Chaos beim Live-Stream! BVB-Fans flippen bei DAZN-Übertragung aus: „Wohl wieder Schluckauf!“ 

Chaos beim Live-Stream! BVB-Fans flippen bei DAZN-Übertragung aus: „Wohl wieder Schluckauf!“ 
+
Alles dreht sich um „Garmi“: (v.l.) Florian Herrmann, Sigrid Meierhofer und Sami Haddadin. 

„Garmi“ wird jetzt Leben eingehaucht

Forschungszentrum „Geriatronik“ der TU München beginnt Arbeit in Garmisch-Partenkirchen

  • schließen

Der erste Schritt ist getan. Am Samstag hat das Forschungszentrum „Geriatronik“ der TU München in Garmisch-Partenkirchen seine Arbeit aufgenommen. Untergebracht ist es an der Bahnhofstraße. Irgendwann soll es auf den LongLife-Campus umziehen, der sich wohl auf dem Bahnhofs-Areal befinden wird.

Dieses Schild hängt an dem Gebäude an der Bahnhofstraße 37 in Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen – „Garmi“ stand still einen Meter abseits des Rednerpults und schwieg, während neben ihm Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Professor Sami Haddadin, Leiter der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) der TU München, viel von ihm und über ihn redeten. Und über das, was die (Forschungs-)Zukunft Gutes für den Markt und seine Menschen bringen wird. „Garmi“ war sprach- und bewegungslos. Der humanoide Assistenzroboter ist derzeit nicht mehr eine Hülle. Doch das soll sich schnell ändern. „Wir müssen ihm Leben einhauchen“, sagte Staatsminister Dr. Florian Herrmann (CSU).

Wenn er mithilfe von Wissenschaftlern laufen, denken und greifen gelernt hat, soll der zweiarmige „Garmi“ älteren Menschen bei Alltagstätigkeiten – wie dem Aufstehen aus einem Sessel – helfen, oder ein intelligentes Werkzeug für die Telemedizin sein. Herrmann, Leiter der Staatskanzlei, nannte die Eröffnung des Forschungszentrums Geriatronik an der Bahnhofstraße 37„einen großen und segensreichen Tag“. Die in Garmisch-Partenkirchen entwickelten technischen Innovationen helfen besonders älteren Menschen, „möglichst lang ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu führen“.

15 Wissenschaftler auf 700 Quadratmetern

Auf zwei Etagen und rund 700 Quadratmetern werden in den Räumen der ehemaligen Hotelfachschule zunächst rund 15 Wissenschaftler arbeiten. Später sollen es bis zu 40 sein. Vor Kurzem hatte Haddadin noch von 60 gesprochen. Das Gebäude, im ersten Stock sind Büros untergebracht, im zweiten nach einer gewissen Anlaufzeit Musterwohnungen, ist wohl nur ein Provisorium für das auf zunächst acht Jahre angelegte Projekt gedacht. Perspektivisch soll das Anwender- und Forschungszentrum auf dem geplanten LongLeif-Campus untergebracht werden, der zusätzlich ein generalistisches Ausbildungszentrum für Pflegekräfte sowie den Neubau des Caritas-Pflegeheims beherbergen soll. „Bis Ende des Jahres könnte, nach derzeitigem Kenntnisstand, die Suche nach einem geeigneten Grundstück in zentraler Lage abgeschlossen sein, sodass dann die Realisierung des Campus in Angriff genommen werden kann“, erklärte Meierhofer. Die Fläche soll sich dem Vernehmen nach auf dem Bahnhofsareal befinden und noch dem Baulöwen und Investor Franz Hummel gehören. Das Abrams, das Meierhofer lange Zeit favorisierte, ist aus mannigfaltigen Gründen wohl aus dem Rennen.

Meierhofer, die gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzende der LongLeif gGmbH ist, die die 57 Millionen Euro der Leifheitstiftung verwaltet, wünscht sich ein Signal der Bayerischen Staatsregierung, dass für den Bau und den dauerhaften Betrieb des Geriatronik-Forschungszentrums auf dem Campus-Gelände „grünes Licht gegeben wird“. Um ihren Worten Nachdruck zu verleihen, zitierte sie Ministerpräsident Markus Söder. In der Regierungserklärung vom 18. April 2018 heißt es schwarz auf weiß: „Wir bauen ein Healthcare-Robotik- Zentrum in Garmisch für künstliche Gliedmaßen sowie Assistenten für Pflegebedürftige.“ Damit wollte sie deutlich machen, „was versprochen wurde“.

Bayern will Projekt mit 18,3 Millionen Euro fördern - unabhängig vom Wahlausgang

Garmisch-Partenkirchen unterstützt das Forschungszentrum mit neun Millionen Euro. Eine Million erhält das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum, das in eine ähnliche Richtung wie Haddadin forscht. Die finanziellen Zusagen der Staatsregierung belaufen sich Hermann zufolge auf 18,3 Millionen. Die Mittel sollen auch sicher sein, falls sich bei den Landtagswahlen am kommenden Sonntag ein politisches Erdbeben ereignet und die CSU sich in einer Koalition wiederfindet. „Das Geld steht im Haushalt“, unterstreicht Hermann. Er rechnet fest damit, dass die Geriatronik sich in Garmisch-Partenkirchen zur Erfolgsgeschichte entwickelt. Der gleichen Meinung ist Haddadin: „Unser Ziel ist es, dass sich Garmisch-Partenkirchen auf der Basis zukunftsweisender Seniorenpflege-Konzepte zum Modellort für intelligente Assistenz-Robotik-Systeme im Alter entwickelt.“

Bis es soweit ist, dürfte es dauern. Aber ein erster Schritt dazu wurde am Samstag getan.

Lesen Sie dazu auch: 

Roboter made in Garmisch-Partenkirchen

Pläne für Altes Zollhaus: Geriatronik statt Seniorenwohnungen?

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Umstrittener Spruch: Murnauer Trachtler entfernen Tafel von Maibaum
Der Trachtenverein Murnau hat nach anhaltender Kritik an seinem Maibaum-Spruch in einer Hauruck-Aktion die Tafel entfernt. „Wir knicken im Moment ein“, sagt der Erste …
Umstrittener Spruch: Murnauer Trachtler entfernen Tafel von Maibaum
Braunbär in Bayern: Spuren entdeckt - worauf Wanderer jetzt unbedingt achten müssen
Die Spuren sind eindeutig: Bei Garmisch-Partenkirchen konnten Abdrücke von Bärentatzen im Schnee gefunden werden. Jetzt gibt es klare Anweisungen an Wanderer. 
Braunbär in Bayern: Spuren entdeckt - worauf Wanderer jetzt unbedingt achten müssen
Dem Erbe des Großvaters verpflichtet: Nachruf auf Strauss-Enkel Dr. Christian Strauss
Dr. Christian Strauss, der Enkel des weltberühmten Komponisten, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. In Garmisch-Partenkirchen ist die Trauer groß. 
Dem Erbe des Großvaters verpflichtet: Nachruf auf Strauss-Enkel Dr. Christian Strauss
James-Loeb-Areal: Ein Bürgerbegehren liegt in der Luft
Der Streit um das geplante Wohnbauprojekt auf dem Murnauer James-Loeb-Areal spitzt sich zu. Die Bürgermeisterpartei ÖDP/Bürgerforum drängt darauf, auf einer Teilfläche …
James-Loeb-Areal: Ein Bürgerbegehren liegt in der Luft

Kommentare