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Stop G7 Elmau: Fridays For Future und andere Organisationen planen gemeinsam Proteste

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Von: Laura May

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Unter dem Namen „Stop G7 Elmau“ vereinen sich kritische Stimmen gegen den G7-Gipfel auf Schloss Elmau – sie fordern ein Umdenken der großen Industriestaaten.

Elmau – Wie jeder Jahr treffen sich auch heuer die Mitglieder der G7. Vom 26. bis zum 28. Juni 2022 tagen beim G7-Gipfel in Elmau die großen Industrienationen und besprechen die Belange der Welt. Deutschland hat erneut die G7-Präsidentschaft inne. An dem Treffen gibt es Kritik von verschiedenen Seiten. Klimaschützer, Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten planen unter dem Namen „Stop G7 Elmau“ diverse Protestaktionen. Naturfreunde, Campact, Fridays For Future, Extinction Rebellion, die Linke Bayern und die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft sind nur einige der Organisatoren.

Treffen: \t \t \tG7-Gipfel
Veranstaltungsort:Schloss Elmau oberhalb der Gemeinde Krün
Datum:26. bis 28. Juni 2022
Teilnehmer:Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanda, USA, England

Kritik am G7-Gipfel in Elmau: „Industriestaaten besprechen alleine Belange von globaler Bedeutung“

„Es geht uns um die Form an sich“, sagt Hagen Pfaff vom Presseteam der Plattform auf Nachfrage von Merkur.de, „die mächtigen Industriestaaten des Westens kommen hier zusammen und besprechen allein Belange von globaler Bedeutung.“ Dabei seien vor allem die reichen Staaten Hauptverursacher globaler Probleme wie Klimakrise, Ressourcenknappheit und Ungleichheit.

Demonstranten halten ein Banner mit der Aufschrift „Stop G7 Elmau“ hoch.
Bereits 2015 demonstrieren zahlreiche Menschen in Garmisch gegen den G7-Gipfel. © Golejewski/IMAGO

Protest gegen G7-Gipfel 2022 in Elmau: „Wir haben uns ein gewisses Vertrauen erkämpft“

Der Münchner war bereits beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2015 in Protestaktionen involviert. „2015 war die örtliche Bevölkerung durch die Behörden verunsichert“, erzählt er. „Es gab eine starke Blockadehaltung seitens der Behörden.“ Dieses Jahr erwartet er ein freundlicheres Klima, nachdem die Proteste 2015 weitgehend friedlich verlaufen seien. „Wir haben uns ein gewisses Vertrauen erkämpft.“

Während dem G7-Gipfel 2015 protestierten tausende Menschen in Garmisch-Partenkirchen gegen das Treffen.
Während dem G7-Gipfel 2015 protestierten tausende Menschen in Garmisch-Partenkirchen gegen das Treffen. © Imago Images

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Pfaff habe volles Verständnis dafür, dass der G7-Gipfel für die Bewohner rund um Schloss Elmau eine starke Belastung ist. Straßen werden gesperrt, Helikopter fliegen herum, tausende Menschen kommen in die Ortschaften – auch ökologisch ist das in der idyllischen Berglandschaft „höchst bedenklich“, sagt Pfaff. „Nicht wir haben diesen Ort für den G7-Gipfel ausgewählt.“

G7-Gipfel auf Schloss Elmau 2022: „Wir protestieren nicht gegen die Polizei, sondern gegen G7“

2015 haben viele Bewohner vor Ort das Gefühl gehabt, sie müssten sich verschanzen. Die Aktionsplattform „Stop G7 Elmau“ habe jedoch keinerlei Interesse, das Eigentum der Menschen oder die Natur zu zerstören. Und auch von anderen Ausschreitungen geht Pfaff nicht aus. Wenn, dann gehe die Eskalation nicht von den Demonstranten aus. „Wir protestieren ja nicht gegen die Polizei, sondern gegen G7.“

Sternmarsch nach Elmau: Ungefähr 400 Gipfelgegner machen sich von Garmisch in einem Sternmarsch auf den Weg
Aktivisten und demonstrieren vor Elmauer Bergkulisse gegen den G7-Gipfel. © Christian Mang/imago

Trotzdem sei es wichtig, das Grundrecht auf Protest wahrzunehmen: Der globale Süden – das sind ärmere Länder Afrikas, Asiens und Süd- und Mittelamerikas – dürfe bei dem Treffen nicht mitverhandeln, obwohl diese Länder am meisten von weltweiter Ungleichheit betroffen seien. „Unsere Hauptkritik an der G7 ist, dass die Beteiligten sich selbst ernannt haben – sie haben keine Legitimation“, sagt Pfaff. Hinter verschlossenen Türen werden hier Absprachen über Klima, Rohstoffe und Krieg geführt, ohne dass die Öffentlichkeit Zugang hat. „Das offiziell verkündete Ergebnis sind hingegen immer ganz unverbindliche Interessensbekundungen.“

G7-Gipfel 2022 in Elmau: Demos geplant - „Hier wird Weltpolitik gemacht – aber nur von sieben Staaten“

„Hier wird die ganz große Weltpolitik gemacht – aber nur von sieben Staaten“, klagt Pfaff, „das hat etwas kolonialistisches.“ Ziel der Protestaktionen sei keinesfalls komplette Anarchie. Ein legitimes Format der internationalen Zusammenarbeit seien etwa die Vereinten Nationen, „da hat jedes Land eine Stimme“.

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