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„Die laufen doch alle nicht mehr rund“: G7-Sperrungen lassen Anwohner verzweifeln – Nerven liegen blank

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Von: Theresa Kuchler

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Die G7-Straßensperrungen in Garmisch-Partenkirchen verärgern die Anwohner.
Die G7-Straßensperrungen in Garmisch-Partenkirchen verärgern die Anwohner. Auf Facebook machen sie ihrem Unmut Luft. © Tanja Kipke/Screenshot Facebook

Mit dem Ende des G7-Gipfels in Elmau machen die Einheimischen drei Kreuzzeichen. Besonders die Straßensperren lassen die Menschen verzweifeln. Auf Facebook äußern sie Wut und Ängste.

Garmisch-Partenkirchen – Am Dienstag ist der G7-Gipfel 2022 auf Schloss Elmau zu Ende gegangen. Nach drei eng durchgetakteten Sitzungstagen lassen die Politiker Garmisch-Partenkirchen wieder hinter sich. Um 9.45 Uhr sperrt die Polizei die Protokollstrecke, damit die Autokonvois der Staatsmänner aus dem Landkreis geschleust werden können.

Wegen der Abreise von US-Präsident Joe Biden haben Einheimische wie Besucher rund eineinhalb Stunden die durch Garmisch-Partenkirchen führende Bundesstraße 2 nicht überqueren können. Ein Teil Partenkirchens war am Dienstag regelrecht abgeschnitten. Für die Anwohner hat das Prozedere enorme Konsequenzen: Kein Verkehrsteilnehmer kommt mehr in die Arbeit, zu Terminen oder pflegebedürftigen Angehörigen.

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Wegen Straßensperren kommen Anwohner nicht vom Fleck

Und bei kühlen Temperaturen fingen während der Wartezeit nicht nur Kinder in T-Shirts und kurzen Hosen an zu frösteln. Dennoch nahmen es die Betroffenen überwiegend stoisch, teils mit Galgenhumor hin. „Ein Standerl wär‘ jetzt recht, dann könnten wir wenigstens eine Halbe trinken“, sagte ein Einheimischer augenzwinkernd im tiefsten Dialekt. Andere räumten zwar ein: „Das nervt schon“ - um im nächsten Atemzug erleichtert zu sagen: „Aber bald ist es ja vorbei.“

Auf Facebook ist das Stimmungsbild deutlich trüber. Hier machen die Betroffenen ihrem Unmut über die Einschränkungen Luft: Dutzende Kommentare reihen sich unter einem Beitrag des Garmisch Partenkirchener Tagblatts, der auf die Schwierigkeiten durch die Sperrungen hinweist.

Bewohner von Garmisch-Partenkirchen sauer über Sperrungen: „Die laufen doch alle nicht mehr rund“

Den Betroffenen ist anzumerken, dass der Geduldsfaden nach wochenlangem G7-Trubel allmählich am Reißen ist. „Man kann doch nicht einfach einen kompletten Landkreis lahmlegen“, äußert sich ein Anwohner, der für die Straßensperrungen kein Verständnis aufbringen kann. Und schiebt hinterher: „Die laufen doch alle nicht mehr rund.“

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Wut und Ängste wegen G7-Straßensperren: „Was wäre bei einem Notfall?“

Bei anderen überwiegt weniger der Ärger als die Befürchtung, bei einem echten Notfall nicht vom Fleck zu kommen. „Ich hab‘ schon Angst, dass ich meine Wehen bekomme“, schreibt etwa eine Facebook-Nutzerin – allerdings mit Augenzwinkern. „Will nicht in ner Straßensperrung mein Kind bekommen.“

Eine weitere Anwohnerin konnte wegen der Sperrungen ihren Hund nicht zum Tierarzt bringen. Sie fragt sich: „Was wäre bei einem Notfall – muss mein Hund dann sterben?“ Dass diese Angst wohl unbegründet ist, weiß eine andere Userin. „Ihr Hund müsste nicht sterben, in einem Notfall würde man Ihnen den Weg sogar frei machen.“ Dass die G7-Einsatzkräfte die Befürchtungen der Einheimischen ernst nehmen, zeigte sich bereits bei ihrer Reaktion auf die Tempolimit-Schilder der Anwohner. (kuc/dpa)

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