen. © Kornatz

Der verheerende Föhnsturm am Freitag hat im ganzen Landkreis für Schäden gesorgt. Besonders hart betroffen war Garmisch-Partenkirchen.

Update, 21. November, 21.08 Uhr:

Durch den Sturm vor einer Woche sind im Raum Garmisch-Partenkirchen zum Teil massive Baumschäden entstanden. Als Folge waren viele Spazier- und Wanderwege nicht mehr zu benutzen. Die Mitarbeiter des Bauhofs haben seither viele umgestürzte Stämme entfernt und Prüfungen vorgenommen. 

In Partenkirchen sind folgende Strecken wieder begehbar: der Fußweg an den Riedhängen zum Dorinth, die Wege von der Schönen Aussicht bis zur Pfeifferalm und zum Adam-Weg, der Philosophenweg vom Schützenhaus Richtung Farchant sowie der Steig vom Josefibichl zur Tannenhütte über den Fauken. In Garmisch sind der Kramerplateauweg sowie die dazugehörigen Aufstiege, die Tour rund um den Rießersee und von dort Richtung Aulealm freigeschnitten. 

Weiterhin geschlossen bleiben der Weg vom Josefibichl Richtung St.-Anton sowie die St.-Anton-Anlagen. Außerdem ist der Aufstieg zum Eckbauer nur über Graseck oder Wamberg möglich, der Schönaufußweg vom Skistadion Richtung Eckbauer bleibt voraussichtlich bis Frühjahr 2020 geschlossen. Auch der Fußweg vom Eckbauer Richtung Elmauer Alm ist nicht begehbar. Als Alternative dient die Forststraße.

Landkreis – Nach den Sturm am Freitag zeigt sich nur langsam das Gesamtbild der Zerstörung. Die gemeindlichen Bauhöfe haben bereits am Freitag auf Hochtouren gearbeitet, um Straßen und Wege von umgestürzten Bäumen zu befreien. Wie hoch die gesamte Schadenssumme im Landkreis ist, insbesondere in Garmisch-Partenkirchen, wird wohl noch lange nicht beziffert werden können. „Bisher sind nur zwei Schadensmeldungen vom Partenkirchner Friedhof bei uns eingegangen“, sagt Rathaus-Sprecherin Ute Leitner. Auch die genaue Anzahl der Schäden: nach wie vor unklar. Sämtliche Aufräumarbeiten, die die Bauhofmitarbeiter nicht leisten können, werden ausgeschrieben und an externe Firmen vergeben. Das dauert natürlich. Deshalb geht die Marktgemeinde noch von vielen Wochen, vielleicht sogar Monaten aus, bis letztlich die Folgen der Zerstörung durch den Föhnsturm komplett beseitigt sind.

Schneller musste der Markt bei dem beschädigten, denkmalgeschützten Gebäude am Partenkirchner Friedhof handeln. Dort stürzte bekanntlich eine riesige Fichte auf das Dach und zerstörte es. Hier haben die provisorischen Arbeiten bereits begonnen. „Das Dach muss dringend dichtgemacht werden, um weitere Schäden zu verhindern“, sagt Leitner. Die gute Nachricht: Das Gebäude links vom Friedhofseingang ist reparabel und braucht nicht abgerissen zu werden. Allerdings kann es nur eine Firma instandsetzen, die sich auf denkmalgeschützte Gebäude spezialisiert hat. Auch diese Ausschreibung wird Leitner zufolge dauern.

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Anlagen von St. Anton weiterhin gesperrt

Geöffnet haben derweil wieder die beiden Friedhöfe in Garmisch-Partenkirchen sowie die Kurparks. Lediglich die Anlagen rund um die Partenkirchner Wallfahrtskirche St. Anton sowie der dortige Spielplatz bleiben bis auf Weiteres geschlossen. „Die Straße zur Kirche sowie zum Philosophenweg ist frei begehbar“, teilt Leitner mit. „In den nächsten Wochen müssen die Riedhänge gesperrt bleiben.“ Vom Sturm beschädigt wurde auch der Kletterwald am Wank. Ein Gutachter wird in den nächsten Tagen die Bäume, die nicht umgestürzt sind, genauer unter die Lupe nehmen und bei einer möglichen Gefahr fällen lassen.

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Währenddessen ruft die Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach ihre Mitglieder dazu auf, sich einen Überblick in ihren Wäldern zu verschaffen. Die Eigentümer sollen prüfen, ob Äste und Wipfel abgebrochen sind und die Schäden umgehend, noch vor der Beseitigung, dem Finanzamt melden. Thomas Grebenstein von der Waldvereinigung fordert seine Mitglieder auf, „nichts zu überstürzen und umsichtig und überlegt zu handeln“. 

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Umgestürzte Fichten müssen die Eigentümer beispielsweise erst bis zum nächsten Frühjahr aufarbeiten. Kann das Holz nicht aus dem Wald geschafft werden, müssen sie dieses entrinden. Hierbei sei unter Umständen eine finanzielle Unterstützung seitens der Forstverwaltung möglich, teilt Grebenstein mit. Zudem soll jeder Waldbesitzer genau einschätzen, welches Holz er selbst aufarbeiten kann und welche Arbeiten er lieber Profis überlassen sollte.

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