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Der Ernst des Lebens beginnt nun für vielen Buben und Mädchen.

Bildung im Landkreis

Fürs neue Schuljahr gut aufgestellt

3927 Buben und Mädchen besuchen ab kommender Woche die Grund- und Mittelschulen im Landkreis. Für sie wurde die Zahl der Lehrerstunden erhöht. Das ist nicht die einzige gute Nachricht. 

Landkreis – Pünktlich zum Schulbeginn ist es wieder überall in den Schlagzeilen zu lesen. „Lehrermangel“ titeln viele Zeitungen. Eltern sind frustriert, weil Unterrichtsstunden auszufallen drohen. Nur auf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen trifft dieses Phänomen nicht zu. Zumindest nicht bei den hiesigen Grund- und Mittelschulen. Es sind heuer nämlich ausreichend Lehrkräfte für die insgesamt 3927 Schüler im Einsatz.

Den 20 Grundschulen im Landkreis hat das Kultusministerium 235 zusätzliche Lehrerstunden bewilligt. Auch für die Schüler an den sieben Mittelschulen sind der Pflichtunterricht sowie zusätzliche Förderangebote gesichert. Man ist also auch für dieses Schuljahr gut gerüstet. „Sogar über die Maßen hinaus“, sagt Gisela Ehrl vom Staatlichen Schulamt in Garmisch-Partenkirchen.

Sie und Schulrat Markus Köpf sind mit den Mitteln zufrieden. Vor allem der Unterricht an den kleineren Grundschulen im Landkreis könne so weitergeführt werden. 2730 Schüler sind es hier insgesamt in diesem Jahr, 1197 Kinder und Jugendliche besuchen die Mittelschulen. 671 Erstklässler drücken heuer zum ersten Mal die Schulbank. Probleme mit der Klassenbildung gebe es keine, betont Ehrl. Auch wenn die Schülerzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent zurückgegangen sind – aus demografischen Gründen. „Das hat auch Vorteile“, betont Köpf. So könne der Unterricht in kleineren Rahmen stattfinden. Um Ausfälle zu vermeiden, stehen 28 mobile Reserve-Lehrkräfte zur Verfügung. Auch zahlreiche neue Pädagogen wurden eingestellt. Insgesamt sind es 34. Sie füllen die Lücke, die die Lehrkräfte, die heuer in den Ruhestand gegangen sind, hinterlassen haben. Das Besondere in diesem Jahr: Heuer werden fachfremde Pädagogen – also Real- und Gymnasiallehrer – an den Grund- und Mittelschulen unterrichten.

Diese Kapazitäten sorgen dafür, dass Ganztags- und besondere Unterrichtsangebote wie die Übergangsklassen – für Schüler mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen sowie die Förderung von Schülern mit nichtdeutscher Erstsprache – weiterhin stattfinden können. Die Betreuung von Asylbewerberkindern hat sich mittlerweile eingespielt. Neben Schülern aus dem europäischen Ausland sind aktuell 160 Flüchtlinge in den Grund- und Mittelschulen. „Die Situation ist stabil“, berichtet Ehrl. Im Abrams-Komplex gebe es inzwischen keine Klasse mehr. Falls sich die Situation ändert, wäre das aber auch kein Problem. „Unterricht kann bei Bedarf flexibel eingerichtet werden“, sagt Köpf.

Auch andere Angebote wie die Praxisklasse an der Mittelschule Oberau werden dem Schulrat zufolge weiter angeboten und gut angenommen. Diese ist für Schüler, die sich beim theoretischen Lernen schwer tun und eher praktisch begabt sind. In Zeiten des Lehrlingsmangels eine sinnvolle Angelegenheit. „Die Schüler werden von der Wirtschaft gerne genommen“, betont Köpf. Immerhin weisen sie viel Praxiserfahrung auf.

An der Grund- und Mittelschule Oberau werden in diesem Jahr auch wieder Kinder mit „sonderpädagogischen Förderbedarf“ gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet. Mit 24 zusätzlichen Lehrerstunden und einer Sonderlehrkraft. Eine Partnerklasse besteht zudem an der Grundschule Burgrain mit dem Förderzentrum Farchant. „Inklusion“ lautet das Schlagwort. Die Lehrer selbst bilden sich ebenfalls ständig weiter. Auch in Hinsicht auf den in diesem Schuljahr eingeführten Lehrplan „Plus“, in dem die Lehrpläne für alle allgemein bildenden Schulen sowie die Wirtschafts- und beruflichen Oberschulen zeitlich und inhaltlich abgestimmt werden.

An den Schulen wird ein weiterer Schwerpunkt verfolgt. Und zwar die Medienbildung. Ein beliebtes Thema im momentanen Wahlkampf. Im Landkreis versucht man an den Entwicklungen anzuschließen. An der Christoph-Probst-Mittelschule in Murnau und der Grundschule Mittenwald gibt es bereits im dritten Jahr die „Referenzschule für Medienbildung“. Köpf betont: „Das geht über Facebook und WhatsApp hinaus.“ Er selbst lernt ständig dazu. So hat er vor Kurzem erfahren, dass es eine Mathe-App gibt, bei der die Schüler die Aufgabenstellung vom Buch abfotografieren. Dann bekommen sie den Rechenweg präsentiert. „Das ist der Spickzettel 4.0“, sagt der Schulrat und lacht. Er und Ehrl sind davon überzeugt, dass sich aufgrund der Technik in puncto Unterrichtsgestaltung noch vieles ändern wird. Man will am Ball bleiben.

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