G7-Gipfel 2015 Info-Abend
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Weit auseinander gehen die Meinung zum Gipfel bei Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (l.) und Gegner Benni Ruß.

Welten prallen aufeinander

Info-Abend zum G7-Gipfel: Kein Bekenntnis zur Gewaltfreiheit

Garmisch-Partenkirchen - Die Meinungen zum G7-Gipfel 2015 gehen weit auseinander. Bei einer Podiumdiskussion saßen die Interessensgruppen zwar an einem Tisch, aber von einem Konsens keine Spur.

Bürgermeister sehen ihn als Möglichkeit zu Tourismus-Werbung und Infrastruktur-Verbesserung, die Naturschützer kritisieren gewaltige Beeinträchtigungen in einer hochsensiblen Landschaft. Die Gegner führen an, dass jene sieben Politiker, die sich dabei treffen, keine Legitimation hätten, über die Geschicke der gesamten Welt zu verhandeln: Der G7-Gipfel am 7. und 8. Juni in Schloss Elmau spaltet.

Doch so richtig bejubeln wollte ihn niemand bei der Podiumsdiskussion, die unter dem Motto „Fluch oder Segen?“ im  Gasthof Schatten veranstaltet wurde – diesmal von der SPD-nahen Georg-von-Vollmar-Akademie. Mit Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und dem Krüner Rathaus-Chef Thomas Schwarzenberger (CSU) hatten die Organisatoren jene zwei Chefs geladen, deren Gemeinden am stärksten vom Gipfel betroffen sind. Auf der anderen Seite saßen Benjamin Ruß,  Vertreter der des "Stop G7 in Elmau"-Bündnisses, und Bund-Naturschutz-Vorsitzender Axel Doering. 

Schnell  ging es in der Diskussion um die Anti-Gipfel-Demonstranten, „von denen ich hoffe, dass die meisten friedlich gestimmt sind. All das, was an uns herangetragen wurde, von der angeblichen Asphaltierung des Rathausplatzes und der Ludwigstraße bis zu vielen anderen Gerüchten, das stimmt erwiesenermaßen alles nicht“, betonte Meierhofer. Die Bürger sollten jetzt nicht in Panik verfallen, „sondern so leben, wie sonst auch – mit Gelassenheit und Gastfreundschaft – auch gegenüber den Gegnern“.

Zum Thema Gewaltbereitschaft sagte Ruß: „Schon interessant, dass mir erst mal eine Frage zur Gewalt gestellt wird und die anderen über ihre positiven Eindrücke reden dürfen. Zwar werden wir ein Zusammentreffen mit der Polizei nicht ausschließen können, aber von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen, das sagen wir seit Wochen und Monaten." Durch mögliche Demonstrations- und Campverbote lasse sich „das Aktionsbündnis „jedenfalls nicht abschrecken". Ruß meinte, von den Medien und der Polizei werde den Bürgern ständig nur Angst vor der Gewaltbereitschaft der Demonstranten gemacht, „aber keiner redet auch mal über das Gewaltpotenzial von 15 000 hochbewaffneten Sicherheitskräften“.

Völlig anders bewertete Doering den Gipfel: Unabhängig davon, dass er Ruß durchaus recht gebe, „stört uns als Naturschutzverband ganz besonders, dass dieser Gipfel zu groß ist, am falschen Platz stattfindet und zur falschen Zeit: In diesem oberbayerischen Wiesental werden jetzt massive Zäune gezogen und das zu Zeiten, in denen in dieser hochsensiblen Landschaft gerade Kinderstube ist, die kleinen Kitze abgelegt werden und das Rotwild seine Jungen zur Welt bringt". Explizit wandte er sich schließlich an Ruß: „Ich möchte von Ihnen ein persönliches Bekenntnis, dass Sie anlässlich des Gipfels Ihre Anhänger zur Gewaltfreiheit aufrufen. Friedlich und gewaltfrei wäre für Euch doch ein schönes Motto.“ Doch dazu wollte sich Ruß nicht hinreißen lassen und blieb stumm.

G7-Gipfel: Themenseite, News-Blog und die wichtigsten Fakten

Alle Infos zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau finden Sie auf unserer G7 Themenseite. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir bereits zusammengefasst. In unserem News-Blog zum G7-Gipfel erfahren Sie die aktuellsten Nachrichten rund um das Großereignis auf Schloss Elmau.

Von Wolfgang Kaiser

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