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Die Freunde des Richard-Strauss-Festivals: (v. v. l.) Anita Drasch, Erster Vorsitzender Dr. Thomas Goppel, Schriftführerin Petra Freifrau von Crailsheim, (h. v. l.) Alexander Liebreich, Zweiter Vorsitzender Michael Andreas Müller, Dr. Kilian Sprau, Elisabeth Koch und Schatzmeister Rupert Schauer.

26 Gründungsmitglieder unterstützen Alexander Liebreich

Freunde des Richard-Strauss-Festivals: Neuer Verein soll Gönner finden 

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Einen Förderkreis gibt’s schon, jetzt kommen die Freunde des Richard-Strauss-Festivals dazu. Die sollen weitere Gönner akquirieren und auch künftig bei der Veranstaltung mithelfen. Als Konkurrenz zu bestehenden Organisationen versteht sich der neue Verein aber nicht.

Garmisch-Partenkirchen – Ausschließlich – auf dieses Wort kommt’s an. Im Zweck der neugegründeten Freunde des Richard-Strauss-Festivals ist klar geregelt, dass dieser ausschließlich durch die ideelle, praktische und finanzielle Unterstützung der Veranstaltungsreihe verwirklicht wird. Damit unterscheidet sich dieser Verein vom Förderkreis Richard-Strauss-Festspiele, der 1989 passend zu den ersten Tagen zu Ehren des weltberühmten Komponisten ins Leben gerufen worden war. Dieser hat sich der Unterstützung von Kunst und Kultur, insbesondere der Pflege der Werke von Richard Strauss verschrieben. Aber eben nicht ausschließlich.

„Das Festival braucht einen stark angeschlossenen Verein“, sagt Alexander Liebreich, der heuer vom 21. bis 29. Juni zum zweiten Mal als Künstlerischer Leiter fungiert. Die neuen Freunde „sollen dem Festival helfen, auch bei der Organisation, und vor allem die Jugend einbinden“. Als Konkurrenz zum bestehenden Förderkreis versteht Liebreich das neue Konstrukt nicht. Schließlich gebe es viele Vereine, die Richard Strauss zuarbeiten.

Organisationskomitee wie beim Neujahrsspringen

Über die Gründung, die am Mittwochabend vollzogen wurde, informierte der Dirigent Regina Geißer im Vorfeld. Noch will sich die Förderkreis-Vorsitzende nicht dazu äußern. „Ich bespreche das Thema zuerst im Vorstand.“ Zu den Hintergründen, die zur Installierung der Freunde des Strauss-Festivals geführt hat, zählt sicher die Notwendigkeit, weitere Zuschussgeber und Sponsoren aufzutun. Allein mit dem Förderkreis, der im Schnitt 30 000 bis 50 000 Euro im Jahr zuschießt, scheint das nicht zu gelingen. Da nützten offenbar auch die verstärkten Bemühungen im vergangenen Jahr, um die Liebreich gebeten hatte, nicht viel. 70 000 Euro waren zusammengekommen, dazu Beiträge aus der Aktion „200 mal 500“, die Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) initiiert hatte, um 100 000 Euro für das Festival zu erhalten. Aus den erhofften 200 Gönnern wurde dabei nichts. Dem Vernehmen nach waren’s 25, die dem Aufruf folgten.

Somit hat Liebreich seinen Vorsatz, ein Drittel seines angestrebten Budgets in Höhe von einer Million Euro über Förderer und Zuschussgeber zu generieren, noch nicht erfüllt. Der neue Verein soll wohl auch dabei tatkräftig helfen. Außerdem darf man die künftige Organisation des Festivals nicht außer Acht lassen. Die Idee, dafür eine eigene GmbH zu gründen, ist vor allem aus steuerrechtlichen Gründen gescheitert. Dr. Christian Wolf, der lange Jahre das Strauss-Institut leitete und zuletzt als Dramaturg das Festival maßgeblich mitveranstaltete, hat sich zurückgezogen. Das diesjährige Programm steht zwar, für die kommenden Jahre ist aber guter Rat teuer. „Eine Idee ist, ähnlich wie beim Neujahrsspringen und bei den Ski-Weltcup-Rennen ein Organisationskomitee zu gründen“, erklärt Meierhofer auf Nachfrage. Dieses könne aus dem Verein heraus entstehen. Entscheidend für sie ist, dass die Reihe funktioniert. Und dass weitere Unterstützer für die Sache akquiriert werden.

Freistaat muss eigene Haushaltsstelle schaffen

Daran liegt auch Dr. Thomas Goppel, dem frisch gekürten Vorsitzenden der Freunde des Richard-Strauss-Festivals. Von Anfang an verfolgt er die Garmisch-Partenkirchner Bemühungen um den berühmten Ehrenbürger. Dabei sparte er auch nicht mit Kritik. Jetzt schaltet sich der frühere Landtagsabgeordnete, der von 1974 bis 2018 für die CSU im Maximilianeum saß, aktiv ein. Zum einen, „weil Alexander Liebreich eine Type ist, die verlangt, ihn nicht allein zu lassen“. So werde bei dem Künstlerischen Leiter noch mehr Kreativität freigesetzt. Zum anderen liegt dem Präsidenten des bayerischen Musikrats an Strauss. „Das Bewusstsein für ihn und seine Bedeutung muss bei vielen erst noch geweckt werden.“

Der Verein, unter dessen 26 Gründungsmitgliedern etliche von außerhalb sind, hat sich das auf die Fahne geschrieben. Alle, die sich dafür engagieren, stehen hinter Liebreich und seinem Konzept. „Toll, dass er die Natur einbezieht“, sagt Vorstandsmitglied Anita Drasch. Dadurch werden den Besuchern ganz neue, emotionale Erlebnisse geboten.

Der neugewählte Vorstand

Erster Vorsitzender:Dr. Thomas Goppel; Stellvertreter: Michael Andreas Müller; Schatzmeister:Rupert Schauer; Schriftführerin:Petra Freifrau von Crailsheim; Mitglieder qua Amt: der jeweilige Künstlerische Leiter (aktuell Alexander Liebreich) und der jeweilige Erste Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen (aktuell Dr. Sigrid Meierhofer); weitere Mitglieder: Dr. Kilian Sprau, Anita Drasch und Elisabeth Koch; Kassenprüfer:Maria Anna Grasegger und Dr. Wolfgang Drasch.

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