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Bald die einzige Anlaufstelle für Kunden der Kreissparkasse in Garmisch-Partenkirchen: die Zentrale an der Bahnhofstraße.

Kreissparkassen-Pläne beschäftigen den Gemeinderat

Freie Wähler kämpfen gegen die Schließung der Filiale Partenkirchen

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Die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen dünnt ihr Filialnetz weiter aus. Die drohende Schließung der Zweigstelle an der Ludwigstraße versuchen die Freien Wähler zu verhindern. Ihr Antrag steht am Mittwochabend im Gemeinderat auf der Tagesordnung.

Garmisch-Partenkirchen – Mehrere 100.000 Euro hat die Kreissparkasse erst 2010 in ihre Filiale an der Ludwigstraße gesteckt. Eine Investition, die damals als klares Bekenntnis für den Ortsteil gesehen wurde. „Wohlfühl-Atmosphäre statt Büro-Umfeld“ – auch in den Kundenräumen, die Wank, Schanze und eben Ludwigstraße getauft wurden. Gerade letzterer macht Sinn, schließlich ist das Geldinstitut seit 1925 in dieser Straße ansässig – erst in Haus Nummer 64, seit 1955 dann am aktuellen Standort in Nummer 62. Doch dessen Tage sind gezählt: Spätestens Ende 2019 wird die Filiale geschlossen. Passiert das, gibt es neben verschiedenen Selbstbedienungs-Stellen nur noch eine mit persönlichem Service und Beratern vor Ort, nämlich die Zentrale an der Bahnhofstraße in Garmisch-Partenkirchen.

Damit will sich Josef Angelbauer (Freie Wähler) nicht anfreunden. Deshalb stellt er im Namen seiner Fraktion einen Antrag an den Gemeinderat. Seine Intention: Mit den Vertretern der Kreissparkasse zu verhandeln, um die drohende Schließung abzuwenden. Geht es nach Angelbauer, dann sollen die beiden Bürgermeister Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Wolfgang Bauer (CSU), die im Verwaltungsrat sitzen, heute Abend (19 Uhr im Rathaus) den entsprechenden Auftrag erhalten. „Die Bankkunden brauchen ein Minimum an Service in erreichbarer Nähe“, findet Angelbauer. Zudem wirft er in die Waagschale, dass mit gut 14 000 Menschen mehr als die Hälfte der Bürger der Marktgemeinde im Ortsteil Partenkirchen lebt.

Hoffnung kann ihm Meierhofer allerdings nicht machen. „Als Kommune haben wir keine Möglichkeit, hier einzugreifen“, sagt sie. Dazu kommt, dass der Gemeinderat gegenüber dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse über keinerlei Weisungsbefugnis verfügt. „Wir dürfen auch gar nichts zur wirtschaftlichen Situation sagen“, verdeutlicht sie die Auflagen, denen sie und Bauer unterliegen. Deshalb hat sie die beiden Vorstände des Geldinstituts, Chef Peter Lingg und seine Kollegin Grit Fugmann, für heute Abend ins Rathaus eingeladen. Sie könnten dann aus erster Hand darstellen, wie es um die Kreissparkasse bestellt ist. „Es gibt keine Alternative“, hatte Lingg erklärt, als er die bevorstehende Schließung der Filialen Partenkirchen, Farchant und Oberau verkündete. „Wir müssen an jeder Schraube drehen.“ Diese Entscheidung ist zahlreichen Faktoren geschuldet. Die Hauptgründe:die anhaltende Niedrigzinsphase und das veränderte Kundenverhalten. „Das ist der Treibsatz“, sagt Lingg. Durchschnittlich betreten Kunden eine Filiale nur noch ein- bis zweimal im Jahr. Kontakt zur Bank besteht meist per Internet oder Callcenter.

Argumente, die Angelbauer nicht nachvollziehen kann. „Ich bin wöchentlich mindestens einmal in der Filiale in Partenkirchen und stelle dabei jedes Mal fest, dass diese sehr gut in Anspruch genommen wird für persönliche Beratungen“, betont er. Insbesondere seien es freilich Senioren, die dieses Angebot nutzen – „aber nicht nur“. Er und seine Fraktionskollegen können nicht nachvollziehen, dass sich eine Sparkassenfiliale in diesem Ortsteil nicht rechnet. „Zumal sie ja sowieso nur noch an dreieinhalb Wochentagen geöffnet hat“, sagt Angelbauer. Zudem widerspreche es allen Bemühungen der Gemeinde, die Ludwigstraße in Partenkirchen wieder attraktiver für die Bürger und die Gäste zu machen, wenn man die drohende Schließung stillschweigend hinnimmt.

Seine Argumente kann Meierhofer verstehen. Sie weiß aber auch, unter welchen Zwängen die Vorstände der Kreissparkasse stehen. „Das Nutzerverhalten der Kunden hat sich geändert“, sagt sie. Darauf müsse eine Bank reagieren. „Für mich war es auch erschütternd, zu erfahren, wie wenig Kundenkontakte nur noch stattfinden.“

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