Idyllisch und vor allem leer zeigt sich das Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen. Ab Montag ist das nach der Corona-Zwangspause – hoffentlich – vorbei.
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Idyllisch und vor allem leer zeigt sich das Kainzenbad in Garmisch-Partenkirchen. Ab Montag ist das nach der Corona-Zwangspause – hoffentlich – vorbei.

Planschen unter Auflagen

Freibäder öffnen wieder: Ein Schwimmer auf zehn Quadratmetern

Die Freibäder im Landkreis Garmisch-Partenkirchen dürfen ab Montag, 8. Juni, unter Auflagen öffnen. Doch nicht alle Anlagen im Landkreis sperren auf.

Landkreis – Freibäder öffnen. Am Montag, 8. Juni, beginnt die Saison nach der Corona-Zwangspause. Nicht alle, doch die meisten im Landkreis nutzen diesen Termin. Sie müssen Regeln beachten. So bleiben Duschen und Umkleiden im Innenraum zu, Außenanlagen können genutzt werden. Die Besucherzahl ist begrenzt auf eine Person pro 15 Quadratmeter Liegefläche. Zudem gilt: ein Schwimmer pro zehn (sechs im Nichtschwimmerbereich) Quadratmeter Wasserfläche. Dabei setzen die Badbetreiber auf Vernunft. Auf die gängigen Abstandsregeln und Hygienevorschriften weisen sie die Besucher hin, ebenso auf Mund- und Nasenschutz-Pflicht insbesondere in Eingangsbereichen. Doch auf keiner Wiese wird man markierte Parzellen zum Sonnen finden.

Garmisch-Partenkirchen

Im Kainzenbad steht alles bereit. Bei schöner Witterung wird es am Montag öffnen. Viel wird sich optisch nicht für die Besucher ändern. „Der Eingriff ist begrenzt“, sagt Wotan Lichtmeß, Chef der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen. Wie in Restaurants müssen die Besucher (eine Person pro Hausstand) Namen und Telefonnummer hinterlassen. Auf Verstöße etwa von Abstandsregeln wird der Bademeister achten.

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Vor ein Problem stellt Lichtmess das Alpspitzwellenbad. Die warmen Duschen im Innenraum des Schwimmbads darf er nicht öffnen, außen gibt es nur kalte. „Das wäre gerade nur etwas für Hardcore-Schwimmer.“ Zudem ist noch nicht geklärt, wie das Nutzen der Toiletten im Gebäudeinneren funktionieren soll und darf. Die Frage nach dem Preis – behält man ihn bei oder bietet man vergünstigte Tickets? – stellt sich ebenfalls. Noch also tüftelt das Team. Lichtmeß hofft, am Freitag, 19. Juni, eine Lösung zu präsentieren und das Bad zu öffnen. Vor allem für Vereine liegt ihm daran, denen aktuell die Trainingsmöglichkeit fehlt. Versprechen kann er nichts. „Das Datum steht unter Vorbehalt.“

Farchant

Das Warmfreibad in Farchant bleibt vorerst zu. Noch laufen dort Sanierungsarbeiten. Voraussichtlich Ende Juni wird die Anlage eröffnet. Einen genauen Termin kann Tourismus-Chefin Katja Kraft noch nicht nennen.

Ohlstadt

Das Solarfreibad in Ohlstadt am Montag zu öffnen, „das macht keinen Sinn“, sagt Bürgermeister Christian Scheuerer. „Das Wasser ist saukalt.“ Sobald es eingelassen wird, muss es sich über die Solaranlage aufheizen – unmöglich bei null Sonne. Deshalb peilt die Gemeinde eine Öffnung am Montag, 15. Juni, an.

Oberau

Werbung fürs Oberauer Alpenschwimmbad und seine Öffnung am 8. Juni? Haben die Verantwortlichen abgelehnt. Ohlstadt zu, Farchant zu, Oberau auf – da könnte es bei schönem Wetter zu einem Ansturm kommen. „Wir können doch nicht werben, und dann schicken wir die Leute wieder heim“, sagt Gemeindekämmerer Stefan Hausenblas. Denn die Betreiber dürfen nur 400 Gäste einlassen. An guten Tagen füllen das Freibad doppelt so viele. So sehr sich die Oberauer über jeden Besucher freuen, „so ungern wollen wir jemanden abweisen“.

