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Schüler gehen auf die Straße, um an „Fridays for Future“ teilzunehmen. 

Direktoren hüllen sich noch in Schweigen über den Plan der Jugendlichen

„Fridays for Future“: Schulen gehen mit Teilnahme an Klimaschutz-Demos unterschiedlich um

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Die einen streiken in München, die anderen nicht. Ziel bleibt bei allen das gleiche: die Politik zum Handeln in puncto Klimaschutz zu bewegen. Jetzt gibt es schulübergreifende Gespräche diesbezüglich einer großangelegten Aktion.

Landkreis – Otmar Würl hat zwei Seelen in seiner Brust. Am liebsten würde er zu seinen Schülern sagen: Geht, setzt ein Zeichen, erhebt Eure Stimme für den Klimaschutz. Doch der Direktor des St.-Irmengard-Gymnasiums Garmisch-Partenkirchen kann es nicht sagen. Darf es nicht. Das Demonstrationsrecht kollidiert mit dem Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetz. Letzteres schränke Ersteres ein. Deshalb sind keine Jugendlichen aus seiner Einrichtung nach München gefahren, um sich an der Bewegung „Fridays for Future“ zu beteiligen.

Jeden Freitag gehen Schüler und Studenten auf die Straße. Ihr Ziel: auf klimapolitische Missstände aufmerksam zu machen, Handeln einzufordern. Zum Beispiel Maßnahmen, um die Erderwärmung zu stoppen. In zahlreichen deutschen Städten wurde in den vergangenen Wochen gestreikt. Darunter in München, mit tausenden Teilnehmern.

Würl steht hinter der Generation und deren Bestrebungen. „Ich habe einen Riesen-Respekt vor der Jugend“, betont er. „Wir wollen auch nicht, dass ihre Stimme unerhört bleibt.“ Nur muss der Protest vormittags sein? Er verneint. Zumal nicht die Schule bestreikt werden soll. Schwänzen statt sich bilden – nicht Sinn und Zweck der Sache. Würl befürchtet einen Verlust der Glaubwürdigkeit der Schüler. Es könnte der Eindruck entstehen, sie würden alles tun, nur um dem Unterricht fernzubleiben. Gleichwohl denkt er an die Buben und Mädchen, deren Eltern die Teilnahme an der Demo verbieten. „Wir wollen die Jugend nicht auseinanderdividieren.“

Das Motto lautet vielmehr, gemeinsam Pläne zu schmieden. Seine Ansichten hat Würl den Erziehungsberechtigten geschrieben, sich mit den Schülern und deren Sprechern ausgetauscht, ihnen die Rechtslage erklärt – und erntete positive Reaktionen. Im Dialog einigten sie sich, auf anderem Weg zu kämpfen. Außerschulisch, aber schulübergreifend. Was genau am Erblühen ist, verrät Würl nicht. Nur, dass es doch schöner wäre, wenn sich statt 40 bis 70 jungen Menschen etwa 1000 beteiligen würden.

Sein Kollege Tobias Schürmer vertritt die gleiche Meinung. Einfach nur Nein zu sagen, missfiel auch dem Direktor des Werdenfels-Gymnasiums. Er bietet Unterstützung an, stellt das Schulgebäude zur Verfügung, um vor Ort etwas auf die Beine zu stellen. Wie Würl hält er den konkreten Plan geheim, spricht aber von einer öffentlichkeitswirksamen Aktion. Heute oder morgen wollen die Schüler, die ihm zufolge schon wegen einer Genehmigung mit dem Landratsamt geredet haben, selbst ihr Vorhaben preisgeben. Fest steht: Die Einrichtungen im Landkreis sind vernetzt, es herrsche ein „Mordsenthusiasmus“ unter den Jugendlichen.

Ob sich das Staffelsee-Gymnasium Murnau beteiligt, bleibt abzuwarten. Der Kontakt besteht. Die Schule hat allerdings eine andere Linie eingeschlagen: Es gab zwar keine offiziellen Befreiungen, aber Josef Holzmann ermöglichte es 130 Jugendlichen, nach München zu fahren. Dort hielt Nikolai Deyhle spontan eine kleine Rede.

Der Direktor verzichtete auf Verweise oder Strafen. „Sie retten die Welt, das ist auch wichtig.“ Bei den Eltern holte Holzmann Bestätigungen ein und wies sie darauf hin, dass der Versicherungsschutz entfällt, nehmen ihre Kinder am Streik teil. Vor allem Neunt- und Zehntklässler steuerten die Landeshauptstadt an, der Unterricht fand regulär statt. Nur die Q11 ließ der Schulleiter nicht gehen. Am Nachmittag hatte mit dem Besuch der Hochschulmesse in Weilheim ein Pflichttermin angestanden. Die Gymnasiasten spielten mit. Vielleicht, sagt Holzmann, bekommen sie am kommenden Freitag die einmalige Möglichkeit.

Das Engagement der Jugend spielt für ihn eine bedeutende Rolle. Deshalb sind zusätzliche Projekte geplant. Zum Beispiel einen Termin – gemeinsam mit der Realschule – mit dem Uffinger Felix Finkbeiner. Der 21-Jährige gründete die Initiative „Plant for the Planet“ und erhielt 2018 das Bundesverdienstkreuz. Die Schülermitverwaltung, kurz SMV, hat Holzmann zufolge zig andere Vorschläge. Einem landkreisweiten Projekt steht er offen gegenüber. Nur bei einer Demo, sagt der Murnauer Schulleiter, „wären wir vorsichtig“.

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Kommentare

Maik Wiebeck
(0)(0)

Man sollte aus dieser konstruierten, schicken Mainstream -Idee, einen Ausflug in die Minen machen. Kinder bauen dort Silizium für die ach so sauberen E-Autos und Handys ab. Tagesverdienst eines Mittagessens in der Schule. Arbeiten unter den widrigsten Bedingungen. Nehmt unseren Demonstranten eine Woche den Technikschrott. Dann ist das Geplärre groß. Für mich nur Heuchelei ohne Gewissen und Weitblick.
Sozialromantik auf dem Rücken der Ärmsten.
Hirngespinnste der 68er. Wenig nachhaltig.

Maik Wiebeck
(0)(0)

Ein Mode -Hype.

Bau_Leiter
(3)(0)

Das unsere modernen Diesel-PKW und die stabile Energieversorgung Deutschlands bei Weitem weniger unserem Planeten schaden, als die Globalisierung, Kriege und der Wachstumswahn, scheint bei den Kids nicht anzukommen.
So ganz neutral und allgemeinbildend scheinen unsere Lehranstalten doch nicht zu sein ;-)