+
Zählt auf: FW-Chef Florian Möckl (r.). Landrat Toni Speer und Seniorenbeirats-Vorsitzender Horst Demmelmayr lauschen andächtig. 

Freie Wähler wollen stärker in den Gremien vertreten sein

Möckl schon im Wahlkampf-Modus

Die Wahl 2014 war für die Freien Wähler nicht nach Wunsch verlaufen. Die Zeit des Wundenleckens ist vorbei. Vorsitzender Florian Möckl will mit seiner Gruppierung nun Flagge zeigen.

Garmisch-Partenkirchen –  Auch oder weil sie im derzeitigen Gemeinderat nur noch drei Sitze haben, sehen sich die Freien Wähler (FW) des Kreisorts, die insgesamt 135 Mitglieder zählen, laut ihrem Vorsitzenden Florian Möckl „in einer Lage, die sich als Herausforderung darstellt“. Bei der Jahresversammlung im Schützenhaus rief er seine Mitstreiter deshalb dazu auf, „nicht auf Unkenrufe zu hören, die uns schwachreden wollen, sondern engagiert Flagge für uns zu zeigen“. Denn gerade jetzt, da die sechsjährige Legislaturperiode ihre Halbzeit erreicht habe, gelte es, Kraft zu schöpfen, um bei der Wahl in drei Jahren wieder stärker in den Gremien vertreten zu sein.

Einen ersten Schritt auf dem Weg zur Konsolidierung hat die Gruppe immerhin schon 2016 geschafft: Dem Bericht von Schatzmeister Harry Hertlein zufolge hat sich nämlich das finanzielle Minus, das aufgrund des vergangenen Wahlkampfs entstanden war, mittlerweile wieder in ein ansehnliches Plus verwandelt. Unabhängig davon bot die jetzige Jahresschau geradezu ein Mammutprogramm, denn nicht nur Fraktionsvorsitzender Möckl und Gemeinderat Josef Angelbauer berichteten über die Arbeit im Gemeinderat, auch Landrat Toni Speer, selbst ein Freier, gab einen umfangreichen Einblick in seine vielfältige Tätigkeit.

„Wir haben unbeirrt unser umfangreiches Jahresprogramm abgewickelt“, sagte Möckl. Er berichtete von politischen Stammtischen, die sich mit dem Fahrradkonzept des Grünen-Gemeinderats Dr. Stephan Thiel, mit der Bebauung am Bahnhofsgelände mit Unternehmer Franz Hummel und der Ortsbus-Planungen der Gemeindewerke beschäftigten. Die Renovierung des FW-Spielplatzes in den St.-Anton-Anlagen nähere sich ihrer Vollendung, organisatorisch strebe man professionellere Pressearbeit an. Im Gemeinderat selbst, so Möckl, weise das von der Bürgermeisterin zunächst beschworene „neue Miteinander“ schon nach drei Jahren beachtliche Risse auf. „Dirigiert wird sowieso von der CSU aus“, was in den Sitzungen oft bizarre Züge annehme.

Ein paar der von Möckl und Sepp Angelbauer angerissenen Themen: Der Eibseebahn-Neubau laufe gut und liege sowohl zeitlich als auch finanziell im Plan. Beim Kongresshaus gehe jedoch nur wenig vorwärts. Das alte Finanzamt sei in letzter Minute aus Mitteln der Leifheit-Stiftung erworben worden. Beide forderten, dass die Gelder der jetzt „LongLeif GmbH“ genannten Stiftung den Senioren des Ortes zugute komme, statt irgendwelche Wissenschaftler finanziell zu füttern. Beide setzten sich für Kramer- und Wanktunnels ein. Beim neuen Kulturbeirat sei Skepsis geboten, da durch einen weiteren Arbeitskreis eine Überreglementierung der Kultur zu befürchten sei. Vom Strauss-Festival sei mittlerweile bekannt, dass es die Gemeinde 390000 Euro koste, und das neue Kultursommer-Konzept sei teuer und zu schnell zusammengezimmert, kritisierte Möckl.

Landrat Speer sprach dann in erster Linie die „großen“ Themen an. Er ging dabei detailliert auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik ein, mit der er höchst intensiv befasst sei. Unter den derzeit 1047 Flüchtlingen im Landkreis machten insbesondere die 62 minderjährigen Asylbewerber große Probleme. Allein, um die Flüchtlingsprobleme bewältigen zu können, habe das Landratsamt fast 20 zusätzliche Leute einstellen müssen. Trotz diesen vielen Problemen sei es jedoch wegen der guten wirtschaftlichen Situation möglich, die Kreisumlage heuer von 52,5 auf 48,2 Prozent senken zu können. „Auf dass die Gemeinden etwas Luft zum Atmen bekommen.“

Speer nannte zudem einige besondere Fördermaßnahmen des Landkreises: etwa die jährlich 700 000 Euro für die beiden Musikschulen, die 200 000 Euro für Caritas und Rotes Kreuz und nicht zuletzt die 21,3 Millionen Euro, die für die neue Murnauer Realschule aufzuwenden waren. Er sagte zu, dass jede Werdenfelser Gemeinde mithilfe des Landkreises in den Genuss der Internet-Breitbandversorgung kommen werde.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wieder tödlicher Unfall am Waxenstein: Mann stürzt 40 Meter in die Tiefe
Schon wieder ein tödlicher Bergunfall am Waxenstein: Nachdem dort erst am Freitag ein Wanderer tot gefunden wurde, ist nun wieder ein Mann (33) abgestürzt.   
Wieder tödlicher Unfall am Waxenstein: Mann stürzt 40 Meter in die Tiefe
Kritik beim Gaujugendtag: Gemeinderäte glänzen durch Abwesenheit
Zum Festzug des Gaujugendtags der Oberländer Trachtenvereinigung strömten tausende Besucher. Viele Gemeinderäte glänzten durch Abwesenheit. Neben dem Vize-Bürgermeister …
Kritik beim Gaujugendtag: Gemeinderäte glänzen durch Abwesenheit
Farchanter fühlen sich von Drohnen belästigt
Über Farchant kreisen Drohnen. Darüber haben sich einige Bürger schon beschwert. Angeblich werden sie für einen Imagefilm über den Ort eingesetzt. Der Filmemacher und …
Farchanter fühlen sich von Drohnen belästigt
Kurze Zustiege für alpine Touren: Baudrexl veröffentlicht Kletterführer
65 Mehrseillängentouren in fünf Gebieten - mit maximal 30 Minuten Zustieg. Keine Frage: Matthias Baudrexl (27) aus Garmisch-Partenkirchen hat einen besonderen …
Kurze Zustiege für alpine Touren: Baudrexl veröffentlicht Kletterführer

Kommentare