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Der sächselnde Shakespeare unterstützt Michl Müller bei seinem neuen Bühnenprogramm.

Neue Bühnenshow kommt beim Publikum an

Fränkisches Original nach Garmisch-Partenkirchen: Bei Michl Müller bleibt kein Auge trocken

„Müller ...nicht Shakespeare“ heißt das neue Programm von Michl Müller. In tiefstem Fränkisch nimmt der Kabarettist den Literaten und vieles mehr aufs Korn. Im gut besuchten Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen kommt der erfrischend authentische Künstler bestens an.

Garmisch-Partenkirchen – Er kam, sang und siegte. Das Garmisch-Partenkirchner Publikum wollte Michl Müller auch nach drei Stunden Show, einem Kabarett-Feuerwerk vom Feinsten, nicht von der Bühne im Festsaal Werdenfels lassen. Circa 450 Fans aller Altersklassen waren der Einladung des Kulturbeutels zum Sommerspezial gefolgt. Ein Volltreffer!

Dieser Kabarettist, den man mit „Fastnacht in Franken“ in Verbindung bringt, hat etwas so erfrischend Authentisches, dass man einfach lachen muss. Dabei ist er mit seinen Themen, bei denen er kein Tabu kennt, nah dran am Publikum. Im tiefsten Fränkisch nimmt er mit spitzbübischem Charme und unglaublichem Temperament aufs Korn, was viele denken, geht dabei über den alltäglichen Wahnsinn hinaus. So findet er das Kreuz, das in Bayern überall aufzuhängen ist, gut. „Das hat nichts mit Religion zu tun, sondern ist ein Symbol, so wie die Weißwurst. Nur, wenn man die aufhängen würd….??“ Er haut drauf, rast von Thema zu Thema, von Pointe zu Pointe – packend und in unglaublichem Tempo.

Vergleich zwischen Shakespeare und Rosamunde Pilcher

„Müller …nicht Shakespeare“ hat er sein neues Bühnenprogramm – gekonnte Lichtshow inclusive – genannt, mit dem er seit 2017 tourt. „Romeo und Julia“ zieht sich dabei wie ein roter Faden durch den Abend. Zum Schluss fehlt natürlich auch die à la Müller abgewandelte Balkonszene nicht. Ob die sprechende Shakespeare-Büste so ein guter Regieeinfall war, bleibt dahingestellt. Diese verkündet jedenfalls im sächsischen Dialekt, dass nicht er, William, sondern sein Bruder, der Legastheniker Heino alle Werke geschrieben habe. Sächsisch spricht die Skulptur, weil Shakespeare nun mal kein Angelsachse, sondern „ein Sachse, der angelt“, gewesen sei. Da habe die Geschichtsschreibung einfach etwas falsch interpretiert.

Zwischen großer Literatur, dem Vergleich Shakespeare mit Rosamunde Pilcher, geht’s um Männerhygiene, frische Unterhosen, WhatsApp-Kommunikation, Gemüseanbau auf dem Grab und der Kreisverkehrsinsel, Globuli, Rauchmelder als Sex-Killer sowie Politik. „Selbst Eierlikör hat mehr Prozente als die SPD, die die GroKo nicht überleben wird“, ist er sich absolut sicher. Auch eine Militärparade in Deutschland hat er gut vor Augen: „Drei Hubschrauber, vier Panzer und der ADAC ziehen einen Eurofighter hinterher.“ Wie gut, dass Müller zwischendurch singt, seinen Fans dabei einen Moment des Innehaltens gönnt. Wenn er Helene Fischer imitiert, seine romantischen Lieder mit frechen Texten zum Besten gibt, dann rockt der Saal, dann bleibt kein Auge trocken. Müller eben ….nicht Shakespeare!

Margot Schäfer

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