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Noch zu neu: Das Verbotsschild am Eingang der Fußgängerzone findet bisher wenig Beachtung. 

Neue Regelung in der Garmischer Fußgängerzone

Bitte absteigen! Fahrradfahrer halten sich (noch) nicht ans Verbot 

Boykott oder Unwissen? Tagsüber darf in der Garmischer Fußgängerzone nicht mehr geradelt werden. Das interessiert aber offensichtlich nicht jeden.

Garmisch-Partenkirchen – Auf der sozialen Plattform Facebook ist es in diesen Tagen Thema. Und sicherlich auch am einen oder anderen Stammtisch: das Fahrradverbot in der Garmischer Fußgängerzone.

Schlendert man derzeit durch die kleine Shoppingmeile zwischen Richard-Strauss-Platz und Mohrenplatz, merkt man jedoch noch nichts von dem Verbot, das Anfang der Woche in Kraft getreten ist. Kaum jemand hält sich daran. Ob aus Unwissen oder aus Boykott, das sei dahingestellt.

„Ich habe gestern mein Fahrrad dort geschoben und kam mir etwas blöd vor – alle anderen Radler fuhren“, sagt Herbert Pfeiffer, Abteilungsleiter der Sektion Radsport beim TSV Partenkirchen und passionierter Alltagsradler. Fernab seines Ehrenamts im Breitensport, sondern ganz in privater Mission, hätte er lieber weiterhin die Strecke befahren als nur begangen. „Dass alle Verkehrsteilnehmer aufeinander achten, finde ich besser als ein Verbot.“ Der Lösung der Gemeinde, der Alternativroute über die Zimmermeistergasse, steht Pfeiffer eher kritisch gegenüber. „Ich finde den Weg streckenweise gefährlich eng und weniger gut geeignet.“

Den Kommentaren auf Facebook auf den Tagblatt-Artikel „Radfahrer werden tagsüber ausgesperrt“ zufolge, ist die Meinung in der Bevölkerung uneins. Emotionsgeladene Aussagen wie „Garmisch ist fahrrad-unfreundlich“ treffen auf fundierte Argumente. Viele Stimmen, die sich dagegen aussprechen, beklagen, dass kein Miteinander möglich scheint: Fußgänger und Radfahrer, die Rücksicht aufeinander nehmen. Als Lösung schlägt die Facebook-Userin Birgit Wackerle vor, eine Radstrecke am Boden zu markieren. In ein, zwei Äußerungen findet sich auch die Überzeugung, dass es die Fußgänger sind, die nicht aufpassen, unvorsichtig hin und her schlendern und so bereits der eine oder andere Zusammenstoß in der Vergangenheit passiert ist.

Aber dürfen sie das nicht, in einer ausgewiesenen Fußgängerzone? Nach Angaben von Ute Leitner, Sprecherin des Rathauses ist die Lage genau umgekehrt: Mehrere Fußgänger hätten sich bei ihr über unachtsame Fahrradfahrer beschwert.

Die Kontrolle, ob das Verbot eingehalten wird, obliegt allein der Polizei. Für Josef Grasegger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen, zählt das Radeln in der Fußgängerzone ab sofort zum „normalen Verkehrsgeschehen“. Und im Rahmen des „allgemeinen Auftrags“, der der Polizei als Gesetzeshüter obliegt, sehen er und seine Kollegen ab sofort auch dort nach dem Rechten. Grasegger stellt aber auch klar: „Wir müssen Prioritäten setzen. Wenn ein Autofahrer bei Rot die Ampel überquert, bleibt das auch weiterhin wichtiger zu ahnden.“ Verstärkt werde man also in der Fußgängerzone nicht patrouillieren. „Jeder Streifendienst ist jedoch über die neue Situation dort aufgeklärt.“

Martina Baumeister

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