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Vorsitzender wollte offenbar alte Liebe wieder aufwärmen

Freie Wähler: Das soll Möckl das Amt gekostet haben

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Die Möglichkeit einer gemeinsamen Liste mit dem CSB, versuchte vor einigen Wochen Florian Möckl auszuloten. Als sein Plan durchsickert, sind seine Tage als Vorsitzender der Freien Wähler gezählt.

Garmisch-Partenkirchen – Der Alleingang, so wird im politischen Garmisch-Partenkirchen gemutmaßt, könnte ihn seine Führungsposition gekostet haben. Florian Möckl (38) habe, anders als von ihm verbreitet, keinesfalls freiwillig auf eine Kandidatur als Vorsitzender der Freien Wähler von Garmisch-Partenkirchen verzichtet. Es wird kolportiert, man habe ihn von fast höchster Stelle aus dem Amt gedrängt, weil er einen nicht abgestimmten Kurs gefahren sei – weder mit den Vorstandsmitgliedern noch mit dem Landtagsabgeordneten Florian Streibl aus Oberammergau, dem starken Mann der Freien in Oberbayern. Möckl hatte dem Christlich Sozialen Bündnis (CSB), mit dem die Freien von 2008 bis 2014 unter der Regie von Bürgermeister Thomas Schmid eine Koalition gebildet hatten, einen Antrag gemacht. Er wollte offenbar eine alte Liebe aufwärmen. Sein Plan: eine gemeinsame Liste von Freien Wählern und CSB für die Kommunalwahl im März 2020.

Stattgefunden hat das konspirative Treffen in den Geschäftsräumen von CSB-Chef Andreas Wieland. Mit am Tisch saß auch Vize-Fraktionsvorsitzende Claudia Zolk, die als Bürgermeisterkandidatin für den Urnengang in 22 Monaten gehandelt wird. Möckl, der die Zusammenkunft angeregt und gesucht hatte, war allein gekommen. „Wir haben uns das, was Herr Möckl zu sagen hatte, angehört“, erklärt Zolk. Sie macht deutlich, dass man die CSB-Position in dieser Angelegenheit bewusst offen ließ. „Wir wollten erst mit unseren Mitgliedern darüber sprechen.“ Während das Christlich Soziale Bündnis mit dem Inhalt des Sechs-Augen-Gesprächs ganz offen umgeht, hat sich Möckl auf Tauchstation begeben. Einen Tagblatt-Fragenkatalog zu dieser Thematik, der ihm per E-Mail zuging, ließ er unbeantwortet.

Mit Möckls Demission, für die er vor allem zeitliche Gründe nannte – er führt allerdings weiter die Freien-Fraktion im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat –, hat sich eine Zusammenarbeit mit dem Christlich Sozialen Bündnis erledigt. Wenn es nach Lilian Edenhofer geht, ein für alle Mal. „Mit mir wird’s keine gemeinsame Liste geben. Wir sind eine Marke und nicht die Mehrheitsbeschaffer für das CSB“, sagt die Frau, die seit wenigen Wochen an der Spitze der Gruppierung steht und die zu Möckl ein Verhältnis pflegt, das man mit eisig beschreiben kann. „Wir sind nicht die besten Freunde“, ließ sie gleich nach der Wahl wissen. Hätte Möckl nicht den Rückzug angetreten, wäre sie zu einer Kampfkandidatur bereit gewesen.

Edenhofer – Journalistin, die für Streibl in der Öffentlichkeitsarbeit tätig ist – versucht seit Amtsantritt die Freien Wähler, die in Garmisch-Partenkirchen lange Zeit hinter der CSU die zweite Kraft im Gemeinderat waren und die in dieser Periode gerade einmal drei Männer im Kommunalparlament sitzen haben, neu zu positionieren. „Wir arbeiten daran, uns anders aufzustellen“. Auch personell. Josef Bader, der Möckls Führungsmannschaft als Beisitzer angehörte und der es als schlechten Stil empfand, wie man den langjährigen Vorsitzenden aus dem Amt drängte, hat den Freien Wählern, wie in einem Leserbrief angekündigt, den Rücken gekehrt. „Ich habe sein Austrittsschreiben erhalten“, bestätigt Edenhofer. Es ist nicht das erste Mal, dass Bader eine politische Partei verlassen hat. Unter anderem hat er sein CSB-Parteibuch auch schon einmal zurückgegeben.

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