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„Alles hat funktioniert“: Logistik war für BRK größte Herausforderung beim G7-Gipfel

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Von: Tanja Brinkmann

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Ein Mann und eine Frau verteilen Essen.
Essensausgabe beim BRK: An mehreren Standorten im Landkreis haben Einsatzkräfte des Roten Kreuzes ihre Kollegen versorgt. © Jörg Jovy

Die Logistik war sicher die größte Herausforderung, der sich der BRK-Kreisverband bei G7 stellte. Neben dem Gipfel galt es schließlich, auch die normale Versorgung vor Ort sicherzustellen. Zur Freude aller Beteiligten ist das geglückt, und sie haben das Großereignis störungsfrei überstanden.

Garmisch-Partenkirchen – Beim Bayerischen Roten Kreuz schmeckt’s. Das haben gerade Polizei- und Feuerwehrkräfte gemerkt, die im G7-Sicherheitsbereich rund um Schloss Elmau aktiv waren. Wer Kaffeedurst hatte, wandte sich nur an das Verpflegungsteam des BRK-Kreisverbandes. Mit der Folge, „dass uns da mal der Kaffee ausgegangen ist“, erzählt Jörg Jovy schmunzelnd. Denkt er an den Großeinsatz, dann war insbesondere die Logistik, sprich die Versorgung mit Essen, Getränken und Wäsche, eine Herausforderung. Schließlich galt es, mehrere Stationen im Landkreis zu beliefern. Der Kaffee-Nachschub in besagter Wache Nord kam rasch an – zur Freude der Rettungskräfte.

Hervorragendes Miteinander aller Einsatzkräfte

Gerade solche Begegnungen, das hervorragende Miteinander aller Beteiligten und der störungsfreie Ablauf haben für die circa 250 Helfer von BRK, Maltesern und Münchner Krankentransporte (MKT) sowie etwa 150 der Bergwacht den G7-Gipfel ausgemacht. „Es war ein sehr professioneller Einsatz, bei dem alles so funktioniert hat, wie es geplant war“, unterstreicht Andreas Geuther, Projektleiter des Roten Kreuzes für das Treffen der Staatschefs und Einsatzleiter Sanitätsdienst während des Gipfels. „Der Einsatz verlief noch ruhiger als 2015, auch weil wir noch besser vorbereitet waren. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit.“

Blasen und kleine Verletzungen beim Sternmarsch versorgt

Während der heißen Phase von Freitag bis Dienstag mussten die BRK-Kräfte 262 Rettungs- sowie elf Helfer-vor Ort-Einsätze absolvieren. Zahlen, die sie ohne das Großereignis in Schloss Elmau genauso verzeichnet hätten. 54 Personen wurden in der mobilen Arztpraxis in Klais, in der das Rote Kreuz auch von der Bundeswehr unterstützt wurde, behandelt, darunter viele Polizisten. Letzteres sei sicher außergewöhnlich, räumt Jovy ein. Eine Beamtin etwa ließ sich vorsorglich durchchecken, da ihr hoher Blutdruck zu schaffen machte.

Eine Bundeswehr-Ärztin spricht mit einem Polizisten.
Ärzte der Bundeswehr unterstützen das BRK in der mobilen Arztpraxis in Klais. © Joerg Jovy

Während des Gipfels wurden die Einsätze über die Integrierte Leitstelle in Weilheim mit Unterstützung der Sanitätseinsatzleitung in der Zugspitzrealschule koordiniert. Zu besonderen Vorfällen, etwa bei den Demonstrationen, kam es zu Geuthers Erleichterung nicht. Beim Sternmarsch beispielsweise galt es insbesondere Blasen und einige Sprunggelenkverletzungen zu versorgen. Das besondere am Gipfeleinsatz war die Verteilung der Einsatzkräfte auf die Talschaften, um auf die Sperrung der Protokollstrecke bei der An- und Abreise von US-Präsident Joe Biden vorbereitet zu sein und die Versorgung in der Sicherheitszone sicherzustellen. Insgesamt waren deshalb 27 Rettungswagen im Landkreis stationiert, statt der 7 in normalen Zeiten (wir berichteten). „Der Aufbau der Unterkünfte und der Infrastruktur, wie zum Beispiel des Funks, die Versorgung der Einsatzkräfte während des Gipfels und die Zubringung von Fahrzeugen, war eine große logistische Herausforderung“, sagt Geuther.

BRK-Aufnäher wird zum beliebten Gipfel-Souvenir

Es waren besondere fünf Tage. Das ist allen bewusst, die dabei waren. Für die BRK-Kräfte hat Sandro Leitner, Technischer Leiter der Kreiswasserwacht, eine Art Aufnäher mit G7-Logo und Rotem Kreuz vor der Berg- und Schloss-Elmau-Kulisse kreiert, um ihn an die Jacken zu heften. „Das war der absolute Renner, auch bei der Polizei“, verrät Jovy. Viele versuchten ein Tauschgeschäft – die goldene Gipfel-Nadel der Polizei gegen besagten Aufnäher. Dieses „beliebte Souvenir“ war schnell vergriffen, weshalb das BRK jetzt noch welche nachordern will.

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