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Veronika Rusch hat ihr zweites Buch als Fiona Blum veröffentlicht.

Die Anschläge konnte die Autorin nicht außen vor lassen

Ein Buch für Paris-Liebhaber

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Erst Rom, jetzt Paris: Das neue Buch der Garmisch-Partenkirchnerin Veronika Rusch, das unter ihrem Pseudonym Fiona Blum erscheint, spiegelt den besonderen Geist der französischen Metropole wieder. 

Garmisch-Partenkirchen – Paris ist eine Sehnsuchtsstadt. Eine, der auch Veronika Rusch verfallen ist. Kein Wunder, dass der zweite Roman, den die Garmisch-Partenkirchner Autorin unter dem Pseudonym Fiona Blum veröffentlicht hat, in der französischen Hauptstadt spielt. „Orte, an denen ihr Herz hängt“, dienen Rusch als Schauplätze für ihre Blum-Bücher. Nach der „Liebe auf drei Pfoten“ in Rom, wo sie nach dem Abitur vier Monate gelebt hat, widmet sie sich nun dem „Frühling in Paris“.

Die Idee zu dieser bezaubernden Geschichte, die den ganz besonderen Geist der Metropole widerspiegelt, ist während eines Urlaubs entstanden. Während einer solchen Reise wurde übrigens auch die Idee zu ihrem dritten Blum-Roman, der in Irland spielen wird, geboren. Aber zuerst kam Paris: Da beobachtete die Rechtsanwältin, die auch unter ihrem eigenen Namen und zudem als Franziska Weidinger publiziert hat, die Straßenkünstler rund ums Centre Pompidou, verfolgte das bunte Treiben in den unzähligen Cafés und ließ sich vor allem durch das sehr ursprüngliche Viertel Marais rund um den Place des Vosges treiben.

In diesem Quartier hat sie auch die Geschichte von Louise angesiedelt, die im Zug von London nach Paris sitzt und nur eines weiß: „Alles wird besser.“ Mit Feuereifer stürzt sich die junge Frau in ihr neues Leben. Es ist Frühling, Paris zeigt sich von seiner schönsten Seite und in der Rue d’Estelle blühen die Platanen. Zuversicht, Vorfreude – genau das spürt Louise bei ihrer Ankunft. Dass ihren neuen Nachbarn ganz anders zumute ist, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch Isaac, der alte russische Jude, verlässt kaum mehr seinen Tabakladen. Nicolas, der als Straßenclown arbeitet, gelingt es nicht mehr, die Menschen zum Lachen zu bringen. Und die ehrgeizige Ballett-Tänzerin Camille hat alle Leichtigkeit verloren. Wie ein Wirbelwind taucht Louise in ihren Leben auf, eröffnet ein Café und stellt mit ihrer Unbekümmertheit alles auf den Kopf. Sie sorgt für einen Zauber, den es in der Rue d’Estelle schon lange nicht mehr gegeben hat.

Wer Paris verfallen ist, wie Rusch, der verschließt seine Augen auch nicht vor den Schattenseiten dieser einzigartigen Stadt. Wie den blutigen Anschlägen zwischen der Bastille und der Place de la République im November 2015. „Das konnte ich nicht ignorieren“, sagt Rusch. Und so lässt sie ihren Nicolas unter den Folgen leiden. Er hat den Terror hautnah miterlebt und hadert jetzt – „der melancholische Clown, der nicht mehr weiß, ob er sich von Notre Dame stürzen oder die Menschen doch lieber zum Lachen bringen soll“.

Das Buch, das sie schon bei mehreren Lesungen vorgestellt hat, ist eine wunderbare Geschichte über eine traumhafte Stadt, eine charmante Liebeserklärung an Paris und seine Bewohner und ein Plädoyer dafür, seinen Lebenstraum zu verwirklichen. Und es macht Appetit – darauf, mal wieder in die Seine-Metropole zu fahren und auf Macarons, dieses luftige, oft farbenfrohe Mandelgebäck, das Louise in ihrem Café anbieten will.

„Frühling in Paris“

von Fiona Blum ist im Goldmann-Verlag erschienen. Das gebundene, 288 Seiten dicke Buch (ISBN 978-3-442-31457-7) kostet 15 Euro.

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