Grainau

Maximal 400 Gäste im Freibad: Diese Regel gilt ab Montag auch für das Zugspitzbad in Grainau. Jeder Gast wird dokumentiert. Geschlossen bleiben wie überall Hallenbad, Babybecken und Sauna.

Uffing

Uffing geht einen Sonderweg. Die Gemeinde öffnet beide Badebereiche. Komplett. Als Freibadefläche ohne Eintritt. Stege werden gesperrt, das Floß wird gar nicht erst eingesetzt. „Wir glauben, das ist die bessere Lösung“, sagt Vize-Bürgermeister Josef Diepold. Zumindest für den Anfang. Zwar verliert die Gemeinde dadurch Einnahmen. „Die aber würden durch den Personalaufwand für das Kontrollieren all der Vorschriften aufgefressen.“ Zumal nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern erlaubt ist. 

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Ab Montag sind damit sowohl das Gemeinde- als auch das Strandbad Alpenblick zugänglich. Familie Bott vom Seerestaurant Alpenblick wird die Liegewiese öffnen. Der Zugang aber ändert sich – „der reguläre Eingang ist zu schmal“, sagt Diepold. Am Gemeindebad führt der Weg zum Staffelsee über den Kiosk. Dieser hat bereits seit Mitte April geöffnet. Am Montag beginnt für Alen Karic seine erste Badesaison als neuer Pächter (Bericht folgt). „Kein optimaler Start, aber immerhin geht’s endlich auch mit dem Badebetrieb los“, sagt er. Trotz freiem Eintritt und Freibadefläche will er die Besucherzahl begrenzen und belegt maximal ein Drittel der rund 1500 Plätze.

Seehausen

Das Hygienekonzept für das Seehauser Strandbad am Staffelsee steht fast. Stand heute eröffnet es am 8. Juni. Dabei erwarten die Besucher unter anderem Monitore in der Eingangshalle, damit die Mitarbeiter die Personen im Bad zählen können. 800 Leute finden nach den Vorschriften Platz auf dem Areal. „Normalerweise sind es an schönen Tagen 1500“, sagt Rosemarie Biehler, Vorsitzende des Fremdenverkehrsverein Seehausen, der das Bad betreibt. Bei weniger als 800 Menschen sei das Ganze defizitär. Denn es müssen sieben Mitarbeiter bezahlt werden.

Murnau

Der Betrieb der Gaststätte Lido und des Strandbads in Murnau hängen eng zusammen. Der bisherige Lido-Pächter Kurt Höller kümmerte sich auch um Bad, das sich im Besitz des Marktes befindet. Nach seinem Ausstieg sieht sich die Kommune nicht in der Lage, die Anlage am Montag zu öffnen. Am Hygienekonzept arbeitet man, zudem ist noch kein Pachtvertrag mit Hollers Nachfolger abgeschlossen. Das teilt Kreszentia Oppenrieder, Geschäftsführerin im Rathaus, mit. „Wir werden das Bad sofort öffnen, sobald es möglich ist.“

Krün

Wenn das Wetter passt, sperrt Sabine Kriner das Strandbad am Grubsee am Montag auf. Ohne Tamtam. „Es gelten die Hygienevorschriften wie bei uns im Hotel“, sagt die Inhaberin des Ferienhotels Barmsee, zu dem das Strandbad gehört. Ob sie wie gewohnt Tretboote anbietet, klärt Kriner noch. Sicher nicht, sollte sie diese nach jedem Gast desinfizieren müssen. Das lasse sich personaltechnisch nicht stemmen.

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Mittenwald

Seinen Kiosk am Lautersee hat Christopher Link schon seit Längerem geöffnet, er bot Gerichte zum Mitnehmen an. In dieser Zeit hat er gemerkt: „Die Leute verhalten sich vernünftig.“ Der Pächter der Lautersee-Alm hat keinen Zweifel daran, dass das mit Badebetrieb so bleibt. Deshalb wird er auch keine Markierungen anbringen. Zumal er ohnehin nur etwa ein Sechstel der rund 600 möglichen Gäste einlassen darf. Um die Abstandsregeln einzuhalten, „bleibt da genug Platz“.

Oberammergau

Mit dem Wellenberg in Oberammergau hat sich der Gemeinderat befasst. Nun steht ein Konzept für die Eröffnung am Montag – samt interessantem Angebot: Erwachsene bezahlen pro Tag lediglich fünf Euro Eintritt. 

VON HEINO HERPEN UND KATHARINA BROMBERGER

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